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Rostock Rostocker OB-Kandidaten stehen fest – Zwei Bewerber nicht zugelassen
Mecklenburg Rostock Rostocker OB-Kandidaten stehen fest – Zwei Bewerber nicht zugelassen
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10:53 29.03.2019
Symbolbild: Wer schafft es bei der Wahl am 26. Mai auf den Chefsessel im Rostocker Rathaus?   Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

 Nun ist es offiziell: Neun Kandidaten werden bei der Wahl zum Rostocker Oberbürgermeister am 26. Mai antreten – ein Rollstuhlfahrer, eine Frau, zwei Senatoren, ein Kabarettist, ein Däne, ein Grüner, ein Schweißfachingenieur und der Personalchef des Rathauses. Das hat am Donnerstag der Rostocker Wahlausschuss beschlossen. Einen weiteren Bewerber lehnte das Gremium aus gesundheitlichen Gründen ab, ein zweiter zog seine Kandidatur zurück. Bis 11. April kann noch Beschwerde gegen die Entscheidung des Ausschusses eingelegt werden.

„Das ist absurd“, sagt Toralf Vetter (parteilos). Der 55-Jährige ist sauer, dass sich der Ausschuss einstimmig gegen seine Kandidatur ausgesprochen hat. Hintergrund: Laut Amtsärztin erfüllt Vetter nicht die gesundheitlichen Voraussetzungen zur Ernennung zum Beamten auf Zeit. „Dabei bin ich weder krank geschrieben noch habe ich psychische Probleme“, sagt Vetter.

Gemeindewahl-Leiter Robert Stach erklärt die Entscheidung: „Es geht darum, ob die siebenjährige Amtszeit erfüllt werden kann.“ Und daran hat die Amtsärztin bei Vetter offenbar Zweifel. „Das ist substanzlos“, sagt der Bewerber, der auf Nachfrage nicht weiter auf seine Krankengeschichte eingehen wollte. Nur: „Wenn einer der anderen OB-Kandidaten morgen umgefahren wird, kann er die Amtszeit auch nicht erfüllen.“ Von einer Beschwerde gegen die Entscheidung sieht Vetter jedoch ab. „Der Zug ist abgefahren.“

Ein Rollstuhlfahrer, eine Frau, zwei Senatoren, ein Kabarettist, ein Däne, ein Schweißfachingenieur und der Personalchef des Rathauses buhlen um das Erbe von Oberbürgermeister Roland Methling.

Bei einem weiteren Bewerber fehlte nach OZ-Information neben dem amtsärztlichen Gesundheitszeugnis auch das Führungszeugnis. Der Mann wollte für die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative antreten. Er hätte die fehlenden Unterlagen noch bis zum 4. April nachreichen können, zog seine Bewerbung aber kurzfristig zurück.

Zwei neue Bewerber

Für eine Überraschung sorgte zuletzt Kabarettist und Neurobiologe Tom Reimer (parteilos), als er Anfang März bei einer Podiumsdiskussion zur Kultur erstmals als OB-Kandidat in Erscheinung trat. Bei der Sitzung des Wahlausschusses präsentierten sich nun zwei weitere Bewerber der Öffentlichkeit: Invaliden-Rentner Matthias Bräuer (45, parteilos) und Edgar Schulze (58, parteilos), Schweißfachingenieur im Rostocker Steinkohlekraftwerk.

Bei Matthias Bräuer ist aus Spaß Ernst geworden: „Wir haben mal mit Freunden geflachst, dass ich ja OB werden könnte“, sagt der 45-Jährige. Nun wolle er es auch ausprobieren. „Das ich im Rollstuhl sitze, ist doch egal.“ Sein Ziel ist es, Rostock barrierefreier zu machen. „Wie oft habe ich selbst die Probleme. Da kann viel getan werden“, sagt Bräuer, der seit einem Arbeitsunfall im Jahr 1999 querschnittsgelähmt ist.

Edgar Schulze will die Stadtpolitik zum Besseren wenden: „Es gibt Sachen, die gut laufen. Der Schuldenabbau zum Beispiel. Aber vieles läuft eben auch nicht so gut“, begründet der Ingenieur seine Kandidatur. Aus seiner Sicht werde zu wenig für den sozialen Wohnungsbau getan. „Auch habe ich große Bedenken, dass für die Buga 2025 zu viel Geld verschleudert wird.“ Das Mega-Projekt sei bisher weder kritisch hinterfragt worden, noch seien die Bürger einbezogen worden. „Ich bin motiviert und im perfekten Alter“, sagt der 58-Jährige.

Schon länger bekannt sind die Bewerbungen von Kommunalpolitikerin Sybille Bachmann (Rostocker Bund), IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen (parteilos), Kommunalpolitiker Uwe Flachsmeyer (Grüne), Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD), Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) und dem Personalchef des Rathauses, Dirk Zierau (UFR).

241 Rostocker wollen in die Bürgerschaft

Für die Bürgerschaftswahl am 26. Mai hat der Rostocker Wahlausschuss am Donnerstag 241 Kandidaten zugelassen. Insgesamt treten zehn Parteien, vier Wählergruppen und sechs Einzelkandidaten an und bewerben sich um die insgesamt 53 Sitze.

Hier stellen sich die Rostocker Bürgermeister-Kandidaten vor: OZ-Foren zur Wahl

André Wornowski

Neun Bewerber buhlen um die Nachfolge von Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling. Die OZ organisiert verschiedene Veranstaltungen, damit die Leser herausfinden, wen sie wählen wollen.

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