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Rostock Rostocks jüdische Gemeinde feiert ihren 20. Geburtstag
Mecklenburg Rostock Rostocks jüdische Gemeinde feiert ihren 20. Geburtstag
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06:51 28.04.2014
Gemeindevorsitzender Juri Rosov, Landesrabbiner William Wolff und Gemeindemitglied Gianna Marcuk (v. l.)feiern zusammen das 20-jährige Bestehen der Jüdischen Gemeinde Rostock. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
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Stadtmitte

Es sei kein Geburtstag, sondern eine Wiedergeburt. So beschreibt Küf Kaufmann vom Zentralrat der Juden das 20-jährige Jubiläum der Rostocker Jüdischen Gemeinde. Er war einer der vielen Gäste, die gestern in der Synagoge in der Augustenstraße zusammenkamen, um gemeinsam zu feiern.

Für den Gemeindevorsitzenden Juri Rosov gleicht das Jubiläum einem kleinen Wunder. „Wir haben schließlich mit nichts angefangen.“ Ein jüdisches Leben existierte Anfang der 1990er Jahre nicht in der Hansestadt. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Rostock die größte Gemeinde des Landes. Ein Neuanfang kam mit der Wende. Eine kleine Gruppe aus Emigranten — überwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion, der Ukraine und Russland — schloss sich zusammen. 1992 gründeten 27 von ihnen die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg-Vorpommern. Nur zwei Jahre später entstanden daraus die beiden Landesgemeinden Rostock und Schwerin, die heute zusammen den Landesverband bilden. Erst vor vier Tagen wurde in Schwerin das 20-jährige Bestehen begangen.

„Die Menschen haben es sich als Aufgabe gesetzt, eine lebendige Gemeinde aufzubauen. Denn viele von ihnen hatten auch in ihrer alten Heimat kein jüdisches Leben“, so Rosov. Mit wenig Geld, dafür aber viel Engagement hätten sie es geschafft: Erst im Max-Samuel-Haus, dann in Räumen am Wilhelm-Külz-Platz und schließlich im neuen Gemeindehaus mit Synagoge in der Augustenstraße. Heute zählt die Gemeinde knapp 600 Mitglieder.

Neben den vielen älteren Mitgliedern gebe es mittlerweile auch die junge Generation, berichtet Rosov. Der 30-jährige Leonid Royzmann ist einer von ihnen. 2002 kam er aus der Ukraine mit seiner Familie nach Rostock und ist heute ein fester Bestandteil der Gemeinde. Dort gibt er unter anderem Computerkurse. „Das nutzen vor allem die vielen älteren Menschen“, erzählt er. Für ihn bedeutet das Gemeindeleben vor allem die Bewahrung einer langen Tradition. Er mag besonders, dass in der Rostocker Gemeinde so viele Kulturen aufeinandertreffen. „Die Leute kommen ja alle aus verschiedenen Ländern“, so Royzmann.

Neben Küf Kaufmann vom Zentralrat der Juden und Landesrabbiner William Wolff kamen auch Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU), Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UfR) und Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) zu der Feststunde. „Die Landesregierung wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass jüdisches Leben ein fester Bestandteil des Lebens in Mecklenburg-Vorpommern bleibt“, betont Ministerin Kuder.

Ein Jahr lang hat sich die Gemeinde auf das Jubiläum vorbereitet, so Projektkoordinatorin Ilona Jerjomin. Es soll nicht nur bei der Feierstunde bleiben. „Im Laufe des Jahres wird es viele Veranstaltungen geben. Die nächste findet am 4. Mai statt.“ Dann werden „Die Drei Kantoren“ jüdische und israelische Musik präsentieren.

• http://www.synagoge-rostock.de



Sophie Pawelke

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