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Rostock SPD auf 10-Jahres-Hoch bei Mitgliedern - auch Grüne und AfD zufrieden
Mecklenburg Rostock SPD auf 10-Jahres-Hoch bei Mitgliedern - auch Grüne und AfD zufrieden
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14:14 10.06.2019
Die Logos von SPD, CDU, FDP, AFD und den Grünen Quelle: dpa
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Schwerin

Die niederschmetternden Ergebnisse der letzten Wahlen für SPD, CDU und Linke müssen verdaut werden – wobei die Spitzenpolitiker der betroffenen Parteien nicht allein gelassen werden. Die Mitglieder erweisen sich als treu, wie eine Umfrage ergab.

Sozialdemokraten erfreuen sich über Zuwächse

Die Sozialdemokraten erfreuen sich sogar, über längere Sicht betrachtet, eines Zuwachses. Zwar zählte Landesgeschäftsführer Steffen Wehner seit den Wahlen vom 26. Mai zwölf Austrittsschreiben bei sechs Beitritts-Anträgen. Aber er bleibt zufrieden. „Über Jahre hatten wir stabil 2800 Mitglieder“, sagt Wehner. Seit Anfang 2018 sei diese Zahl auf 3100 Mitglieder gestiegen. „Dies entspricht einem Zehn-Jahres-Hoch.“

Anstieg bei den Grünen um 20 Prozent

Zuwächse verzeichnen auch andere, kleinere Parteien. Die Grünen hatten nach Worten ihrer Landesvorsitzenden Ulrike Berger am Wahlsonntag 832 Mitglieder nach 693 vor einem Jahr. Das sei ein Anstieg um 20 Prozent. „Themen wie die Klimakrise und sozialer Zusammenhalt sowie unsere klare Haltung in vielen politischen Fragen führen dazu, dass sich Menschen stärker politisch engagieren wollen“, meint Berger. Das habe auch mehr Leute dazu gebracht, für die Grünen bei der Kommunalwahl zu kandidieren. „2019 hatten wir 37 Prozent mehr Kandidaturen im Vergleich zu 2014.“

Mitgliederzahlen der großen Parteien

Die AfD legt nach Worten ihres Landesvorsitzenden Leif-Erik Holm seit 2013 kontinuierlich an Mitgliedern zu. „Wir haben mehr als 820 und verzeichnen seit Jahresbeginn über 60 Neuaufnahmen.“ Die AfD will weiter wachsen, stellt Holm klar. „Egal ob am Stammtisch, am Infostand, über die sozialen Netzwerke. Wir müssen und werden die Menschen da abholen, wo sie sind.“

Positiver Trend bei AFD und FDP

Die FDP freut sich auch über einen positiven Trend bei der Mitgliederentwicklung, wie Landesgeschäftsführerin Doreen Siegemund sagt. „Der Mitgliederbestand liegt bei 702 Mitgliedern. Im Juni 2018 hatten wir 694 Mitglieder.“ In den vergangenen Tagen seien sechs neue Mitglieder aufgenommen worden, bei 15 Interessenten laufe ein Aufnahmeverfahren. „Im Gegenzug hatten wir seit dem 26. Mai nur einen Austritt, ohne Begründung“, so Siegemund.

Leicht sinkende Zahlen bei CDU und Linken

Mit leicht sinkenden Mitgliederzahlen sind die beiden größten Parteien im Land, die CDU und die Linke konfrontiert. Letztere hat 3490 Mitglieder, zu Jahresbeginn waren es 3579. Landesgeschäftsführer Sandro Smolka gibt sich optimistisch: „Wir verzeichnen seit dem Kommunal- und Europawahlkampf einen leichten Zuwachs an Eintritten.“ Die meisten Neuen seien an sozialen Themen interessiert und wollten sich gegen Kinder- und Altersarmut sowie für ein besseres Bildungssystem in MV einsetzen. Darüber hinaus habe die Partei mit der Kampagne „Die Linke bringt Dich auf den Stimmzettel“ 200 parteilose neue Kandidaten dafür gewinnen können, auf ihren Listen bei der Kommunalwahl zu kandidieren.

Die CDU hat 5133 Mitglieder. „Das sind geringfügig weniger (minus 30) als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr“, erklärt Chris Puschmann von der Landesgeschäftsstelle. „Im Zeitraum von Mai 2018 bis heute haben wir 230 Eintritte zu verzeichnen. Davon die Hälfte 2019.“ Besonders im Zuge der Vorbereitung der Kommunalwahl und der laufenden Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms habe es Neueintritte gegeben. „Den ersten Entwurf werden wir in den kommenden Monaten ausgiebig in unseren Verbänden unter Einbeziehung unserer kommunalen Mandatsträger diskutieren“, sagt Puschmann. „Auf diesem Weg kann ebenso die Attraktivität der Partei für Nicht-Mitglieder erhöht werden.“ Seit der Kommunalwahl seien 20 Eintritte und fünf Austritte registriert worden.

Die Freien Wähler, die bei der Kommunalwahl landesweit auf 2,7 Prozent kamen, haben nach Worten ihres Landesvorsitzenden Gustav Graf Westarp derzeit 86 Mitglieder. „Eine Zahl, mit der wir im Vergleich zu anderen sicher noch keinen großen Staat machen können“, wie er sagt. „Aber wir haben in unserem Landesverband fast 1000 Unterstützer organisiert.“ Mit deren Hilfe hätten die Freien Wähler bereits gezeigt, dass sie erfolgreich arbeiten könnten - zuletzt mit der Volksinitiative „Faire Straße“ zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge.

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