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Rostock Rostocker zeigen Flagge gegen Gewalt an Frauen
Mecklenburg Rostock Rostocker zeigen Flagge gegen Gewalt an Frauen
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17:05 25.11.2019
Zeichen setzen zur Aktionswoche gegen die Gewalt an Frauen: Ulrike Bartel und Cathleen Kiefert-Demuth hissen eine Fahne vor dem Rostocker Rathaus. Quelle: Claudia Labude-Gericke
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Rostock

Die Zahlen sind erschreckend: Über 82 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt sind Frauen. Außerdem wird jede dritte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Opfer von Gewalt. Das sei laut des Bundesfamilienministeriums das Ergebnis neuester Dunkelfeldstudien.

„Auf Rostock runtergerechnet wären das 30 478 Frauen“, sagt Cathleen Kiefert-Demuth. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hisste die Rostocker Gleichstellungsbeauftragte deshalb am Montag zusammen mit vielen Unterstützern aus Vereinen und Verbänden eine Fahne. „Nein zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“, steht darauf zu lesen.

„Es geht darum, ein Zeichen zu setzen, dass es okay ist, sich Hilfe zu holen. Niemand muss Gewalt ertragen und auch das Umfeld sollte nicht wegsehen“, so Kiefert-Demuth. Wenn Alarmzeichen rechtzeitig erkannt würden, könnten Hilfsangebote vermittelt und die Scheu vor Beratungsstellen genommen werden.

Frauenhaus braucht mehr Platz und Barrierefreiheit

In Rostock haben im vergangenen Jahr 943 Frauen Hilfe und Beratung gesucht. „Die Zahlen steigen“, sagt Ulrike Bartel, Vorsitzende vom Verein „Frauen helfen Frauen“. Das bedeute aber nicht, dass mehr passiert – „es wird auch besser hingeschaut und immer mehr Frauen trauen sich, Gewalt zu beenden und sich Hilfe zu holen“.

Für die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen bedeute das aber auch mehr Arbeit. „Wir kommen an die Kapazitätsgrenze“, so Bartel. Elf Zimmer hätte das Rostocker Frauenhaus derzeit. „Und die Frauen dürfen so lange bleiben, wie sie Hilfe benötigen.“ Experten würden aber einen Platz pro 10 000 Einwohner empfehlen – also mehr als 20 für das Frauenhaus der Hansestadt.

Neben der zu geringen Kapazität sei auch die nicht vorhandene Barrierefreiheit ein Problem. „Wenn eine Frau mit Rollstuhl zu uns kommt, müssen wir sie woanders unterbringen“, sagt Bartel. Mit der Stadt gebe es deshalb bereits Verhandlungen über einen barrierefreien Neubau.

Ein Licht für jedes Gewaltopfer

Die Formen von Gewalt gegen Frauen seien vielfältig und reichen von körperlichen oder verbalen Attacken bis hin zu ökonomischer Gewalt. Auf dem Doberaner Platz sollen am Dienstag um 17 Uhr Lichter angezündet werden. Jedes davon steht für eine Frau, die im vergangenen Jahr in der Hansestadt Hilfe gesucht hat, weil sie Opfer von Gewalt geworden ist.

Im LiWu, Friedrichstraße 23, wird am Mittwoch ab 20 Uhr der Dokumentarfilm „Unter aller Augen“ gezeigt, der über Frauen aus Afrika, Asien und Europa berichtet, die sich von Gewalt befreien konnten. Anschließend findet ein Gespräch mit der Regisseurin Claudia Schmid statt.

Von Claudia Labude-Gericke

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