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Rostock Rostocker Erfinder bei „Das Ding des Jahres“
Mecklenburg Rostock Rostocker Erfinder bei „Das Ding des Jahres“
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18:10 25.03.2019
Gelingt ihnen bei der Pro7-Show „Das Ding des Jahres“ der große Sprung? Die Duschkraft-Gründer Stefan Goletzke, Arvid Reinwaldt und David Bredt (von links) wollen mit ihrer Erfindung abräumen. Quelle: pixflut/Jessica Brach
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Rostock/Köln

An die Brause, fertig los: Was er am Dienstagabend vor einem Millionenpublikum live im Fernsehen erzählen wird, hat Stefan Goletzke wieder und wieder geübt. Schließlich sitzt ihm die Zeit im Nacken – dem Rostocker bleiben drei Minuten, um Publikum, Jury und Zuschauer zu überzeugen und damit aus der Erfindung seines Geschäftspartners David Bredt das „Ding des Jahres“ zu machen. Schließlich winken dem Sieger der gleichnamigen ProSieben-Show 100 000 Euro Preisgeld.

Riesiger Markt für das innovative Produkt

Die Innovation Made in Rostock hat schon einen erfolgreichen Start hinter sich. Jetzt will Goletzke aber den Turbo zünden. Schließlich kann jeder sein Produkt Duschkraft gebrauchen. Der Entfeuchter nutzt das Prinzip der Kondensation, verringert die Luftfeuchtigkeit und vermeidet so nicht nur Schimmel, sondern senkt auch die Nebenkosten. „In etwa zehn Prozent aller Bäder gibt es Probleme mit Schimmel, das sind etwa vier Millionen betroffene Bäder in Deutschland. Dazu kommen die Neubauten – der Markt ist riesig“, nennt Goletzke Zahlen, die nicht nur die Gründer an den Erfolg ihres Produktes glauben lassen, sondern auch Investoren und Expertenjurys, welche die Erfindung bereits mit Preisen überhäuften.

Duschkraft: So funktioniert der Entfeuchter

Der Duschkraft-Entfeuchter verhindert das Beschlagen von Spiegel- und Fensterscheiben sowie Schimmelbildung, senkt die Nebenkosten und kann in nahezu jedem Badezimmer nachgerüstet werden. Pro Duschgang entstehen 400 Milliliter Wasserdampf, der kondensiert – Feuchtigkeit muss abgeführt werden. Dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung. Abzugslüfter haben oft eine zu geringe Leistung, in Bädern mit Fenstern müsste nach jedem Duschgang mehrmals stoßgelüftet werden. Der Duschkraft-Entfeuchter nimmt die Feuchtigkeit direkt beim Duschen auf. Der Dampf wird eingesogen und kondensiert an der vergrößerten Kaltwasserleitung. Der Entfeuchter reduziert die Luftfeuchtigkeit laut Herstellerangaben um 65 Prozent und verhindert damit effektiv Schimmel.

Zu den Meilensteinen der Duschkraft-Chefs, zu denen neben Goletzke und Bredt auch Arvid Reinwaldt gehört, zählt der Gewinn des OZ-Gründerpreises im vergangenen Jahr. Die Jury der OSTSEE-ZEITUNG hatte die interessante Gründerstory gewürdigt, die 2014 in einer Rostocker Wohngemeinschaft ihren Anfang nahm. Gebadet hat seitdem kaum einer aus dem Trio, schließlich gehört das Duschen für die Rostocker zum Geschäft.

Zufriedene Kundin ordert direkt nach

Die Entscheidung, sich mit ihrer Idee selbstständig zu machen und in der Hansestadt zu bleiben, sei ganz bewusst gefallen, sagt Goletzke. Und so fertigen die Gründer mit vier Angestellten jeden Duschentfeuchter per Hand in der Montagehalle in der Werftstraße. „Wir haben seit dem Start im Oktober vergangenen Jahres 23 Stück verkauft“, erzählt der 30-Jährige. Der Preis von je 1449 Euro entstünde durch die Kosten für das hochwertige Material sowie die Montage von Hand in Rostock.

Was das Gründer-Trio freut: Die Rückmeldungen der Abnehmer sind durchweg positiv. „Unsere Pilot-Kundin hat gleich noch zwei Stück nachgeordert“, sagt Goletzke. Auch Hotelbetreiber und Ferienwohnungseigentümer hätten sich die Duschkraft-Entfeuchter gekauft und testen die Geräte nun ausgiebig. Durchaus möglich, dass daraus Großaufträge werden.

