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Rostock Rostock: OB-Kandidaten liefern sich Duell der Argumente
Mecklenburg Rostock Rostock: OB-Kandidaten liefern sich Duell der Argumente
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23:53 16.05.2019
Die Moderatoren Stefan Horn (links, NDR) und Andreas Meyer (rechts, OZ) begrüßten die OB-Kandidaten Dirk Zierau (v. l.), Edgar Schulze, Tom Reimer, Chris Müller-von Wrycz Rekowski, Sybille Bachmann, Claus Ruhe Madsen, Uwe Flachsmeyer und Steffen Bockhahn in der Wahlarena. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

 Die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern bekommt einen neuen Oberbürgermeister: Weil Rostocks Rathaus-Chef Roland Methling (parteilos) aus Altersgründen aus dem Amt scheidet, wird ein Nachfolger gesucht. Von den neun Bewerbern haben sich am Donnerstag acht Kandidaten in der Wahlarena von OSTSEE-ZEITUNG und NDR einen Schlagabtausch geliefert. Rund 200 Besucher im OZ-Medienhaus und Tausende an den Bildschirmen verfolgten die Podiumsdiskussion, bei der die Kandidaten ihre Lösungen für die Wohnungsnot in Rostock, das Verkehrsproblem und die wirtschaftliche Entwicklung präsentierten.

Baustellen, rote Ampeln und kaum Parkplätze: Der Autoverkehr stößt in der Hansestadt an Grenzen. Zwar fordert hier keiner der Bewerber ein autofreies Stadtzentrum, um das Verkehrschaos in den Griff zu bekommen. Aber Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) betont schon: „Die Zukunft des Verkehrs liegt nicht im Automobil.“ Alle Kandidaten sind sich einig: Der öffentliche Nahverkehr muss gestärkt und Radwege ausbaut werden. Uwe Flachsmeyer (Grüne) wirbt für einen 365-Euro-Jahresticket – und bessere Verbindungen von Rostock ins Umland.

Beim Wahltalk der OSTSEE-ZEITUNG und des Norddeutschen Rundfunks haben sich am Donnerstagabend acht Kandidaten für die Wahl zum Rostocker Oberbürgermeister am 26. Mai 2019 vorgestellt.

Auch der Wohnungsmangel ist ein Dauerbrenner an der Warnow. Der ehemalige IHK-Präsident und Unternehmer Claus Ruhe Madsen (parteilos) will ein digitales Bauamt etablieren, damit schneller Wohnungen geschaffen werden können. „Zurzeit vergehen bis zur Bewilligung von Bauanträgen oft Jahre. Dadurch steigen Kosten.“ Madsen könnte als erster Däne Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt werden. Müller-von Wrycz Rekowski setzt auf Mehrgeschosser: „Wir haben in Rostock immer Angst vor Höhe – vor Hochhäusern. Das verstehe ich nicht.“ Nur so könne viel Grün erhalten werden.

Große Unterschiede beim Thema Kreuzfahrten

Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) hingegen setzte seine Prioritäten in den Stadtteilen: „Über Jahre ist ausgerechnet in den großen Wohngebieten, in denen die meisten Rostocker leben, wenig investiert worden.“ Ob Einzelhandel, medizinische Versorgung oder Geh- und Radwege: „Wir müssen alle Stadtteile gleich entwickeln“, so Bockhahn. Die einzige Frau in der Kandidaten-Runde, Sybille Bachmann (Rostocker Bund), will Schulen zu Stadtteilzentren umgestalten.

Beim Thema Wirtschaft und Tourismus werden die größten Unterschiede zwischen den Kandidaten sichtbar. Für Uwe Flachsmeyer (Grüne) hat der Kreuzfahrt-Tourismus in der Hansestadt eine Obergrenze erreicht. „Mit mir wird es hier keinen weiteren Ausbau geben“, betont er. Tom Reimer (parteilos) will an der Kreuzfahrt festhalten – „aber nur mit grünem Antrieb“. Bockhahn plant eine neue Logistik für die Kreuzfahrer: „Damit mehr von der Kaufkraft der Touristen in Rostock hängen bleibt.“ Aus Sicht von Bachmann verträgt die Hansestadt noch mehr Tourismus. „Aber dabei müssen wir auf Qualität achten.“ Dirk Zierau (UFR) will eher den sanften Tourismus fördern, zum Beispiel die kleinere Kreuzschifffahrt. „Die Schiffe können dann auch im Iga-Park oder im Stadthafen anlegen.“ Edgar Schulze (parteilos) kann sich ebenfalls Kreuzfahrtschiffe im Stadthafen vorstellen. Rostocks neunter OB-Kandidat, Matthias Bräuer (parteilos), musste krankheitsbedingt absagen.

Mehr lesen:

Alles zu OB-Wahl in Rostock auf unserer Themenseite

André Horn

Im OZ-Medienhaus stellten sich am Donnerstag acht der neun OB-Kandidaten auf einem gemeinsamen Wahl-Forum von NDR und OSTSEE-ZEITUNG den Fragen der Moderatoren und des Publikums.

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