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Rostock Eine Familie bringt russische Kost in die Hansestadt
Mecklenburg Rostock Eine Familie bringt russische Kost in die Hansestadt
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05:11 04.01.2019
David Ashurov (19) und seine Mutter Rina Ashurov (43) in ihrem russischen Bistro "Arbat". Das Geschäft ist seit Oktober 2018 geöffnet und bietet kulinarische Spezialitäten aus Osteuropa an. Quelle: Anh Tran
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Rostock

Rina Ashurov sitzt mit ihren Söhnen David und Pavel im familieneigenen Bistro „Arbat“ in der Wismarschen Straße und erzählt über ihren Werdegang in Deutschland. An den Wänden hängen große Bilder von osteuropäischen Sehenswürdigkeiten. Am Nebentisch spielt Mark, das jüngste Kind der Familie, während im Hintergrund russische Musik läuft. Anfang Oktober eröffneten die Ashurovs das - nach dem gleichnamigen Moskauer Stadtteil benannte - Geschäft. Seitdem bieten sie Hausmannskost aus Osteuropa an – darunter Soljanka, Piroshki-Teigtaschen und Scharkoje-Gulasch. „Der Laden ist auf Leute ausgelegt, die mal was Neues ausprobieren wollen. Russische Spezialitäten gibt es in Rostock ja sonst nirgends“, sagt der 24-jährige Pavel.

(v.l.): Pavel Ashurov (24), David Ashurov (19), ihre Mutter Rina Ashurov (43) und der jüngste Sohn der Familie Mark Ashurov (6) in ihrem Bistro "Arbat". Quelle: Anh Tran

Aus dem Nordkaukasus in die Bundesrepublik

1996 kam Rina Ashurov mit ihrem Mann Albert und dem damals einjährigen Pavel nach Deutschland. Die aus dem Nordkaukasus stammende Familie hatte mit den Folgen der Wende zu kämpfen und suchte ihr Glück in der Bundesrepublik. „Das war eine schwere politische und wirtschaftliche Situation“, erinnert sich die dreifache Mutter. Nach einigen Orientierungsjahren und Jobwechseln eröffnete die Familie im Dezember 2002 einen Feinkostladen für russische Lebensmittel im Stadtteil Evershagen. „Es gab damals nur einen solchen Laden im großen Rostock. Da dachten wir, dass noch einer bestimmt auch gut ist“, erzählt die 43-Jährige.

„Dann ist erst mal gar nichts passiert“, sagt Pavel. „Wir sind zur Schule gegangen, haben Abi gemacht und unsere Eltern haben im Laden gearbeitet.“ Vor einigen Jahren sei dann die Idee aufgekommen, einen kleinen Imbiss mit russischen Gerichten zu eröffnen. „Meine Mutter hat aber geschimpft, wer denn bitte den ganzen Tag da stehen und das kochen solle“, scherzt David.

Arbeitsteilung im Familienbetrieb

Im August 2018 bot sich dann die Chance: Die Ashurovs entdeckten die leer stehende Ladenfläche beim Doberaner Platz und besichtigen sie. „Mein Mann ist mit großen Augen hier rein gegangen und war begeistert“, erzählt Rina Ashurov. „Das ist es! Hier machen wir das!“, soll er gerufen haben. Innerhalb von zwei Monaten richtete die Familie das Bistro alleine ein. „Das war ziemlich nervenaufreibend, weil jeder seine eigenen Vorstellungen hatte“, sagt Pavel. „Wir haben aber Kompromisse gefunden und sind jetzt zufrieden.“

Das „Arbat“ bietet bei gutem Wetter auch draußen Sitzmöglichkeiten. Quelle: Anh Tran

Auch den Betrieb stemmt die Familie fast selbstständig. David und seine Mutter teilen sich die Rolle der Filialleitung. Pavel, der in Hamburg im Marketing arbeitet, bewirbt das neue Bistro auf der Internetseite, auf Facebook und über Flyer. Zwei Köche und zwei Küchenhilfen stellten die Ashurovs ein. „Es war zuerst schwer, Mitarbeiter zu finden, die gute russische Hausmannskost kochen konnten“, erzählt Rina Ashurov. Jetzt bietet das „Arbat“ viele, mitunter täglich wechselnde Gerichte.

Konzept kommt gut an

Das Konzept kommt bei den Gästen gut an, findet David. „Viele mögen die schöne Einrichtung, die russische Musik und freuen sich, dass es mal was Neues gibt.“ Auch Leute, die das Essen in der DDR schätzten, würden sich wohl fühlen. „Einige kennen die Gerichte von früher noch und schwelgen dann in Nostalgie.“

Gastfreundschaft und Interaktion mit den Besuchern ist den Ashurovs wichtig. „Wir nehmen uns immer Zeit, die Gäste gut zu beraten, die hier das erste Mal reinkommen“, sagt Pavel. Das würde auch nicht für längere Wartezeiten sorgen, betont er. „Wenn ich die Gerichte beschreibe, hören die anderen Gäste meist gleich mit und wissen sofort, was empfehlenswert ist.“

Viele Pläne für die Zukunft

Eine Überraschung für die Familie: Auch russisch stämmige Besucher kommen häufig. „Die könnten das alles ja auch selbst kochen. Aber umso schöner, wenn uns gesagt wird, dass es wie zuhause schmeckt“, sagt David.

Für die Zukunft haben die Arushovs viele Pläne – darunter ein Frühstücksangebot und Süßgebäck für die Kaffeezeit. Auch über einen Lieferdienst denkt die Familie nach. „Wir müssen aber erst probieren, ob das klappt. Wir werben schließlich damit, dass das Essen frisch wie bei Mutti aus dem Topf kommt. Das müssen wir beim Liefern erst einmal garantieren können“, betont Pavel.

Anh Tran

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