Raus aus der Messe, rein ins Fernsehen

Die Entscheidung, beim „Ding des Jahres“ mitzumachen, hätten die Freunde und Geschäftspartner gemeinsam getroffen und nicht lange überlegen müssen. Denn was der jungen Firma aus der Hansestadt fast noch mehr bringt, als das Preisgeld, ist die Reichweite der Show und die daraus folgende bundesweite Aufmerksamkeit. „Wir haben auch den Onlineshop für großen Ansturm gerüstet“, sagt Goletzke. Die manuelle Fertigung der Entfeuchter könne auf etwa 100 Stück im Monat hochgefahren werden. „Sollten es mehr werden, müssen wir überlegen, ob wir die Montage auslagern“, erklärt der Betriebswirt.

Für ihn bedeutet die Teilnahme an der Fernsehsendung aber auch extra Stress. Schließlich stand der 30-Jährige gerade noch mit einem „Duschkraft“-Stand auf der ISH – der Weltleitmesse für Wasser, Sanitär und Klima in Frankfurt am Main. Zeit zum Auspacken der Koffer blieb da kaum. „Raus aus der Messe – rein ins Fernsehen“, umschreibt Goletzke seine letzten Tage. Montagfrüh ging es ganz zeitig per Zug nach Köln, wo vor der Livesendung noch letzte Absprachen und Proben warteten.

Steigen Lena Gercke oder Joko in die Dusche?

Die Liveshow hält für den Rostocker mehrere Herausforderungen bereit. Insgesamt sechs Erfinder stellen sich in drei Duellen mit ihren Ideen vor. Nach jeder Präsentation nehmen die Juroren – Topmodel Lena Gercke, Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, Moderator Joko Winterscheidt und Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog – die Erfindungen genauer unter die Lupe. „Deren Fragen sind sicher ähnlich denen unserer Kunden: Zum Beispiel, wie das zusammenpasst und ob das gut geht – ein Gerät mit Strom unter der Dusche.Da sind wir natürlich sattelfest.“

Testen die Erfindungen bei ,Das Ding des Jahres': Model und Moderatorin Lena Gercke, Entertainer Joko Winterscheidt, Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer und Rewe-Einkaufschef Hans-Juergen Moog (von links). Quelle: ProSieben/Willi Weber

Ob Lena, Joko oder ein anderes Jurymitglied den Entfeuchter live in der Show testet und in die Nasszelle steigt, können die Rostocker ab 20.15 Uhr auf ProSieben sehen. Ein positives Votum von Promis und Business-Experten ist zwar nett: Die Entscheidung, welcher der Duellanten weiterkommt, trifft aber ganz allein das Publikum: zuerst das im Studio und im entscheidenden Voting die Fernsehzuschauer. Goletzke hofft, mit „Duschkraft“ als sechster Teilnehmer ins Finale einzuziehen und setzt dann auch auf die telefonische Unterstützung aus der Heimat. Damit eine Erfindung aus der Hansestadt bald Warmduscher in aller Welt glücklich macht.

„Das Ding des Jahres“: alles zur Show

In den ersten fünf Ausgabe von „Das Ding des Jahres“ stellten sich zehn Tüftler mit ihren Erfindungen den kritischen Augen der Experten-Jury und dem Urteil des Publikums. In der finalen Folge treten sechs Erfinder in drei Duellen an. Die vier Experten testen stellvertretend für die Zuschauer die präsentierten Erfindungen auf ihre Alltagstauglichkeit, stellen kritische Fragen und geben ihre persönliche Meinung ab. Welche Erfindung den letzten Final-Platz gewinnt, entscheidet das Studiopublikum. Die Zuschauer Zuhause entscheiden via Telefon-Voting, wer von den sechs Finalisten das Live-Finale gewinnt und den 100 000 Euro Gewinn erhält.

Die Idee zur Show stammt von Stefan Raab, der „Das Ding des Jahres“ als Produzent mit Raab TV produziert. Janin Ullmann moderiert auch die zweite Staffel der ProSieben-Reihe.

Diese Finalisten stehen bereits fest: Wunderform – die erste faltbare Silikonbackform der Welt; Gaadi – ein Fahrradschlauch aus zwei Schläuchen zum einfachen Wechsel; Trego – ein Lastenaufsatz für Fahrräder; Kochblume – ein Überkoch- und Spritzschutz für Töpfe und Pfannen und Rollikup – das erste Kupplungssystem für Rollstühle

Claudia Labude-Gericke

Sie hinterließen im Stadtteil Marienehe Schriftzüge in mehreren Farben auf einer Gesamtfläche von zwölf Quadratmetern.

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