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Rostock Rostocks Träume werden wahr – doch es gibt auch Kritik
Mecklenburg Rostock Rostocks Träume werden wahr – doch es gibt auch Kritik
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07:02 15.05.2019
So könnte der neue Rostocker Stadthafen aussehen. Quelle: Quelle: Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung
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Rostock

Jubel in Rostock: Weil Stadt und Land sich auf einen 150-Millionen-Euro-Pakt geeinigt haben, können nun drei zentrale Großprojekte auch umgesetzt werden – die Bundesgartenschau 2025, der Neubau des Volkstheaters und das geplante Archäologische Landesmuseum am Stadthafen. „Das ist ein sehr guter Tag für Rostock. Und es zeigt: Politik verspricht nicht nur, sie liefert auch“, sagt Steffen Wandschneider-Kastell (SPD). Daniel Peters (CDU) pflichtet bei: „Die Stadt wird davon erheblich profitieren.“

Seit Monaten hatte es um die Großprojekte Streit zwischen Stadt und Land gegeben. Zuletzt stoppte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sämtliche Planungen. Am Dienstag trafen sich nun die Regierungschefin, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) zu neuen Verhandlungen in Schwerin. Ergebnis: Das Land gibt bis zu 51 Millionen Euro für den Neubau des Volkstheaters, plant 40 Millionen Euro für das Archäologische Landesmuseum ein und fördert die Buga-Projekte mit rund 60 Millionen Euro.

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Kommentar: 150 Millionen Euro für Rostock: Davon wird ganz MV profitieren

Leise Skepsis bei CDU und Grünen

„Damit können wir sehr gut leben, das ist eine breite Unterstützung durch das Land. Offensichtlich sind die Sozialdemokraten wieder zur Vernunft gekommen“, sagt Rostocks CDU-Chef Peters. Allerdings stimmt ihn ein Punkt nachdenklich: „Das Archäologische Landesmuseum soll nicht zur Buga 2025 fertig sein. Darüber müssen wir unbedingt noch reden“, sagt Peters. Er hoffe zudem, dass der Pakt auch über die Kommunalwahlen Ende Mai hinaus Bestand habe. „So eine Hängepartie wie beim Theaterpakt mit etlichen Störfeuern können wir bei unserer aktuellen Zeitschiene nicht mehr gebrauchen.“

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Die Grünen begrüßen die Entscheidung ebenfalls. „Wir wollen das Signal nutzen, um Rostock nun grün weiterzuentwickeln, vor allem im Stadthafen“, sagt OB-Kandidat Uwe Flachsmeyer. Ähnlich wie Peters traut er dem Frieden jedoch noch nicht so ganz: „Hoffentlich hat die frohe Botschaft auch nach der Wahl Bestand“, so der Grüne.

Frage nach Konzept

Kritisch sieht Eva-Maria Kröger (Linke) den neuen Millionen-Pakt. „Das klare Bekenntnis zum Volkstheater ist schön“, sagt sie. Fraglich sei aber, warum Theater-Neubau und Archäologisches Landesmuseum stets in einem Zusammenhang gebracht werden. Schließlich habe beides nichts miteinander zu tun, so Kröger. Das neue Volkstheater sei schon seit Jahrzehnten in Rostock im Gespräch. Auf der anderen Seite werde in MV dringend ein Archäologisches Landesmuseum gebraucht – das aber sei reine Landessache. „Wie es der Name schon sagt“, betont Kröger.

Ministerpräsidentin Schwesig hatte zuletzt kritisiert, dass für das Archäologische Landesmuseum kein solides Konzept vorliege. Anfangs war von 20 Millionen Euro Baukosten die Rede, dann ging es um mehr als 80 Millionen Euro. Nun rechnet das Land offenbar mit 55 Millionen Euro. „Aber noch immer wird diese Kostenschätzung mit keinem soliden Konzept begründet. Ich halte das für äußerst schwierig“, sagt Kröger.

Reichen 55 Millionen Euro fürs Museum?

Auch OB-Kandidatin Sybille Bachmann (Rostocker Bund) ist skeptisch. Aus ihrer Sicht sind 70 Millionen Euro notwendig. „Wir brauchen ein richtiges Landesmuseum. Das heißt investieren und kein Geld verbrennen“, so Bachmann. Sie fordert daher, mit dem Land nach zu verhandeln.

SPD-Mann Wandschneider-Kastell weist die Kritik jedoch zurück. „Der jetzige Pakt ist wesentlich besser als das, was vor einigen Wochen noch auf dem Tisch lag.“ Nach vorne blickend sagt er: „Wir verändern nun das Gesicht der Hansestadt, die Bürger müssen sich daher wiederfinden.“

Nur der erste Schritt

Die drei Großprojekte, die nun abgesichert sind, sollen auch nur der erste Schritt sein: Schwesig und Methling teilen mit, dass über weitere gemeinsame Vorhaben in der Hansestadt bereits verhandelt wird. So planen Rostock und das Land den Bau eines Start-Up-Centers für junge, innovative Firmen an der Warnow. Das Center soll am Groten Pohl in der Südstadt entstehen. Und: Auch für eine neue Kinderklinik – das so genannte Eltern-Kind-Zentrum – sind erste Weichen gestellt worden. Das Krankenhaus für kleine Patienten wird am Klinikum Südstadt entstehen. „Das Geld ist da, das Projekt wird nur noch durch bestimmte Kreise der Uni-Medizin gebremst“, so Methling.

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