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Rostock Rostocks neuer Eisbär: Herzlich willkommen, Sizzel!
Mecklenburg Rostock Rostocks neuer Eisbär: Herzlich willkommen, Sizzel!
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17:47 24.10.2018
Hat jetzt ein neues Zuhause: Eisbär-Dame Sizzel lebt im Polarium im Rostocker Zoo. Am Mittwoch zeigte sie sich zum ersten Mal auf der Anlage. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Barnstorfer Wald

Noch tappst Sizzel etwas unbeholfen mit ihren großen Tatzen durch die Anlage. Sie ist neugierig, ihre schwarze Nase hält sie schnuppernd in die Luft. Gestern zeigt sich die Eisbärdame zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Im Rostocker Zoo hat Sizzel nun ein neues Zuhause gefunden. Zusammen mit zwei weiteren Eisbären wird sie das Polarium bewohnen – und vielleicht sogar für Nachwuchs sorgen.

Eingepackt in eine große Kiste erreichte das Eisbärweibchen aus Rotterdam schon letzte Woche den Rostocker Zoo. „Sie ist gut angekommen und hat sofort neugierig ihre neue Umgebung erkundet“, berichtet Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann. Dass so ein Transport auch Stress bedeutet, weiß Tierpfleger René Schoknecht. „Nach einer langen Reise braucht das Tier Zeit zum Ankommen. Sizzel kann sich bei uns in Ruhe erholen und einleben“, sagt er. Und auch die Tierpfleger müssen sich erst einmal an ein neues Tier gewöhnen, es richtig kennenlernen. Damit habe man im Zoo nun alle Hände voll zu tun. Matthias Petzoldt arbeitet seit 30 Jahren dort. Die Tiere wachsen dem 46-Jährigen jedes Mal ans Herz. „Man kennt ihre Persönlichkeit, ihre Eigenarten. Jetzt freuen wir uns auf die Kennlernzeit mit Sizzel“, so der Tierpfleger.

Als nächster Schritt ist die Vergesellschaftung mit Noria geplant. Noria kommt aus Tschechien und ist das zweite Eisbärweibchen im Rostocker Zoo. Zwei Eisbären zueinander zu führen, sei eine heikle Angelegenheit. „Es bedeutet vor allem Geduld und Fingerspitzengefühl“, erklären die Tierpfleger. Nach der Eingewöhnung soll die dreijährige Sizzel einmal mit Noria und dem Eisbärmännchen Akiak auf beiden Anlagen im Polarium leben. Vermittelt wurde Sizzle durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). „Die enge Zusammenarbeit mit solchen Programmen und Vereinen ist uns wichtig“, sagt Zimmermann. Ein Zoo bedeute mehr, als Tiere in Gefangenschaft zu halten. Für Zimmermann gehe es um Bildung und Artenschutz. „Nur wer Tiere kennt, kann sie schützen“, sagt die Kuratorin und lächelt. Sie kümmert sich mit Herzblut um die 4500 Tiere des Rostocker Zoos, um ihre Gehege, Jungtiere und den Artenschutz. „Ich schaue, ob alle Tiere glücklich sind.“ Im Zoo habe die Biologin ihren Traumberuf gefunden.

René Schoknecht steht mit einem leeren Eimer am Eisbärengehege. Den Fisch habe er schon an Sizzel verfüttert. Gern erinnert sich der 43-Jährige an sein wohl schönstes Eisbären-Erlebnis im Rostocker Zoo. „Das war die Geburt von Fiete“, sagt er. Und dass auch Sizzel einmal für Nachwuchs sorge, hoffe man hier sehr. Bis das aber so weit ist, wird es noch etwas dauern, weiß Schoknecht. Sizzle sei erst ein Teenager unter den Eisbären.

Um den Neuzugang zu begrüßen, haben sich 23 Erstklässler der Grundschule „Lütt Matten“ am Geländer aufgereiht. Sie kommen aus der „Eisbärenklasse“ der Schule und pflegen eine Tierpatenschaft zum Rostocker Zoo. „Die Kleinen sind fasziniert“, sagt Lehrerin Kathleen Lück. An der großen Glasscheibe des Polariums drücken sie sich die Nasen platt.

Angestrahlt vom Blau des Wassers steht auch Siggi Herbst im Polarium. Der 70-Jährige freue sich über den neuen Zoo-Bewohner. „Seitdem das Polarium da ist, bin ich öfter hier“, sagt er. Besonders die großen Glasscheiben gefallen dem Besucher gut. „Wir haben ein tolles Reinigungssystem, deshalb ist das Wasser so klar“, erklärt Schoknecht nebenbei. Täglich um 15 Uhr können Gäste ihre Fragen bei der Tierpflegersprechstunde im Polarium stellen. Mit seiner Jahreskarte werde Herbst die Entwicklung der Eisbären mitverfolgen. Und vielleicht in ein paar Jahren sehen, wie neben Sizzel noch ein kleiner Eisbär schwimmt.

Der Rostocker Zoo hat einen neuen Bewohner: Eisbär-Dame Sizzel. Nun zeigt sie sich zum ersten Mal auf der neuen Anlage im Polarium.

Lea-Marie Kenzler

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