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Rostock Sanktionen zum Trotz: Russland-Handel im Land boomt
Mecklenburg Rostock Sanktionen zum Trotz: Russland-Handel im Land boomt
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06:59 11.02.2015
Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes gefördert (Symbolbild). Laut Staatskanzlei führte MV aus Russland in 2014 vor allem Mineralölerzeugnisse (+84,6 Prozent) ein.
Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes gefördert (Symbolbild). Laut Staatskanzlei führte MV aus Russland in 2014 vor allem Mineralölerzeugnisse (+84,6 Prozent) ein. Quelle: Sebastian Widmann
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Rostock

Handelsplus trotz Sanktionen und Ukraine-Krise: Mecklenburg-Vorpommern hat in den ersten elf Monaten 2014 überraschend mehr Waren mit Russland ausgetauscht als 2013. Wie die Staatskanzlei unter Regierungschef Erwin Sellering (SPD) erklärte, lag das Handelsvolumen bis Dezember bei rund einer Milliarde Euro – das zweitbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre. Während sich der Import auf 793 Millionen Euro fast verdoppelte, legte der Export von 231 auf 234 Millionen Euro leicht zu.

Laut Staatskanzlei führte MV aus Russland vor allem Mineralölerzeugnisse (+84,6 Prozent), Düngemittel (+2,7 Prozent) und Roheisen (+2,4 Prozent) ein. Exportschlager waren Eisenwaren (+20,4 Prozent), Kräne und Gabelstapler (+13 Prozent) sowie Kaffee (10,3 Prozent).

Rostocks IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen zeigte sich ebenso wie andere Wirtschaftsvertreter überrascht über das Plus: „Damit war nicht zu rechnen.“

Mit Blick auf die morgigen Gespräche im weißrussischen Minsk zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), dem französischen Präsidenten François Hollande sowie dessen Amtskollegen Wladimir Putin (Russland) und Petro Poroschenko (Ukraine) äußerte Sellering die Hoffung auf einen Erfolg. Russland sei ein wichtiger Wirtschaftspartner für MV. Eine Reihe von Unternehmen befänden sich in russischer Hand. „Verschlechterungen in den Wirtschaftsbeziehungen können uns deshalb härter treffen als andere Bundesländer.“



Jörg Köpke

10.02.2015
10.02.2015
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