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Rostock Rostocker kämpfen gegen Bienensterben
Mecklenburg Rostock Rostocker kämpfen gegen Bienensterben
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15:44 29.07.2019
Das Rostocker Grünamt hat an mehreren Standorten bienenfreundliche Blühwiesen angelegt, unter anderem vor der Rostocker Kunsthalle. Quelle: Kerstin Eisermann
Rostock

In vielen Gärten finden sich lediglich kurze Grashalme, keine bunte Blüte ist in Sicht, außerhalb der Städte reiht sich ein riesiges Acker an das nächste – kilometerweit. Das ist Gift für die heimischen Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln. Sie leiden, genau wie alle anderen Insekten, nicht nur unter dem Klimawandel, sondern auch am Verschwinden von Grünstreifen und Wildblumen.

Auch in Rostock ist von dem Insektensterben betroffen, jedoch geben Stadt und Bürger ihr Bestes, um die Bienen zu schützen: Mehrere Kleingartenanlagen haben bienenfreundliche Gärten angelegt und das Grünamt sorgt dafür, das in der gesamten Stadt blühende Pflanzen zu finden sind.

Grünamt sorgt für 10 000 Quadratmeter blühende Wiesen

Dass der Naturschutz auch schön anzusehen sein kann, beweisen im Moment die rund 10 000 Quadratmeter Blühwiesen, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. „Wir haben letztes Jahr die ersten Wiesen angelegt und in diesem auf weiteren 4850 Quadratmetern Blumen gepflanzt“, erzählt Kerstin Eisermann aus dem Grünamt. Insgesamt sind jetzt an 15 Stellen blühender Mohn, Kornblumen und verschiedene Kräuter zu finden – häufig auf Wunsch der Anwohner.

„Die Rückmeldungen waren alle positiv“, erzählt Eisermann. Viele Bürger fragten auch nach der Saatmischung, um selbst den Garten zu verschönern. „Wir bekommen auch Anrufe aus anderen Gemeinden, die sich Anregungen bei uns holen wollen“, so Eisermann. Auch die Imker seien erfreut und beteiligten sich: „Manche Imker haben an den Wiesen dann selbst noch bienenfreundliche Blumen gesät.“ Zunächst einmal ist man zufrieden: „Es ist wichtig, dass man die Problematik in das Bewusstsein gerückt hat“. Im Moment arbeite man außerdem an einer Bürgerschaftsvorlage mit dem vielsagenden Titel „Blühende und bienenfreundliche Hanse- und Universitätsstadt Rostock“.

Imker macht Gartenanlagen fit für Bienen

Auch in den Kleingärten der Hansestadt kümmert man sich um die Bienen: Der Verband der Gartenfreunde betreibt nicht nur einen Bienen-Informations-Garten, sondern hat auch einen hauseigenen Imker, Rüdiger Vick. Auch er hat einen Veränderung im Umgang mit den Insekten bemerkt: „Die Sensibilisierung der Leute wirkt sich aus. Mittlerweile achten die Leute viel stärker darauf, welche Insekten in ihren Gärten zu finden sind.“

Um die Bedingungen für die Bienen weiter zu verbessern, wirbt er dafür, Küchenkräuter wie Thymian und Basilikum in den Gärten anzubauen. Die dienen auch den Bienen und Hummeln als Nahrungsquelle. Auch Bienenhotels seien eine gute Sache, die könne man auch selbst aus einer Blechdose und abgeschnittenem Schilf bauen. Wichtig dabei: „Die Kanten müssen glatt sein, damit die Pollen nicht draußen abgestriffen werden“, betont Vick.

Dass im Moment vermehrt tote Hummeln und Wildbienen gefunden werde, liegt an der Jahreszeit, beruhigt Vick: „Es gibt nicht mehr genug Nahrung für alle. Bei den Hummeln überwintern nur die Königinnen, alle anderen sterben nun mal.“

Klimawandel und Landwirtschaft sind Übeltäter

Dass in Rostock etwas für die Bienen getan wird, könnte sich als Tropfen auf dem heißen Stein erweisen. „Es gibt 560 Wildbienenarten mit 40 Hummelarten. Davon sind bereits sechs Prozent ausgestorben, sieben davon bedroht und rund 40 Prozent sind gefährdet“, zählt Silvia Bender, Expertin für Biodiversität beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) auf. Insgesamt steht etwa die Hälfte aller Insektenarten auf der Roten Liste, für ein Viertel kommt jede Hilfe zu spät – sie sind bereits ausgestorben. Dafür gibt es mehrere Gründe: Nicht nur der Klimawandel setze den Insekten zu, auch die Landwirtschaft mit dem massiven Einsatz von Pestiziden und dem Abbau von Randstreifen schade ihnen.

„Bei der Zulassung von Pestiziden wird nur die direkte toxische Wirkung untersucht, Langzeitfolgen oder Wirkungen ohne direkt eintretenden Tod werden nicht berücksichtigt“, kritisiert Bender. Das führe beispielsweise dazu, dass Bienen ihren Orientierungssinn verlieren und nicht mehr zurückfinden – mit dramatischen Folgen für den Bestand. Noch gibt es aber Hoffnung: „Das Sterben ist ganz sicher aufzuhalten“, so Bender. Jedoch reiche die Reduzierung von Pestiziden und der Aufbau von Grünflächen zwischen Äckern nicht aus: „Wir brauchen mehr politische Unterstützung und Vorgaben.“

Bienen- und Hummelhilfe für jedermann

Auch als Privatperson kann man einiges tun, um den Bienen und Hummeln zu helfen. Linda Quatember, gelernte Imkerin und Mitarbeiterin der Bienenzuchtstation in Bentin rät: „Gerade was die Gärten betrifft, sollte man darauf achten, dass man keinen sterilen Rasen hat, sondern auch ein paar Blühpflanzen stehen lässt.“ Allerdings seien Zierpflanzen für die Insekten uninteressant, Wildblumen böten mehr Nahrung.

Wichtig ist, dass man den Bienen keinen Honig gibt: „Darüber können Krankheiten übertragen werden. Das schadet mehr als es nützt“, sagt Quatember. Besser sei es, eine Schale mit Wasser als Tränke bereitzustellen. Ein wenig Stroh dient den Insekten als Schwimmer, damit sie nicht ertrinken.

Jana Schubert

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