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Rostock Rostocks Burger-Meister eröffnet Bar
Mecklenburg Rostock Rostocks Burger-Meister eröffnet Bar
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05:30 14.09.2018
Mit dem „Burger & Beer-House“ hat sich Jan Schernau einen Traum erfüllt – und seinen Stammgästen vom Liberty Delis wohl auch. Quelle: Antje Bernstein
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Rostock

Auf diesen Termin sind Fans US-amerikanischer Küche heiß: Ab Sonnabend können sie ihren Appetit auf handgemachte Burger und knusprige Pommes in der Faulen Straße 13 stillen. Hier eröffnen Jan und Claudia Schernau ihr „Burger & Beer-House“. Bis vor Kurzem war an gleicher Stelle noch das „Hemingway“ zu finden. Dessen Inhaber gaben ihr Geschäft auf. Zufällig erfuhr Jan Schernau davon – und schnappte sich das Lokal. Er erfüllt sich damit einen Traum. „Genau so etwas haben wir immer gesucht.“

Als Jan Schernau und seine Frau vor gut sechs Jahren mit ihren drei Kindern von Berlin nach Rostock ziehen, wollen sie eigentlich in Warnemünde einen Burgerladen eröffnen. Stattdessen machen sie sich mit dem Liberty Delis selbständig. Inzwischen ist der Stehimbiss in der Kröpeliner Straße bei Kennern Kult. Bessere Burger als hier gibt es in Rostock nirgendwo, schwärmen die Stammgäste. Ihnen will Jan Schernau in seinem „Burger & Beer-House“ neben gutem Essen eine gehörige Portion US-amerikanischen Rockabilly-Lifestyle auftischen.

Oldtimer-Teile als Wanddeko, Wasserhähne als Lampen

Eineinhalb Monate lang hat Jan Schernau mit Freunden und Familie Küche und Gastraum im früheren „Hemingway“ buchstäblich auf den Kopf gestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Hochglanzpolierter Chrom trifft auf patinierten Industrie-Chick und rustikale Holzmöbel. Statt mit 08-15-Deko hat Jan Schernau seine Bar mit authentischen Schmuckstücken aufgehübscht. An den Wänden hängen Kühlergrills, Frontmasken und Radkappen seiner Oldtimer. Alte Wasserhähne hat Schernau zu stylischen Lampen umgebaut und die Ami-Schlitten seiner Kumpel als Sepia-Fotografien verewigt. In jedem Winkel lässt sich ablesen: Hier ist ein Schrauber mit Herz für Details am Werk. Jedes Teil erzählt eine Geschichte. Wer einen American Diner erwartet, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Denn Klischees erfüllen, das ist nicht Schernaus Ding. „Jukebox und Dinerbank – das macht doch jeder. Außerdem hab’ ich das alles selbst zu Hause. In meinem Laden will ich das nicht.“ Hier setzt Schernau konsequent auf Südstaatenflair. Die Fenster sind mit Folien beklebt, die an Saloontüren erinnern. Radio Amarillo, Schernaus Lieblingssender, spielt die Hits von Johnny Cash und Co.

Fassbier und Longdrinks auf die amerikanische Art

Manche Idee, wie die Popcornmaschine, hat Rostocks Burger-Cowboy bei der Konkurrenz aufgeschnappt. „Ich muss das Rad nicht neu erfinden“, sagt Jan Schernau. Trotzdem wird nichts kopiert, sondern so abgewandelt, dass es zu Jan und Claudia Schernau passt. „Wir wollen sagen können: Das sind wir.“ Individualität ist Jan Schernau auch auf der Speisekarte wichtig. 15 hausgemachte Burger stehen darauf. Die gibt es so sonst nirgends – nicht mal im Delis. Für die heißen Happen hat Schernau sogar Spezialbrötchen beim Grubenbäcker in Auftrag gegeben.

Ein optischer Leckerbissen sind die Menükarten. Sie haften auf Skateboard-Decks. Die Fassbier-Auswahl lässt Schernau auf Schallplatten drucken. Wer Cocktails schlürfen will, ist in der Bar allerdings verkehrt. Die hochwertigen Whiskeys, Wodkas und Gins, die sich hinterm Tresen im Regal aufreihen, serviert Jan Schernau pur oder als Longdrinks. Letztere genau so, wie er es aus den Staaten kennt: Spirituose und Softdrink kommen separat an den Tisch, der Gast mischt sie selbst zusammen. Wer es weniger hochprozentig mag, dem stehen Kaffee, Tee und ab Herbst auch Milchshakes zur Wahl. „Wir fangen erstmal mit einer Rumpfkarte an, die muss sitzen.“ Deshalb werden auch alle Gerichte heute nochmal probegekocht.

Neue Öffnungszeiten für Liberty Delis

Den Sonnabend kann Jan Schernau kaum erwarten. „Ich bin total euphorisch, dass es jetzt endlich losgeht.“ Um 12 Uhr will er die Bartür für seine ersten Gäste aufsperren. Das nächste Projekt hat der Burger-Meister indes schon im Hinterkopf: Im Frühjahr will Jan Schernau die Terrasse des Lokals aufmotzen. Vorher ist sein Liberty Delis dran. Die Stehküche bekommt eine neue Zapfanlage. Der Imbiss ändert zudem seine Öffnungszeiten: Ab kommender Woche ist er dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Damit fallen die zwei umsatzstarken Stunden am Abend weg. Schernau hofft, dass seine Gäste sich darauf einlassen. Am Delis will er nämlich unbedingt festhalten. „Aber die Zahlen müssen stimmen. Im Frühjahr werden die Karten neu gemischt. Dann sehen wir weiter.“ Dass Tische in seiner Burger-Bar leer bleiben könnten, braucht Jan Schernau wohl kaum zu befürchten. In den sozialen Netzwerken fiebern massenhaft Liberty Delis-Fans der Eröffnung entgegen.

„Burger & Beer-House“: Faule Straße 13, geöffnet Di-So ab 17 Uhr

Bernstein Antje

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