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Rostock Eikboom baut Produktion aus
Mecklenburg Rostock Eikboom baut Produktion aus
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19:54 30.07.2019
Fähige Mitarbeiter sind das Wichtigste: Eikboom-Geschäftsführer Torsten Klement, der für das Foto an der Nähmaschine Platz genommen hat, und Alyssa Dürr, Raumausstatter-Azubi im zweiten Lehrjahr. Quelle: Gerald Kleine Wördemann
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Rostock

Das Rostocker Traditionsunternehmen Eikboom vergrößert sich: Wegen der guten Auftragslage erweitert Geschäftsführer Torsten Klement die Produktion. Die 1956 gegründete Firma dürfte eine der vielseitigsten in Norddeutschland sein: Die Rostocker richten Kreuzfahrtschiffe, Hotels und Arztpraxen ein, sie beliefern die Automobilindustrie mit passgenauen Kunststoffteilen für Wohnmobile und bauen Gondeln für Windräder.

220 000 Euro Fördermittel

Sowohl am Stammsitz im Krischanweg als auch im Werk im Seehafen entstehen zusätzliche Flächen. Insgesamt 800 000 Euro investiert das Unternehmen, einschließlich 220 000 Euro Fördermittel, die das Land aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ beisteuert. 48 bestehende Arbeitsplätze werden so gesichert, fünf zusätzliche entstehen, sagt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). „Die Eikboom GmbH hat sich einen guten Namen erarbeitet“, lobt der Politiker.

Vom VEB zur GmbH

Daran ist seit dreieinhalb Jahrzehnten Torsten Klement maßgeblich beteiligt. Der heute 63-Jährige war damals stellvertretender Betriebsleiter, die Firma eine „Produktionsgenossenschaft des Handwerks“ (PGH), und wenig später ein „Volkseigener Betrieb“ (VEB). „Wir haben alle großen Werften beliefert“, sagt Klement. Mit der Marktwirtschaft wurde Eikboom dann zur GmbH. Betriebsteile wie die eigene Möbelherstellung und die Produktion von Abdeckplanen schafften den Sprung in die neue Zeit nicht. Dafür lief es für die Geschäftsfelder mit den glasfaserverstärkten Kunststoffen und dem Innenausbau um so besser.

Ausstattung für Sparkassen und Schiffe

Alle Ospa-Filialen richtete Eikboom nach der Wende ein. Sämtliche Flusskreuzfahrtschiffe der Reederei Viking, die auf der Rostocker Viking-Werft gebaut wurden, verdanken ihr schickes Innenleben Torsten Klement und seinen Mitarbeitern. Bei den ersten beiden Flusskreuzfahrtschiffen, die auf den MV Werften entstanden, war Eikboom dabei. Für die neuen Global-Class-Riesenkreuzfahrtschiffe sind die Rostocker im Gespräch – als möglicher Unterlieferant für einen finnischen Generalauftragnehmer, der die Inneneinrichtung für Restaurants, Kinos und Casinos übernimmt. „Solche Aufträge werden über den Weltmarkt vergeben“, sagt Klement.

In der neuen Werkstatt im Krischanweg rattern die Nähmaschinen. Alyssa Dürr (23), Raumausstatter-Azubi im zweiten Lehrjahr lässt silbrig-graue Stoffbahnen durch ihre Hände gleiten – Vorhänge für ein Kreuzfahrtschiff, das gerade auf der Meyer Werft in Papenburg generalüberholt wird. Bei solchen Aufträgen muss alles sehr schnell gehen und am Ende trotzdem passen. „Das ist nicht wie bei einem Haus“, erklärt Geschäftsführer Klement. „Ein Schiff wird immer zum Abgabetermin fertig. Und wenn nicht, fahren unsere Leute mit und arbeiten weiter.“

Allrounder mit hoher Wertschöpfung

In der Kunststoffproduktion im Seehafen geht demnächst ein neues, Fünf-Achsen-CNC-Bearbeitungszentrum in Betrieb. Das Unternehmen will sich vom reinen Auftragsfertiger hin zum Allround-Spezialisten mit höherer Fertigungstiefe entwickeln. „Wir steigern die Wertschöpfung“, sagt Klement. Den Wegfall des Großkunden Nordex vor ein paar Jahren konnte Eikboom gut verkraften. Im Auf und Ab der Windkraft-Industrie bot das wachsende Wohnmobil-Geschäft neue Perspektiven. Inzwischen ist Eikboom A-Lieferant des Herstellers Knaus-Tabbert. Der Wechsel war kein Selbstläufer, erklärt der Chef. Die Qualitätsanforderungen in der Automobilindustrie seien noch einmal höher. Windrad-Gondeln baut Eikboom aber noch wie vor, für das Rostocker Unternehmen Eno Energy.

Maschinen gegen den Fachkräftemangel

„Du brauchst gute Leute, wenn du so einen Gemischtwarenladen führst“, sagt Klement, dessen Sohn Gunnar das Unternehmen in den kommenden Jahren übernehmen soll. Fähige Mitarbeiter zu finden, werde aber immer schwieriger. Die neuen Maschinen, die im Zuge mit der Investition angeschafft werden, dienen daher auch zur Automatisierung – um die knappe, menschliche Arbeitskraft möglichst effektiv zu nutzen. Was die Zukunft angeht, macht sich Klement jedenfalls keine Sorgen. Als Mittelständler habe man bisher noch immer alle neuen Herausforderungen gemeistert.

Gerald Kleine Wördemann

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