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Rostock Initiative kämpft für Rostocks Kleingärtner
Mecklenburg Rostock Initiative kämpft für Rostocks Kleingärtner
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00:38 17.02.2019
Kämpfen für Aufklärung und den Erhalt der Rostocker Kleingärten (von links): Susanne Liedtke, Gabriele Schmidt und Ralf Heße Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Heidi Wolf hat Angst: Seit 1990 bewirtschaftet sie zusammen mit Ehemann Peter einen Kleingarten in der Anlage An’n Immendiek. „Jetzt, im Ruhestand, können wir unsere grüne Oase noch mehr genießen“, sagt die Reutershägerin. „Wir haben gerade noch ein neues Haus und Gewächshaus hingesetzt“, ergänzt ihr Mann. Doch wie lange sie von dieser Investition zehren können, wissen die beiden nicht. Ihre Anlage ist von den künftigen Flächennutzungsplanungen der Hansestadt massiv betroffen, soll für Wohn- und Gewerbeflächen weichen. „Wenn ich ehrlich bin, dann denke ich, dass diese Planungen schon längst in Sack und Tüten sind und die Bürgerveranstaltungen nur Alibifunktionen haben“, sagt Heidi Wolf.

Im schlimmsten Fall 5000 Parzellen verloren

Um sich zu informieren, was sie für den Erhalt ihrer Anlage tun können, sind beide am Sonnabend in den Warnow Park Lütten Klein gekommen. Dort hatte die Initiative Kleingärtner Rostock (IKR) einen Infostand aufgebaut. „Das ist unser erster richtig öffentlicher Auftritt“, sagt Marco Linstädt von der Initiative. Untätig waren die Kleingärtner seit Gründung der Gruppe Ende vergangenen Jahres aber nicht – im Gegenteil. Unter anderem wurden für eine Petition zum Erhalt der Gärten mehr als 5000 Unterschriften gesammelt.

IKR-Mitglied Ralf Heße hat sich die Mühe gemacht und aufgelistet, welche der Rostocker Gartenanlagen für die neuen Flächennutzungsplanungen der Hansestadt weichen müssten. „Viele erschrecken, wenn sie das mal sehen. Im schlimmsten Fall sind es 5000 Parzellen, die verschwinden“, sagt er. Und dass sich die Gärtner nicht einfach gefallen lassen wollen, was mit ihren grünen Oasen geschehen soll.

Ausgleichsflächen sind für viele keine Alternative

„Genau das sind Ziele der Initiative – wir wollen uns vernetzen, aufklären, informieren und unsere Anliegen nach außen tragen. Auch im Gespräch mit Bürgermeisterkandidaten, Vereinen und unserem Verband, zu dem wir eine Ergänzung darstellen wollen“, sagt Heiko Gelhaar, Kleingärtner der Anlage „Am Moor“ und Schatzmeister der Initiative.

Die von der Stadt angekündigten Ausgleichsflächen, die gekündigte Kleingärtner erhalten sollen, sehen die IKR-Mitglieder nicht als Alternative. „Auf so einer Fläche fängt man wieder von Null an, die Arbeit von Jahrzehnten ist dahin. Außerdem haben manche nicht mal einen eigenen Wasseranschluss“, sagt Linstädt. Auch für Heidi und Peter Wolf wäre das nichts. „Einen Ersatzgarten wollen wir gar nicht“, sagt die Reutershägerin.

IKR zufrieden mit erstem Auftritt

Sie hat noch eine Hoffnung: „Der Teil von der Anlage Immendiek, wo unser Garten liegt, soll Wohnfläche werden. Da zieht sich das vielleicht länger hin als bei den angedachten Gewerbeflächen, wo es mal ganz schnell gehen kann, dass man raus muss“, sagt sie und wünscht sich, dass die Initiative „mehr bewirkt als der Verband und unsere Interessen vertritt – und nicht die der Stadt“.

Marco Linstädt und seine Mitstreiter sind mit der Resonanz der ersten öffentlichen Veranstaltung zufrieden. „Auch wenn das gute Wetter viele sicher eher in die Gärten als in die Einkaufspassage gezogen hat“, bilanziert der 36-Jährige.

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