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Rostock Rostocker räumt auf: „Ich möchte in einer sauberen Stadt leben“
Mecklenburg Rostock Rostocker räumt auf: „Ich möchte in einer sauberen Stadt leben“
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16:09 02.07.2019
André Graeber ruft zu einer Aufräumaktion auf, um die Stadt sauber zu halten. Quelle: Anh Tran
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Rostock

André Graeber wohnt erst seit November in Rostock. Trotzdem fühlt er sich bereits wohl in der Hansestadt. „Ich habe viele Kontakte geschlossen und möchte gerne meinen Lebensabschluss hier verbringen“, sagt der gebürtige Brandenburger. Deshalb möchte er sich engagieren – sein Ziel: eine saubere Stadt. Seine Idee ist ein gemeinsames Müllsammeln. Für den 13. Juli plant Greaber eine Aufräumaktion. „Ich möchte, dass wir zusammen losziehen und Müll von der Straße sammeln “, erklärt er. Start ist am Warnemünder Bahnhof um 10 Uhr.

„Wenn ich überall Müll sehe, wird mir unwohl“

Schon einmal rief Graeber zur gemeinsamen Stadtsäuberung auf. Damals gab es nur wenig Resonanz. „Leider sind nur zwei Leute aufgetaucht“, erzählt er. Diesmal will der 37-Jährige mehr Menschen erreichen: „Ich bin aktuell im Gespräch mit Stadtvertretern und ich möchte auch die RSAG einspannen, um die Fahrtkosten für die Teilnehmer gering zu halten.“ Auch Jugendliche der örtlichen „Fridays for Future“-Bewegung will er dabei haben. Rostock sei eine sehr schöne Stadt, betont André Graeber. Der freiberufliche Trauerredner habe schon in vielen Teilen Deutschlands gelebt, fühle sich hier aber bisher am wohlsten. Trotzdem mangele es der Stadt an Sauberkeit, findet er: „Wenn ich durch die Stadt laufe und überall Müll sehe, wird mit richtig unwohl.“ Besonders die vielen Zigarettenstummel auf dem Boden stören ihn.

Gerade viel besuchte Gegenden, wie Warnemünde, seien betroffen, sagt Graeber. Es gebe dort nicht genügend Mülleimer. „Wo sollen Touristen ihren Abfall denn sonst auch hinwerfen, wenn man den nirgends entsorgen kann?“, fragt er. „Ich habe auch den Eindruck, dass die Stadtentsorgung überfordert ist.“ Mit dem Aufruf zum Müllsammeln hofft André Graeber, Gleichgesinnte zu finden: „Ich möchte solche Aktionen gerne alle drei Wochen machen, mehr Kontakte knüpfen und Leute treffen, die wie ich denken.“

Im Müll: Kleidung, Spiegel, Zahnbürsten

Die Mitglieder von „Green Hands“ teilen Graebers Meinung. Der zehnköpfige, aus Studenten bestehende Verein trifft sich bereits jeden Sonntag zum Aufräumen. Die 21-Jährige Nadja Reinecke ist immer dabei. Sie berichtet: „Unsere Aktionen sind simpel organisiert. Wir treffen uns einfach an einem Punkt, räumen dort auf und ziehen weiter, bis unsere Müllbeutel voll sind oder wir einfach keine Energie mehr haben.“

Bei den Sammelaktionen finden die Mitglieder alle möglichen Dinge. „Wir hatten in letzter Zeit Nagellack, Spiegel, Zahnbürsten, und Klamotten, die nagelneu aussahen. Selbst Silvesterböller waren nach einem halben Jahr noch dabei“, berichtet Reinecke. Was viele ihrer Meinung auch unterschätzen: Zigarettenstummel und Mikroplastik verunreinigen das Grundwasser und den Boden.

Sowohl André Graeber als auch die „Green Hands“-Mitglieder wollen mit ihren Aufräumaktionen ein besseres Bewusstsein für Müllentsorgung und Nachhaltigkeit schaffen. „Ich möchte, dass sich mehr Leute selbstständig einen Müllsack schnappen, durch die Stadt gehen und Abfall sammeln“, wünscht sich Graeber. Aber auch eine besser aufgestellte Stadtentsorgung sei nötig, findet er.

Das Bewusstsein der Menschen ändern

„Mehr Mülleimer und Aschenbecher aufzustellen wäre ein Anfang“, sagt Nadja Reinecke. Ihr Verein möchte in Zukunft auch Aufklärungsarbeit leisten. Aktuell nutze sie viel Social Media und ihren Blog, um Leuten zu zeigen, wie einfach ein nachhaltiger Lebensstil sein könne. Auch ein Unverpacktladen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, in dem Lebensmittel ohne Verpackungen gekauft werden können, sei in Planung.

Wer sich für eine saubere Hansestadt einsetzen möchte, kann sich bei André Graeber unter Tel. 0 15 22 / 1 33 46 89 melden und sich über seine anstehende Aufräumaktion informieren. Für Interessierte der Sammelaktionen von „Green Hands“ steht Nadja Reinecke auf ihrem Blog im Internet auf www.nadjasgreenliving.com zur Verfügung.

Anh Tran

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