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Rostock Rostocker Bodypainterin startet bei der WM
Mecklenburg Rostock Rostocker Bodypainterin startet bei der WM
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15:55 10.07.2019
Claudia Kraemer aus Rostock ist ein echtes Talent mit Pinsel und Farbe. Statt auf der Leinwand arbeitet sie aber auf Körpern. Quelle: ROBERT SCHWEMIN
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Rostock

Eine Erkältung – ausgerechnet jetzt. Die Stimme von Claudia Kraemer ist fast weg. Zum Glück braucht die Rostockerin am Freitag vor allem ihre ruhigen Hände und den Blick fürs Detail. Schließlich ist die Bodypainterin aus der Hansestadt bei der Weltmeisterschaft ihrer Kunst in Klagenfurt wieder auf Titelmission.

Ganz früh am Mittwochmorgen machte sich Kraemer zusammen mit ihrem Mann Robert Schwemin auf die 1100 Kilometer lange Strecke zum Austragungsort in Österreich. Der Liebste unterstützt sie dabei nicht nur als Fahrer und moralisch, sondern hält als Fotograf auch alles für die Ewigkeit fest.

Seit 2011 beim internationalen Wettstreit dabei

Seit 2011 misst sich Kraemer jährlich bei diesem Wettstreit der Weltspitze. „Höhepunkte waren natürlich die Titelgewinne – 2015 für mein Facepainting und 2016 in der Kategorie UV, bei der wir fluoreszierende Theaterfarbe genutzt haben“, sagt die 38-Jährige, die neben den beiden Weltmeistertiteln schon zahlreiche weitere nationale und internationale Preise geholt hat.

Die Besonderheit von Bodypainterin Claudia Kraemer ist ihr feiner Pinselstrich.

Auch bei den WM in Klagenfurt stand sie mehrfach auf dem Treppchen, erreichte im vergangenen Jahr den dritten Platz in der Kategorie Facepainting, also Gesichtsbemalung.

Ein halbes Jahr Vorbereitung mit Berliner Künstler

In diesem Jahr startet Kraemer nicht allein, sondern zusammen mit einem weiteren Künstler – Enrico Leim aus Berlin. Es ist nicht das erste Mal, dass die Rostockerin im Duett die Pinsel schwingt. 2017 erreichte sie im Team mit Gert Leeftink aus den Niederlanden den zweiten Platz in der UV-Kategorie.

Die Vorbereitung auf die diesjährige Teilnahme war mit einem halben Jahr nicht nur lang, sondern durch die Abstimmung mit dem Kollegen aus der Bundeshauptstadt auch aufwendig. „Mit guter Planung und einem eingespielten Team klappt das aber auch ohne dass man sich öfter zu Proben trifft“, sagt die Rostockerin. Nachdem der Entwurf stand, hätte es jeweils eine Vor-, Haupt- sowie Generalprobe gegeben.

„Galactic Zoo“ lautet das Motto

Sechs Stunden bleiben beiden am Freitag für das perfekte Kunstwerk in der Kategorie „Bodypainting Team Show“. Die Wettbewerbsteilnehmer arbeiten dabei auf engstem Raum – in jeweils drei mal drei Meter großen Zelten, die sich zwei Künstler teilen. Das Motto ist vorgegeben und lautet diesmal „Galactic Zoo“.

Was sie genau auf die Haut ihres Models zaubern werden, will die Künstlerin im Vorfeld nicht verraten. Nur, dass sie beim Packen an viele Kleinigkeiten zu denken hatte, da auch Technik für die Show mitgenommen werden musste. Insgesamt besteht das Team aus fünf Mitgliedern: Neben Claudia Kraemer und Robert Schwemin sowie Enrico Leim sind zwei Models und ein Lichttechniker mit dabei.

Schließlich muss das Kunstwerk nicht nur still stehend gezeigt, sondern auch ansprechend präsentiert werden, um Bestwerte zu erzielen. „Dann wird auch meine Stimme kurz gebraucht“, blickt Kraemer voraus. Das zweite Model sei Teil der geplanten Show, würde aber nicht bemalt, macht die Rostockerin neugierig. Auf Facebook können Neugierige einen Livestream des Wettbewerbs verfolgen.

Gegen 23 Uhr am Abend ist die Siegerehrung geplant. Für alle Beteiligten, die um 11.30 Uhr mit der Arbeit anfangen, werden es also lange Tage.

Babybäuche mit gemalten Ultraschallbildern verschönert

Dennoch zieht es Kraemer immer wieder nach Klagenfurt an den Wörthersee. „Es sind die große Anzahl von Künstlern aus aller Welt, der Spirit und natürlich auch das hohe Niveau, die das Besondere der Weltmeisterschaften ausmachen“, sagt die Mutter einer Tochter, die neben ihren WM-Teilnahmen regelmäßig Kundenwünsche erfüllt oder auf Festen Kinder schminkt.

Schließlich hat es damit auch angefangen: Nach einer Lehre als Groß- und Einzelhandelskauffrau arbeitete Kraemer als Kinderbetreuerin. „Irgendwann lagen da Farben zum Kinderschminken auf dem Tisch. Ich hab es von Anfang an geliebt und bin dabei geblieben“, blickt die Autodidaktin zurück. Seit 2008 ist sie mit dieser Kunst sogar selbstständig und verwandelt dabei nicht nur Gesichter, sondern auch Babybäuche. Und das sogar mit detailgetreuer Zeichnung von Ultraschallbildern.

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