Rostocks Impfzentrum in der Hanse Messe muss schließen: Wie geht’s weiter?
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Rostock Rostocks Impfzentrum in der Hanse Messe muss bald schließen: Wie geht’s dann weiter?
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Rostocks Impfzentrum in der Hanse Messe muss schließen: Wie geht’s weiter?

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08:39 20.07.2021
Im Impfzentrum in der Hanse Messe gibt es in dieser Woche noch freie Impftermine.
Im Impfzentrum in der Hanse Messe gibt es in dieser Woche noch freie Impftermine. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Tausende Corona-Schutzimpfungen werden täglich im Nordosten verabreicht – ein Großteil davon in den 17 Impfzentren im Land. Allein im Rostocker Impfzentrum in der Hanse Messe in Schmarl haben bereits mehr als 68 000 Menschen ihre Erstimpfung bekommen. Rund 54 000 Menschen aus Rostock und dem Umland wurden durch die Teams in der Hanse Messe vollständig geimpft. Bis September sollen die Impfzentren noch mindestens in Betrieb sein.

So lange hat der Bund eine anteilige Finanzierung zugesagt und solange müssen die Landkreise und kreisfreien Städte ihre Impfzentren auch vorhalten. Für das Impfzentrum in der Hanse Messe läuft der Vertrag zwischen Hansestadt und der inRostock GmbH, zu der die Hanse Messe gehört, aber nur bis Ende August. Wie will die Stadt also bis Ende September ein Impfzentrum betreiben?

Die Hansestadt wird zum 27. August 2021 das Impfzentrum in der Messehalle schließen und ab 1. September 2021 einen neuen Impfstützpunkt mit verringerter Kapazität an anderer Stelle eröffnen“, bestätigt Kerstin Kanaa, Sprecherin der Hansestadt, die Informationen aus dem Hauptamt im Rathaus. Die Messegesellschaft habe ab September vertragliche Verpflichtungen auf dem Messegelände und in der Halle.

Hanse Messe will wieder Veranstaltungen statt Impfungen in der Halle

Im Veranstaltungskalender der Hanse Messe steht für den September zum Beispiel bereits die dreitägige Landesbaumesse. Im Oktober ist ein Konzert der Böhsen Onkelz geplant, mehrere Flohmärkte und die Internationale Rassehundeausstellung 2021.

Wo der neue Impfstützpunkt der Hansestadt sein wird, ist noch nicht bekannt. In der vergangenen Woche hieß es vom Team des Impfzentrums in der Hanse Messe, die Stadt suche händeringend nach einem neuen Ort für die Impfungen ab September.

Freie Impftermine in Rostock

In dieser Woche stehen noch freie Impftermine im Impfzentrum in der Hanse Messe zur Verfügung. Die Impfungen erfolgen am Dienstag, 20. Juli, und am Freitag, 23. Juli, mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer und am Mittwoch, 21. Juli, und am Donnerstag, 22. Juli, mit dem Impfstoff von Moderna. Auch Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren mit Biontech/Pfizer werden angeboten.

Unter 16-Jährige müssen durch einen Sorgeberechtigten begleitet werden. Alle Impfungen werden im Impfzentrum in der Hanse Messe Rostock durchgeführt.

Termine an allen Tagen können ohne Wartezeit über die telefonische Terminhotline 0385/2027-1115 vereinbart werden. Für den 21. und 22. Juli werden Termine auch online über https://rathaus.rostock.de/Impfzentrum angeboten.

So soll es weitergehen

Klar ist jetzt schon: Die Stadt will vermehrt auf mobile Impfteams setzen. Sechs bis acht dieser mobilen Teams sollen künftig zusätzlich zum Impfstützpunkt zielgruppenorientierte Impfstationen an verschiedenen Stellen in der Stadt anbieten – zum Beispiel in Supermärkten und auf Großveranstaltungen.

„Aufgrund des Voranschreitens bei den Impfungen werden die Zentren in der jetzigen Form voraussichtlich nicht mehr so benötigt.“ Harry Glawe (CDU), Gesundheitsminister MV Quelle: Stefan Sauer

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) zur Zukunft der Impfzentren im Land: „Aufgrund des Voranschreitens bei den Impfungen werden die Zentren in der jetzigen Form voraussichtlich nicht mehr so benötigt. Über 900 000 Menschen sind im Land mindestens einmal geimpft, über 650 000 Menschen auch vollständig geimpft. Jetzt geht es darum, gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten ein Konzept zu erarbeiten, wie die künftige Gestaltung der Impf-Infrastruktur aussehen wird“, so Glawe kürzlich.

Und weiter: „Wir brauchen eine bedarfsgerechte Impfinfrastruktur, die die ärztliche Versorgung ergänzt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit. Eine Finanzierung dieser neuen, reduzierten Strukturen hatte der Bund bis Ende April 2022 bereits zugesagt.

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Ob Stadthalle, Bibliothek oder Sporthalle, die Impfungen werden bereits jetzt mobiler. Entscheidend ist es, die künftige Struktur so auszurichten, dass in den Regionen Impfzentren bei Bedarf auch reaktiviert werden könnten. Auch das Thema Auffrischungsimpfungen wird dabei mehr in den Mittelpunkt rücken. Dafür müssen wir eine entsprechende Infrastruktur vorhalten“, so Gesundheitsminister Glawe weiter.

Von Michaela Krohn