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Rostock SPD schwenkt beim Volkstheater um
Mecklenburg Rostock SPD schwenkt beim Volkstheater um
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06:45 22.07.2015
Intendant Sewan Latchinian will alle Sparten am Rostocker Volkstheater retten. Er fürchtet aber, dass 91 Kollegen gehen müssen. Die SPD fordert jetzt weitere Analysen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Neue Entwicklung zum Rostocker Volkstheater: Die SPD fordert weitere Konzepte zur Umsetzung der Strukturreform am Haus – und reagiert damit auf den Bericht der Theater-Leitung. Stefan Rosinski, kaufmännischer Geschäftsführer, und Intendant Sewan Latchinian, haben am Montag vorgerechnet, wie sich politische Beschlüsse auf das Theater auswirken würden: Schließung der Sparten Tanz- und Musiktheater, Halbierung des Schauspiels, Abbau von 91 Mitarbeitern, Einbruch bei Vorstellungs- und Besucherzahlen (die OZ berichtete Dienstag).

Während die SPD den Weg einer Zielvereinbarung mit dem Land und den Abbau von Sparten bisher mittrug, dreht Fraktionschef Steffen Wandschneider jetzt am Steuer. Er fordert: Es sollen weitere Analysen her, bevor im Herbst eine Entscheidung fällt. So solle die Stadt auch nach 2020 mehr als 700000 Euro jährlich zuschießen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. 46 solcher Kündigungen würde es laut Theater-Leitung geben müssen. Zudem fordert die SPD jetzt eine Festschreibung des städtischen Zuschusses an das Theater bis 2020 auf 8,8 Millionen Euro im Jahr. Der Antrag kam nach OZ-Informationen gestern im Hauptausschuss nicht auf die Tagesordnung, dürfte aber weiter Thema sein.

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Im Herbst soll Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) die Bürgerschaft über den Struktur-Fahrplan fürs Theater informieren. Eine erneute Abstimmung lehnte die Bürgerschaft kürzlich ab. Methling attackiert jetzt die Theater-Leitung. Es sei bekannt, „dass es harte Einschnitte geben wird, die auch wehtun“, so der OB. „Was die Geschäftsführung hier jedoch vorgelegt hat, ist eine einzige Bankrotterklärung.“ Das Papier sei nicht die von ihm geforderte Fortschreibung eines Theater-Gutachtens, sondern „eine einzige Inszenierung auf der Basis der größtmöglichen Provokation“. Das Theater müsse mit dem jährlichen Zuschuss von 16,6 Millionen Euro (von Stadt und Land) auskommen. Warum dafür die Hälfte der Vorstellungen ausfallen soll, verstehe er nicht, so Methling. Das Papier werde nun im Rathaus geprüft.



Frank Pubantz

22.07.2015
22.07.2015
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