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Rostock Wird Rostocks Buga zum Europa-Fest?
Mecklenburg Rostock Wird Rostocks Buga zum Europa-Fest?
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04:39 06.06.2019
Die Buga 2025 in Rostock ist begehrt: Außenstandorte könnten im IGA-Park, am Schnatermann, im Schweriner Museum Mueß, in Güstrow, am Tiefwarensee sowie rund um das Doberaner Münster entstehen (von oben links im Uhrzeigersinn) Quelle: IGA Park Rostock, dpa, Norbert Fellechner, Bernd Wüstneck, Jens Büttner
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Rostock

Die Bundesgartenschau (Buga) soll 2025 nicht nur die Hansestadt erblühen lassen. Immer wieder erhält das Rathaus Bewerbungen aus anderen Städten und Gemeinden, die sich für das Großereignis als Außenstandorte anbieten wollen. Neben Güstrow sind mittlerweile auch Bad Doberan, Schwerin sowie Waren/Müritz im Gespräch.

Laut Stadt-Sprecher Ulrich Kunze könnte die Rostocker Buga sogar Grenzen überschreiten: „Es gibt die Idee, unsere dänische Partnerkommune Guldborgsund einzubeziehen“, sagt er. Bis zum Jahresende soll ein Konzept entwickelt werden, das auch Bewertungskriterien für mögliche Außenstandorte enthält. Aktuell würden alle eingehenden Bewerbungen erst einmal im Büro des Oberbürgermeisters gesammelt.

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Doberan hofft auf Entwicklungsschub und Touristen

Die Bewerber, die um Rostocks Zusage buhlen, versprechen sich viel von einer möglichen Buga-Beteiligung. Für Bad Doberans neuen Bürgermeister Jochen Arenz war die Bewerbung eine seiner ersten Amtshandlungen. „Wir haben so ein wunderschönes Klostergelände, das sich perfekt dafür anbietet. Eine solche Schau könnte unsere Stadt weiterentwickeln und auch touristisch weit nach vorn bringen“, so Arenz.

Bad Doberan könnte bei einer Zusage für 2025 zum zweiten Mal Außenstelle einer Rostocker Gartenschau werden. Schon 2003 bei der Iga gab es eine Zusammenarbeit. Münster-Kustos Martin Heider hat schon vor 16 Jahren thematisch passende Führungen durch das Gotteshaus angeboten. „Wir haben überall Pflanzen im Münster, in den Kalkstuck-Schmuckbändern, im Schnitzwerk der Altäre, im Gestühl – und alle Pflanzen haben theologische Bedeutung“, so Heider. Zudem sei der gesamte Landschaftspark um das Münster herum, der eine lange Tradition besitzt, wie prädestiniert für die Themen der Gartenschau.

Güstrow will alte Landesgartenschau-Pläne umsetzen

Positive Effekte erhofft sich auch die Barlachstadt Güstrow, die im vergangenen Jahr als erste Kommune Interesse an einer Beteiligung beim Rostocker Großereignis angemeldet hatte. „Wir haben schon gute Erfahrungen als Außenstelle der Schweriner Buga gemacht“, sagt Güstrows Tourismuschefin Anett Zimmermann. Da es mit der Bewerbung der Stadt um die Landesgartenschau nicht geklappt hätte, könnten Teile des Konzeptes jetzt vielleicht auf diesem Wege umgesetzt werden. „Zum Beispiel die Belebung des Rosengartens“, so Zimmermann.

Das Schweriner Freilichtmuseum Mueß befindet sich laut seiner Leiterin Gesine Kröhnert gerade in einer Phase, in der es touristisch ertüchtigt werden soll. „Außenstandort der Rostocker Buga zu sein, würde dabei perfekt passen“, sagt Kröhnert. Auch thematisch seien einige Parallelen gegeben: „Wir zeigen hier Volks- und Naturkunde, von der Imkerei über die ländliche Lebensweise bis zu Gartenstrukturen“, wirbt die Leiterin für ihr Museum.

Außenstandorte kein Ersatz für Rostocker Projekte

Die Hansestadt Rostock ist den bisherigen Bewerbern gegenüber nicht abgeneigt. „Letztlich soll es darum gehen, die Buga 2025 ins ganze Land zu tragen und inhaltliche Synergien zu entwickeln“, sagt Kunze. Kritikern, die der Stadt vorwerfen, nach dem Aus einiger großer Vorhaben in Rostock nun mehr auf die Außenstellen anstelle eigener Höhepunkte zu setzen, hält der Sprecher entgegen: „Außenstandorte ergänzen eine Buga und betten sie regional ein. Sie sollen keine Schwerpunkte kompensieren oder gar ersetzen.“

Mehr als Aufmerksamkeit und Besucher könnten die Bewerber von der Hansestadt sowieso nicht erwarten – zumindest nicht in finanzieller Hinsicht: „Vom Grundsatz her tragen Außenstandorte ihre Kosten eigenständig oder über gesonderte Förderungen zur Entwicklung ihres Standortes“, so Kunze.

Brücken-Auftrag soll im September vergeben werden

Vonseiten der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG) gibt es keine Vorgaben für die ausrichtenden Städte: „Was die Zahl an Außenstandorten betrifft, geben wir keine Regeln oder Grenzen vor – Schwerin hatte vor zehn Jahren ja gut 30 und für die Buga 2021 in Erfurt konnten 27 Außenstandorte gewonnen werden“, sagt Geschäftsführer Jochen Sandner. Die DBG helfe aber gern mit ihren Erfahrungswerten, „auch wenn die Entscheidung über die Außenstellen den jeweiligen Gesellschaften vor Ort obliegt“.

In der Hansestadt selbst sind neben dem Stadthafen und dem Warnow-Rund ebenfalls weitere Veranstaltungsorte vorgesehen – zum Beispiel der Iga-Park, der Schnatermann sowie die Rostocker Heide.

Die Planungen für Rostocks einzelne Vorhaben laufen unermüdlich weiter. Passend zum aktuellen Arbeitstitel „Brückenschlag in die Zukunft“ geht es vor allem bei den Warnowquerungen voran: So soll die Auftragsvergabe für die Brücke zwischen Stadthafen und Gehlsdorfer Ufer im September erfolgen. Und für die geplante kleine Brücke zwischen Holzhalbinsel und Osthafen ist die Vermessung bereits beauftragt.

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Claudia Labude-Gericke

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