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Rostock Junge Filmemacher beim FiSH-Filmfestival in Rostock
Mecklenburg Rostock Junge Filmemacher beim FiSH-Filmfestival in Rostock
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16:13 28.04.2019
Sie ist verantwortlich für das Herzstück des Rostocker Filmfestivals: Johanna Huber (18) aus Österreich organisiert die Sparte „Junger Film“ beim FiSH. Quelle: Jana Schubert
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Rostock

Johanna Huber ist weit entfernt von der Heimat: Die 18-Jährige kommt aus Österreich. Für das Rostocker Film-Festival im Stadthafen, kurz FiSH, ist sie für elf Monate in die Hansestadt Rostock gezogen – ihre Stelle hat sie über den europäischen Freiwilligen-Dienst bekommen.

Das 16. Filmfest fand von Donnerstag bis Sonntag an vier verschiedenen Orten in der Nähe des Stadthafens statt: Filme wurden unter anderem im Lichtspieltheater Wundervoll (liwu) und dem Mau-Club gezeigt. Neben den Kurzfilmen junger Filmemacher aus Deutschland und dem Ostsee-Raum wurden auch Musikvideos gezeigt, Medienprojekte aus Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt und Talkshows rund um das Thema Film gegeben.

Planung begann schon im vergangenen September

Seit September letzten Jahres beschäftigte sich Huber mit der Kategorie „Junger Film“: „Ich habe die ganzen eingereichten Filme verwaltet, sie durchgesehen und für das Gremium vorbereitet“, erzählt sie. Mit Beginn des Festivals ist die Büro-Arbeit aber vorbei: „Jetzt kümmere ich mich darum, dass die Filme-Macher hierher kommen und dass sie einen Platz zum Schlafen haben. Kurzum: Alles was den jungen Film betrifft, mache ich.“

33 Filme haben es auf die Festival-Leinwand geschafft und wurden ab Freitag in sechs Blöcken gezeigt. Um das zu schaffen, musste eine Reihe von Kriterien erfüllt sein: Der Filme-Macher muss unter 26 sein und in Deutschland leben oder arbeiten. Nach unten gab es aber keine Grenze. „Unser jüngster Filmemacher ist neun Jahre alt“, erzählt die junge Frau. Auch der Film musste Anforderungen erfüllen, er durfte nicht länger als 30 Minuten sein. Auch Werbefilme wurden nicht zugelassen.

„Junger Film“: Herzblut und Inhalt vor Form

„Wir schauen auch darauf, ob Herzblut in dem Film steckt“, ergänzt Huber, „außerdem gilt bei uns die Regel: Inhalt vor Form.“ Wenn der Film handwerkliche Fehler habe, aber mit seiner erzählten Geschichte überzeuge, werde er eher gezeigt, als ein technisch perfekter Film mit wenig Inhalt. Der Film, der am Ende des Festivals die Fachjury überzeugte, konnte ein Preisgeld von 9 000 Euro gewinnen. Das Besondere an diesem Wettbewerb: Der Film-Macher wurde nach der Vorführung für ein kurzes Interview auf die Bühne geholt und auch die Beratung der Jury war öffentlich. „Am Ende jedes Film-Blocks gibt es eine Jury-Besprechung, bei der alle zuhören können“, erzählt die Österreicherin. Das sei vor allem für die Filmemacher sinnvoll, die sich so konstruktiver Kritik stellen könnten.

Die Themen der Filme waren so unterschiedlich wie die Macher selbst: von Liebesgeschichten und Erzählungen über das Erwachsenwerden über die Frage nach der wahren Schönheit bis hin zu Leistungsdruck und Frauenrechten war alles dabei. Dabei spielte die Darstellungsform keine Rolle: Animations- und Zeichentrick-Filme wurden genauso gezeigt wie Filme mit realen Schauspielern.

Besucher sollen an Kurzfilm herangeführt werden

Die Organisatoren des Festivals haben ein Ziel: „Zum Einen wollen wir eine Vernetzung der Filme-Macher erreichen. Teilweise entstehen schon hier auf dem Festival Ideen für gemeinsame Projekte“, sagt Huber. Zum Anderen solle der Kurzfilm dem Publikum nahe gebracht werden: „Der Kurzfilm wird häufig als zu künstlerisch oder zu absurd abgelehnt. Wir wollen zeigen, was er kann und vor allem, was die jungen Leute können.“

Um das zu erreichen, ließ sich das Team Neues einfallen und veranstaltete verschiedene Aktionen für die Besucher des Festivals: Beispielsweise wurden während eines Stadtrundgangs Filme an Häuserwänden projiziert oder Zuschauer konnten Teile eines Films selbst neu vertonen – egal ob mit Dialogen, Geräuschen oder Musik.

Anne Isensee (26) aus Berlin zeigt ihren Film beim FiSH. „Den eigenen Film auf großer Leinwand zu sehen, ist immer eine Ehre und eine Freude. Man kann das, woran man so lange gearbeitet hat, mit anderen teilen."  Quelle: Jana Schubert

Herzstück ist „Junger Film“

„Die Hauptkategorie des Festivals ist vor allem der ,Junge Film’, ist sich die Organisatorin sicher. Anne Isensee hat den Film produziert, der die Reihe eröffnet. Die 26-jährige Studentin stellt einen animierten Film vor: „Es ist ein Gedicht mit Musik. Es geht um die Frage, ob das, was wir wollen, beeinflusst, wer wir sind“, fasst sie zusammen. „Den Film auf großer Leinwand zu sehen, ist immer eine Ehre und eine Freude. Man kann das, woran man so lange gearbeitet hat, endlich mit anderen teilen“, so Isensee.

Jana Schubert

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