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Rostock Salafisten werben verstärkt um Flüchtlinge
Mecklenburg Rostock Salafisten werben verstärkt um Flüchtlinge
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10:43 06.10.2015
In Rostock haben die Salafisten ihre Aktivitäten seit Jahresbeginn verstärkt: Nahezu jeden Sonnabend verteilen sie an der Kröpeliner Straße kostenlose Korane. Quelle: Stefan Tretropp (Archiv)
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Rostock

Die Hansestadt im Visier salafistischer Extremisten: Die als radikal geltende islamistische Gruppierung versucht offenbar seit Monaten verstärkt neue Anhänger in Rostock zu rekrutieren. Das bestätigte das Landesamt für Verfassungsschutz der OZ.

Seit Jahresbeginn haben die Fundamentalisten ihre Aktivitäten an der Warnow deutlich ausgeweitet. Die Verfassungsschützer gehen davon aus, dass die Salafisten auch versuchen, ganz gezielt Flüchtlinge anzusprechen. Bislang beschränken sich die Salafisten in MV auf die Hansestadt und auf Warneünde: Hier versuchen sie im Rahmen ihre „Lies!“-Kampagne kostenlose Korane an potenzielle neue Mitstreiter zu verteilen. „Aktionen in Wismar wurden zwar angekündigt, sind aber bislang nicht bestätigt“, sagt Marion Schlender, Sprecherin des zuständigen Innenministeriums in Schwerin. In Rostock hingegen finden die Aktionen, so Schlender, mittlerweile „mehrmals im Monat“, meist an Sonnabenden, statt.

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Die Rostocker CDU fordert nun, die Koran-Verteilaktionen zu verbieten: „Es kann nicht hingenommen werden, dass Salafisten in Rostock einen Platz bekommen, um ihre extremistischen Positionen unter die Leute zu bringen oder gar neue Kämpfer für den Dschihad zu rekrutieren“, sagt Daniel Peters, der stellvertretende Fraktionschef der Christdemokraten. Das sei aber nicht ohne Weiteres möglich, heißt es aus Schwerin: „Das schlichte Verteilen von Koranen ist von der Religionsfreiheit des Artikel 4 im Grundgesetz gedeckt“, erklärt Schlender.



Andreas Meyer