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Rostock Rostocker Kleingärtner hoffen auf Hilfe
Mecklenburg Rostock Rostocker Kleingärtner hoffen auf Hilfe
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15:41 31.01.2019
Marco Linstädt hat an die Bürgerschaft eine Unterschriftensammlung zum Erhalt der Rostocker Kleingärten überreicht. Quelle: Claudia Labude-Gericke
Rostock

Die Rostocker Kleingärtner geben nicht auf – und sich mit der geplanten Rodung ihrer Parzellen erst recht nicht zufrieden. Marco Linstädt überreichte der Bürgerschaft am Mittwoch eine Petition mit 5072 Unterschriften. Ziel sei der Erhalt der Anlagen Jägerbäk, Schutow, Schöne Aussicht und An’n Immendiek, die nahe der Stadtautobahn liegen und rund 1000 Kleingärtnern samt Familien einen Rückzugsort in der Natur bieten.

Doch das Gelände ist bedroht und bei der Diskussion um die Flächennutzungsplanung zukünftig für Gewerbe sowie Wohnungen vorgesehen. „Wir sind nicht gegen neue Arbeitsplätze oder Wohnen, aber dafür darf kein Garten wegfallen. Nirgendwo in Rostock“, so Linstädt. Nach Ansicht der Kleingärtner sollte die Stadt auf Lückenbebauung oder die Umnutzung vorhandener Brachflächen setzen, anstatt ihnen ihre grünen Oasen zu rauben und eine mehr als 100-jährige Kleingartentradition am Standort einfach so zu beenden.

Gartenanlage als Puffer für Feinstaub und Lärm

Die vier betroffenen Anlagen bilden laut des 36-Jährigen den letzten grünen Gürtel und damit einen wichtigen Feinstaub- sowie Lärmpuffer zwischen Fischereihafen, Stadtautobahn und den angrenzenden Wohngebieten. „Nicht zu vergessen, dass diese 50 Hektar Lebensraum für Flora und Fauna sind. Wir haben Bienen, Teiche, Biotope, Wäldchen und Bachläufe sowie uralte Obstgehölze, die es so woanders nicht gibt“, erklärte der Evershäger. Lebensräume und -träume von Familien für Industrieflächen zu opfern und gleichzeitig als Bundesgartenschau-Standort für eine grüne Stadt am Meer zu werben – „das strotzt doch nur so vor Widersprüchen und Hohn“, erklärte der Kleingärtner.

Fraktionen setzen auf Ersatz für wegfallende Parzellen

„Das Thema bewegt uns intensiv“, erklärte Steffen Wandschneider-Kastell. „Ich kann Ihnen nicht versichern, dass sich an keiner Stelle in Rostock etwas ändert“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Ziel sei es aber, für adäquaten Ersatz wegfallender Gärten zu sorgen, damit die Gesamtzahl in der Hansestadt gleich bleibe.

Ähnlich auch der Ansatz von Sybille Bachmann (Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09), die für eine Quartiersbildung plädiert. „Wohnen, Arbeiten und Leben gehören zusammen. Wir sollten nicht nur Flächen für Gewerbe oder Grün ausweisen, sondern eine Durchmischung versuchen.“

Für Eva-Maria Kröger (Linke) gehören Kleingärten sogar zum immateriellen Kulturerbe – mit wichtigen ökologischen sowie sozialen Funktionen. „Aber die Stadt wächst und wir haben an vielen Stellen akuten Wohnraumbedarf, dem wir nachgehen müssen. Das muss aber mit Augenmaß passieren“, so Kröger.

„Die Kleingärten sind Teil der wachsenden Stadt“, so Andrea Krönert. Die Vertreterin der Grünen-Fraktion hofft, dass das aktuell in Arbeit befindliche Kleingartenkonzept den Erhalt der Anlagen als grüne Lungen für die Stadt vorsieht, auch wenn das mit Blick auf die Flächennutzungsplanung zu Konflikten führen wird. „Aber es lohnt sich, für viel Grün in Rostock zu streiten!“

Claudia Labude-Gericke

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