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Rostock Rostocker Leichtathleten wollen zu Olympia
Mecklenburg Rostock Rostocker Leichtathleten wollen zu Olympia
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11:00 25.11.2018
LAV-Vorstand Ralf Skopnik (v. l.), die Speerwurf-Bundestrainer Boris Obergföll und Mark Frank (re.) schwören die Nachwuchshoffnung Mara Häusler, Timo Liedemit und Julia Ulbricht auf das große Ziel Olympia ein. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Europameister, Paralympics-Sieger und gleich eine ganze Reihe deutscher Meister: Der 1. Leichtathletikverein Rostock (LAV) ist eine sportliche Erfolgsgeschichte. Doch zwei Jahrzehnte nach der Gründung will der Verein mehr: „Uns Ziel ist es, dass Rostocker Leichtathleten endlich auch wieder bei den Olympischen Spielen dabei sind – und dort um Medaillen kämpfen“, kündigte Vereinschef Ralf Skopnik beim Festakt zum 20. LAV-Geburtstag vor 370 Gästen in der Stadthalle an. Der 1. LAV – er steht ab sofort ganz im Zeichen der olympischen Ringe.

Aus dem Schatten von Empor

In einem griechischen Restaurant im Hansaviertel begann im Oktober 1998 die Geschichte des LAV. Sieben Leichtathletik-Freunde hatte sich dort getroffen, um eine neue Heimat für Läufer und Mehrkämpfer, Speerwerfer und Springer aufzubauen. Die Leichtathleten wollten einen eigenen Verein und nicht länger „nur“ ein Teil des großen SC Empor sein. Nur ein Jahr später erzielt Mark Frank den ersten großen Erfolg für den noch jungen Club – eine Bronze-Medaille im Speerwerfen bei den U23-Europameisterschaften. Es folgten allein 17 deutsche Jugendmeister-Titel für den Verein. Stand heute.

„Der LAV hat den Menschen in Rostock schon viele unvergessliche Momente beschert“, lobte Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) beim Festakt. Der Rathaus-Chef kann sich beispielsweise noch heute ganz genau an den 12. August 2006 erinnern – und das nicht nur, weil an diesem Tag die Hansesail stattfand: In Göteborg wurde Ulrike Maisch völlig überraschend Europameisterin im Marathon. „Das war ein besonderer Höhepunkt in der Sportgeschichte der Hansestadt“, so Methling. Er sicherte dem LAV zu, dass die Stadt auch weiterhin großen Wert auf den Sport legen werde. Für Millionen wird beispielsweise derzeit die Laufhalle des LAV saniert, zusätzliches Geld gibt es auch für Trainer. „Wir sind eine Sportstadt. Und der 1. LAV ist ein wichtiger Teil davon.“ Auch Andreas Bluhm, Präsident des Landessportbundes, schwärmte von den Leistungen der Sportler, Trainer und Ehrenamtler in der Leichtathletik-Verein der Hansestadt: „Ohne den LAV wären die Stadt und das gesamte Land um Einiges ärmer.“

Kurs auf die Spiele

Um die Zukunft des Clubs macht sich der Vorsitzende Ralf Skopnik wenig Sorgen: Erst in diesem Jahr, bei den deutschen Jugendmeisterschaften in der Hansestadt, waren gleich drei Sportler aus dem Verein erfolgreich. Gold holten Julia Ulbricht im Speerwurf, Mara Häusler im Dreisprung und Timo Liedemit über die 800 Meter. „Wir wollen jetzt auch wieder international erfolgreich sein“, sagt Skopnik. Mit Mark Frank, der mittlerweile Speerwurf-Bundestrainer für die Frauen ist, soll an der Warnow ein neuer Leistungssport-Stützung aufgebaut werden. Die Talente sind da, die Trainer auch – „jetzt nehmen wir Kurs auf die Olympischen Spiele“, so Skopnik. „Wir sind auf dem richtigen Weg, unser Leistungssport-Konzept geht langsam auf.“ Das bestätigt auch Speerwurf-Ikone und Männer-Bundestrainer Boris Obergföll: „Die Arbeit, die in Rostock seit 20 Jahren geleistet wird, ist vorbildlich. Ohne Vereine wie den LAV würde es kaum noch erfolgreiche Leichtathletik in Deutschland geben.“

Konstant mehr als 1100 Mitglieder

Höher, schneller, weiter – das ist aber auch für die Verantwortlichen des Vereins nicht alles. „Ich bin als Mutter zum LAV gekommen. Mein großer Sohn hat damals Zehnkampf gemacht, mein kleiner war Hürdenläufer“, erzählt Vorstands- und Gründungsmitglied Heike Potschwadek. „Mich begeistert bis heute die positive Seite des Sports: Er holt die Kinder von der Straße. Sie finden neue Freunde, lernen Teamgeist kennen und haben Spaß.“ Der LAV gibt – wie alle anderen Vereine auch – Jungen und Mädchen in der Freizeit ein Zuhause. „Das hält sie von all dem Bösen fern – von Drogen, von Gewalt.“ Insgesamt 1100 Mitglieder hat der 1. LAV aktuell, sagt Geschäftsführerin Mandy Frank. „Die Zahl ist seit Jahren relativ konstant.“ Denn neben dem Leistungssport bietet der Verein auch Angebote im Gesundheitssport, für Senioren und all jene, die sich einfach in der Freizeit mal ein wenig bewegen wollen. Es muss ja nicht immer gleich Olympia sein ...

Andreas Meyer

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