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Rostock ScanHaus-Chef Friedemann Kunz: Warum er große Teile Rostocks kaufte
Mecklenburg Rostock ScanHaus-Chef Friedemann Kunz: Warum er große Teile Rostocks kaufte
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20:44 25.10.2019
Friedemann Kunz (64), Inhaber von ScanHaus Marlow, hat auch mehrere Immobilien in der Rostocker Innenstadt gekauft, unter anderem das Radisson Blu. Quelle: foto: Frank Söllner
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Rostock

Friedemann Kunz (64) macht kein Geheimnis daraus, dass er Immobilien kauft. Das ist Teil seiner Unternehmensphilosophie. „Wir haben Häuser für Mecklenburg-Vorpommern zurückgekauft“, sagt der Herr über die ScanHäuser aus Marlow.

Was er meint? Der Unternehmer hat die Friedemann-Kunz-Familienstiftung gegründet. Die Aufsicht liege beim Land. Er sei Vorstandsvorsitzender, Nachfolger werde sein Sohn Fredrich (32). Als solcher habe er 90 Prozent der Immobilien von Gesellschaften erworben, die ihren Sitz nicht im Lande haben. Also seien die Häuser nach Hause gekommen, so Kunz, und durch die Stiftung über mehrere Generationen für das Land gesichert. „Selbst, wenn meine Nachkommen die Stiftung mal auflösen, geht das alles an die Kinderkrebsklinik der Uni Rostock.“

Kunz: Geschenktes Geld ist nichts wert

Reiner Altruismus? Nicht ganz. Zum einen Familiensinn. „Ich möchte keine Paris Hiltons in der Familie. Meine Kinder werden es gut haben, aber geschenktes Geld ist nichts wert. Jeder soll für sein Geld arbeiten. Mein Motto: Gib das Maximale, dann kannst du zufrieden sein.“ Außerdem sichert Kunz sein erfolgreiches Unternehmen in Marlow mit 800 Mitarbeitern für die Zukunft ab.

1994 hat er mit dem Bau eines ScanHauses begonnen, bis 1997 waren es zehn pro Jahr. 2018 hat ScanHaus bei einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro 668 Häuser in ganz Deutschland gebaut. „Was wir an Gewinn machen, wird innerhalb des Kerngeschäfts reinvestiert. Im Standort Marlow und in Immobilien.“ Einnahmen werden in die Tilgung gesteckt, um im Falle einer Rezession möglichst schuldenfrei zu sein. Er sagt: „Ich bin Unternehmer in neunter Generation in Marlow. Meine Vorfahren haben dort mal mit einer Fassfabrik angefangen. Also habe ich eine Verantwortung gegenüber meiner Familie, meinen Mitarbeitern und der Region.“

Diese Immobilien gehören der Stiftung

Die Stiftung besitze u.a. Immobilien in Marlow, Warnemünde, Rostock. Dazu gehören der Teepott, das aja Hotel, das Hotel Am Leuchtturm, das Gebäude mit Pension in der Alexandrinenstraße sowie zwei Gebäude mit Restaurants („Zum Niklas“ und „Zwanzig 12“) am Alten Strom in Warnemünde. In Rostock das Hotel Radisson Blu, das Wohn- und Bürogebäude am Strande 18, Silo III hinter dem Aida-Firmensitz, am Neuen Markt die Hanse-Häuser, wo die Restaurants „Burwitz“ und „Alex“ angesiedelt sind, vier Hansehäuser in der Kröpi 10, 11, 12, 60, 99, der Riegel in der Breiten Straße gegenüber des Kinos bis zum Restaurant „Block House“, sowie das Grundstück neben Aida im Stadthafen, wo Kunz sein nächstes Stadthotel „Radisson“ plant – mit größtem Biergarten der Stadt auf dem Dach.

Sein neuester Coup: Das Gebäude Am Strande 7 im Stadthafen, wo das Life Science-Unternehmen Centogene mit 220 Mitarbeitern seinen Sitz hat, das er gerade gekauft hat. „Aber ich selbst besitze ja nichts. Alles für die Stiftung“, sagt er.

Über den Autor

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