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Rostock Leimen und trommeln: Cajón-Workshop in Rostock
Mecklenburg Rostock Leimen und trommeln: Cajón-Workshop in Rostock
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16:56 22.04.2019
Tim Kaiser (19) macht sein FSJ beim Landesverband der Musikschulen in Rostock. Im Bild sein selbstgebautes Cajón.
Tim Kaiser (19) macht sein FSJ beim Landesverband der Musikschulen in Rostock. Im Bild sein selbstgebautes Cajón. Quelle: Jana Schubert
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Rostock

 Vor kurzem wurde es laut im Rostocker „Haus der Musik“: Neun Teilnehmer des Cajón-Workshops bauten ihre eigenen Schlagzeug-Kisten – erste Proben inklusive. Organisiert wurde der zweitägige Workshop von Tim Kaiser, der mitten in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) beim Landesverband der Musikschulen (LvM) steckt.

„Wir haben schon im September mit den Vorbereitungen angefangen“, erzählt der 19-Jährige. Er organisierte den Raum, erstellte Flyer und buchte auch den Gastdozenten Cristian Lunscken. Der Diplompädagoge und Percussionist wies die Teilnehmer am zweiten Tag in die Benutzung des Instruments ein. Neben dem Cajón-spielen lernte die Gruppe auch etwas über „Body Percussion“, also das Erzeugen von Tönen mit dem Körper. Am Ende entstand ein kurzes Rhythmus-Stück, und die zufriedenen Teilnehmer konnten ihre selbst gebauten Instrumente mit nach Hause nehmen.

Idee war schon früh da

Die Idee zu dem Workshop entstand schon im Vorstellungsgespräch für die FSJ-Stelle. „Bei dem Gespräch sagte die Geschäftsführerin Frau Blumenthal, dass ich auch einen Instrumental-Workshop organisiert könnte.“ Da Kaiser selbst schon seit acht Jahren Schlagzeug spielte, war zunächst ein Seminar dazu geplant: „Das ist aber schwierig zu organisieren, im Lauf der Zeit haben wir das Thema in Cajón und Bodypercussion geändert.“

In den folgenden Monaten besuchte Kaiser mehrere Seminare des Trägers des Kultur-FSJs, der Landesvereinigung kultureller Jugendbildung M-V. Bei Seminaren zu Projektmanagement und Rhetorik schritt die Planung voran. Dass jeder „FSJler“ ein Projekt auf die Beine stellen muss, ist Vorgabe des Trägers: „Die Seminare decken nur etwa 23 von mindestens 25 sogenannten Bildungstagen ab, zwei müssen wir uns dann noch selbstständig organisieren“, erklärt Kaiser.

Selber bauen und musizieren

Also stellte Tim Kaiser seinen eigenen Workshop auf die Beine, an dem sowohl Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren, als auch Lehrerinnen und Gastdozentinnen teilnahmen. „Es war eine bunt gemischte Truppe“, erzählt Kaiser, „und ich konnte gut mit ihnen arbeiten.“ Er selbst habe das komplette Zusammenbauen der Cajóns aus den Bausätzen übernommen, der Dozent dann den Teil mit den Rhythmen.

Für ihn war das Ziel, den Leuten die Instrumente näher zu bringen. Er ist der Meinung, dass zu wenige Schlagwerk-Workshops angeboten werden. „Das fand ich schade. Ich dachte mir, dass das vielen Leuten Spaß machen könnte“, so Kaiser. Man könne sich mit einem Cajón auch selbst begleiten, das sei ja für die Musik in der Freizeit sehr gefragt. Er hofft, dass manche der Teilnehmer das Cajón für sich entdeckt haben und auch nach dem Workshop dranbleiben.

FSJ zur Orientierung nach dem Abi

Tim Kaiser hat 2018 sein Abitur gemacht und war danach ratlos: „Nach dem Abitur wollte ich eigentlich studieren, aber ich wusste nicht was.“ Dann sei ihm die Idee gekommen, ein FSJ in Richtung Kultur zu absolvieren. „Das hat mir ziemlich imponiert, weil ich selbst Musikschüler am Gymnasium am Sonnenberg in Crivitz war“, erzählt Kaiser. Stellen für ein FSJ gibt es in verschiedenen Bereichen: „Es gibt das FSJ Kultur, im Bereich Schule oder Sport, dann das „normale“, bei dem man in den Kindergarten oder in ein Krankenhaus geht. Und es gibt auch noch das FÖJ, das Freiwillige Ökologische Jahr“, zählt Kaiser auf. Für jede Richtung werden dann Seminare angeboten, an denen alle FSJler aus MV teilnehmen - in der Kultur-Richtung gibt es beispielsweise musikalische oder am theaterpädagogische Veranstaltungen.

Seit August ist der Crivitzer in Rostock tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Statistiken des Trägers der öffentlichen Musikschulen. Die Stellenwahl war für ihn die richtige: „Bis jetzt habe ich meine Entscheidung nicht bereut.“ Mittlerweile hat er auch einen Plan für die Zeit nach dem FSJ im August: „Zurzeit strebe ich ein Studium in Richtung Wirtschaftswissenschaften an.“

Jana Schubert

22.04.2019
22.04.2019