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Rostock Rostocker Drogenprozess gegen zwei Frauen gestartet
Mecklenburg Rostock Rostocker Drogenprozess gegen zwei Frauen gestartet
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13:46 02.08.2019
Drogenprozess gegen zwei Frauen an Rostocker Landgericht gestartet. Quelle: Stefan Tretropp
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Rostock

Das könnte ein langwieriger Prozess werden: Vor dem Rostocker Landgericht müssen sich seit Freitag zwei Frauen verantworten, denen das unerlaubte Handeln mit einer großen Menge an Betäubungsmitteln vorgeworfen wird. Der erste Verhandlungstag begann mit Tränen auf der Anklagebank, außerdem gab es Anträgen zu Befangenheit des Richters und zur Falschbesetzung des Gerichts.

Die Verteidiger versuchten zu Prozessbeginn alles Mögliche, um den Verhandlungsstart zu verzögern oder gar auszusetzen – möglicherweise in dem Wissen, dass im Falle einer Verurteilung hohe Strafen drohen. Auf der Anklagebank sitzen Gülden M. (41) und Claudia V. (43). Sie werden laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft wegen des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in drei Fällen beschuldigt. Sie sollen Anfang Mai 2018 in Zapkendorf eine professionelle Indoorplantage zum Cannabisanbau errichtet haben.

Es geht um 446 Pflanzen

Laut Anklage sollen die Frauen insgesamt mindestens 446 Pflanzen gepflanzt haben, um das daraus gewonnene Marihuana gewinnbringend weiterzuverkaufen. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Gesamt-Erntegewicht von über 41.000 Gramm mit einem THC-Wirkstoffgehalt von über 4.700 Gramm. Mitte November 2018 stellte die Polizei einige der Pflanzen in erntereifem Zustand sicher und der Handel flog auf.

Gülden M. brach schon vor Verhandlungsbeginn in Tränen aus. Sie ließ über ihren Anwalt mitteilen, dass sie den vorsitzenden Richter wegen Befangenheit ablehne. „Meine Mandantin sieht Misstrauen in der Unparteilichkeit des Richters und auch das Recht auf effektive Verteidigung verletzt“, erklärte ihr Verteidiger und verwies auf Aktenberge, für deren Durchsicht die Zeit nicht gereicht hätte. Zudem hätten wichtige Unterlagen wie die Auswertung von Handys und Computer und ein DNA-Gutachten noch nicht vorgelegen.

Fortsetzung am 16. August

Nachdem der Antrag von Richter Guido Lex abgelehnt wurde, versuchten die Verteidiger die Pressefreiheit einzuschränken und wollten Aufnahmen der Angeklagten verhindern – ebenso ohne Erfolg. Im Anschluss daran rügte die Verteidigung die in ihren Augen „fehlerhafte Besetzung des Gerichts“ und forderte, das Verfahren auszusetzen. Als auch dieser Antrag von Lex abgewiesen wurde, konnte die Staatsanwaltschaft ihre Anklage vortragen. Doch kurz darauf griff die Verteidigung erneut ein, um diese als falsch darzustellen: „Der Anklage kann keinesfalls gefolgt werden, es handelt sich nur um Indizien und Unterstellungen.“

Die beiden angeklagten Frauen äußerten sich am ersten Verhandlungstag noch nicht zu den Vorwürfen. Der Prozess wird nun am 16. August fortgesetzt.

Stefan Tretropp/RND

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