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Rostock Rostocker Klappe für schwache Herzen
Mecklenburg Rostock Rostocker Klappe für schwache Herzen
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00:01 17.02.2016
René Glasow produziert die Stents, an denen die eigentliche Herzklappe befestigt wird. Fotos (2): Jens Wagner
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Warnemünde

Bisher hat sich das Unternehmen Cortronik mit der Entwicklung und Produktion von unterschiedlichen Stents für verstopfte Blutgefäße einen Namen gemacht. Bis 2017 soll jetzt auch eine in Warnemünde entwickelte neue Herzklappe auf Basis der Stent-Technologie für die Patienten zugelassen sein. „Das ist ein interessanter Wachstumsmarkt“, begründet Cortronik-Geschäftsführer Carsten Momma den Aufwand.

Zentrum für Stents

Die Geschichte von Cortronic begann 1998, heute sind in Warnemünde etwa 250 Mitarbeiter beschäftigt, kürzlich wurde erweitert. Das Unternehnmen ist eine Tochter der Biotronik AG in der Schweiz. Innerhalb der Biotronik-Gruppe ist Cortronik das Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Stents.

Der Stent aus einem „superelastischen Werkstoff“, so Momma, dient als Gerüst für die eigentliche Herzklappe vom Schwein. Das Metallröhrchen wird in Warnemünde gebaut, Cortronik fungiert damit als Zulieferer für den Mutterkonzern Biotronik. Zusammengenäht wird beides in Kanada. „Das dauert 20 Stunden pro Stück“, berichtet Karten Koop. Chirurgische Nähte und die Knoten armenischer Teppichknüpfer kämen dabei zum Einsatz. Seit 2010 arbeitet Ingenieur Koop an der Entwicklung, 2014 wurde nach den nötigen Tierversuchen die erste Klappe bei einem Menschen getestet.

Die Methode, Herzklappen mit einem kleinen Eingriff durch das Bein zu implantieren, sei noch jung, erläutert Karsten Koop. Bis 2002 gab es für Patienten mit verkalkten Herzklappen gar keine Hilfe oder ihnen musste mit einer Operation bei geöffnetem Brustkorb geholfen werden. „Dann hatten Franzosen die Idee, die Vorteile eines Stents zu nutzen.“ Fünf Jahre später kam in den USA das erste Produkt auf den Markt, inzwischen produzierten zehn Firmen weltweit solche Herzklappen, so Koop. „Der Markt wird größer“, sagt Carsten Momma und ist überzeugt, dass Cortronik mitmischen kann.

Etwa 30 Patienten bekamen in den Herzzentren Berlin, Hamburg und Bad Segeberg inzwischen das Warnemünder Produkt implantiert. Karsten Koop rechnet im nächsten Jahr mit der Zulassung.

Die Entwicklung sei für das Medizintechnik-Geschäft vergleichsweise schnell gegangen, stellt Carsten Momma fest. Weil das in Anlehnung an ein bereits bestehendes Produkt geschah. Anders sieht das bei dem resorbierbaren Magnesium-Stent aus, der sich nach einer gewissen Zeit im Körper abbaut. „Da haben wir Neuland betreten“, berichtet Carsten Momma. Mehr als 15 Jahre wird daran geforscht und gearbeitet, 2015 gab es den Ludwig-Bölkow-Technologiepreis und im Mai komme die Zulassung, so Momma. „Endlich. Wie der Markt reagiert, wird sich zeigen.“ Die jahrelange Forschung sei auch nur durch die Kooperation mit der Universität Rostock und der Förderung des Landes möglich, hebt der Cortronik-Geschäftsführer hervor.

Bei den Herzklappen arbeitet Karsten Koop schon an der nächsten Generation. Untersucht würden unterschiedliche Größen der Röhrchen, ob Kunstgewebe einsetzbar ist und wie die Dichtigkeit der Klappe verbessert werden kann. „Das ist bisher das größte Problem.“

Auch sonst geht die Entwicklung bei Cortronik mit inzwischen rund 250 Mitarbeitern weiter. Erst kürzlich wurde ein Neubau im Technologiezentrum Warnemünde eingeweiht, doch bereits jetzt denkt Carsten Momma über die nächste Erweiterung nach.



Thomas Niebuhr

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