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Rostock Rostocker Grüne wollen kostenfreie S-Bahn an den Strand
Mecklenburg Rostock Rostocker Grüne wollen kostenfreie S-Bahn an den Strand
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21:25 26.01.2019
Das Spitzenquartett der Rostocker Grünen: Andrea Krönert (v. l.), Uwe Flachsmeyer, Claudia Schulz und Sabine Krüger. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

In die künftige Rostocker Bürgerschaft gewählt zu werden – für Uwe Flachsmeyer ist das nur die zweitbeste Option. Viel lieber möchte der Grüne der neue Oberbürgermeister der Hansestadt werden. „Das hat Priorität. Aber wenn es doch nicht klappt – dann möchte ich trotzdem kommunalpolitisch arbeiten.“ Und genau deshalb gehört Flachsmeyer auch zum neuen Spitzen-Quartett der Rostocker Grünen für die Kommunalwahl. Als einziger Mann neben Andrea Krönert, Claudia Schulz und Sabine Krüger.

50 Prozent Frauen auf der Liste

Trotz des Umfragehochs auf Bundesebene bleiben die Grünen in der Hansestadt bescheiden. Sechs Sitze in der Bürgerschaft hat die Partei aktuell. „Acht bis zehn dürften es gerne werden“, sagt Andrea Krönert. 32 Bewerber schicken die Grünen ins Bürgerschaftsrennen. „Die Hälfte der Kandidaten sind Frauen“, so Krönert. Ein Ergebnis, auf das die Partei stolz sei: „Schließlich ist es gerade für junge Frauen mit Kindern nicht ganz leicht, sich politisch zu engagieren. Die vielen Sitzungen sind nicht gerade familienfreundlich.“ Auffällig: Das Team der Grünen ist im Vergleich zu anderen Parteien in Rostock ausgesprochen jung. Kein Wunder, dass beim Parteitag für die Kinder der jungen Politiker eigens eine Spielecke eingerichtet wurde.

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Kostenfreie S-Bahn an den Strand

Was das Programm angeht, setzen die Grünen in Rostock auf die gleichen Themen wie auch auf Bundesebene: „Klima und Umweltschutz – das sind auch in der Hansestadt unsere Kernthemen“, sagt Flachsmeyer. Da wäre zum Beispiel das Bauen in Rostock. Klar, neue Wohnungen und Häuser müssten her. Aber: „Wir müssen so viel Grün erhalten wie nur irgend möglich. Deshalb wollen wir lieber freie Flächen in bestehenden Wohngebieten bebauen als riesige neue Areal anzulegen“, so der OB- und Bürgerschaftskandidat. Wo neue Quartiere entstehen, müssten auch Grünflächen angelegt werden.

Der wichtigste Programmpunkt aber ist die „Mobilität“: „Wir brauchen Angebote und Anreize, im Umweltverbund mobil zu sein – mit dem Nahverkehr und dem Rad“, sagt Krönert. So wollen die Grünen die Tickets der RSAG günstiger machen. Notfalls auch finanziert aus der Stadtkasse. „Jeder muss sich Nahverkehr leisten können.“ Das große Ziel sei ein kostenloses Bus- und Bahnangebot. „Im ersten Schritt wollen wir beispielsweise, dass die S-Bahnen am Wochenende kostenlos genutzt werden dürfen. So würden wir im Sommer dafür sorgen, dass Warnemünde nicht im Autoverkehr erstickt – und dennoch viele Rostocker an den Strand können“, verrät Flachsmeyer. Nein, die Grünen hätten nichts gegen Autos. Das versichern Krönert und Flachsmeyer unisono. Aber: „Wir wollen die Autos aus der Stadt holen.“ Im Klartext: KTV und Innenstadt sollen autofrei werden. „Für die Bewohner müssen wir dann natürlich Ersatz schaffen – zum Beispiel durch Tiefgaragen oder Parkhäuser. Am Ulmenmarkt etwa.“ Statt mit Autos zugeparkt zu werden, sollen entlang der Straßen „Bänke, Bäume und Brunnen“ entstehen. „Aufenthalts- und Lebensqualität für die Rostocker“, nennt es Krönert.

„Ja“ zur Buga

Zwei weitere Kernthemen der Grünen: Die Bundesgartenschau 2025 müsse unbedingt wie geplant stattfinden. „Die Brücke nach Gehlsdorf und der Stadtpark auf der Deponie sind für uns nicht verhandelbar“, sagt Flachsmeyer. Auch der Theater-Neubau sei gesetzt. „Und wir brauchen mehr Geld für Schulsanierungen.“

Andreas Meyer