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Rostock Scanhaus-Chef plant neues Hotel im Rostocker Stadthafen
Mecklenburg Rostock Scanhaus-Chef plant neues Hotel im Rostocker Stadthafen
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09:37 30.01.2019
Die Stadt verkauft die knapp 8000 Quadratmeter große Freifläche vor dem Aida-Hauptgebäude an der Straße Am Strande. Quelle: FOTO: Andreas Meyer
Rostock

Scanhaus-Chef Friedemann Kunz will im Rostocker Stadthafen direkt vor dem Aida-Hauptgebäude ein Radisson-Hotel bauen. Gleichzeitig sollen Büroräume für das benachbarte Biotechnologieunternehmen Centogene entstehen, das sich erweitern will. Dies geht aus einer nicht-öffentlichen Beschlussvorlage für die Rostocker Bürgerschaft hervor.

Insgesamt haben vier Interessenten ein Angebot für das letzte freie Grundstück auf der Silo-Halbinsel abgegeben. Neben Kunz gehören dazu die Hotel- und Projektentwickler der GIB AG aus Bayern, die Elan Projekte GmbH aus dem Emsland und die Münchner Focus Real Estate. Anders als bei vergleichbaren Grundstücksverkäufen der Stadt soll hier nicht allein der Preis darüber entscheiden, an wen die knapp 8000 Quadratmeter große Fläche veräußert wird, sondern das beste Konzept. Und hier sieht eine Experten-Kommission der Hansestadt klar das Kooperationsprojekt von Kunz und Centogene vorne.

„Wir sind durch die Ausschreibung der Stadt auf die Fläche aufmerksam geworden. Wir glauben, dass das gerade im Zuge der Buga 2025 ein hoch attraktiver Standort ist“, sagt Arno Pöker. Der ehemalige Rostocker Oberbürgermeister leitet bei der Friedemann Kunz Familienstiftung als Geschäftsführer die Immobiliensparte.

In ihrer Ausschreibung fordert die Stadt einen Mix aus Hotel, Gastronomie, Büroräumen und Freifläche. „Wir haben für alle geforderten Aspekte eine Nutzung präsentiert. Wir hoffen, dass wir damit jetzt auch die Bürgerschaft überzeugen können“, sagt Arno Pöker. Der Kaufpreis liegt im einstelligen Millionenbereich. „Sollten wir den Zuschlag erhalten, werden wir das Projekt so schnell wie möglich umsetzen“, verspricht Pöker.

Nicht höher als

Aida-Gebäude

Laut Beschlussvorlage soll das neue Radisson-Hotel über rund 175 Zimmer verfügen. Auch sind Bar, Restaurant, Meeting- und Fitness-Bereich geplant. Allerdings darf das neue Haus nicht höher sein als das Aida-Hauptgebäude, wie aus dem Bebauungsplan hervorgeht. Gleichzeitig muss ein Drittel des Grundstücks Freifläche bleiben. Ein weiteres Drittel ist für den neuen Bürokomplex der Centogene AG vorgesehen. Das Unternehmen hat erst im Dezember 2017 in direkter Nachbarschaft seinen 34 Millionen Euro teuren Hauptsitz eingeweiht und ist stetig auf Expansionskurs.

Aktuell beschäftigt Centogene knapp 280 Mitarbeiter am Standort Rostock. Langfristig soll die Zahl auf bis zu 450 steigen. „Das geht aber nur mit der geplanten Erweiterung, die strategisch sehr wichtig für uns ist“, sagt Arndt Rolfs, Chef und Gründer der Centogene AG. Zwischen 1000 und 1500 Quadratmeter Bürofläche seien notwendig. „Wir freuen uns hier über die gute Zusammenarbeit mit der Friedemann Kunz Familienstiftung“, sagt Rolfs.

Das sind die Pläne derKonkurrenten

Auf Platz zwei im Ranking der städtischen Experten-Kommission landet die GIB AG, die zwei Beherbergungsbetriebe für den Standort vorsieht. Zum einen ein klassisches Hotel mit maritimen Bezug und 174 Zimmern. Das Grundstück soll dabei als Quartier oder Campus entwickelt werden. Und zum anderen ein „Longstay-Hotel“, ein „Zuhause auf Zeit“ für mobile Arbeiternehmer, Zuziehende oder Reisende, die eine länger in der Stadt bleiben möchten. Gleichzeitig soll es einen sogenannten Co-Working-Space (Gemeinschaftsbüros) für Junge und Kreative geben.

Die dritthöchste Punktzahl erreichen bei der Jury die Münchner Immobilien-Entwickler der Focus Real Estate. Diese planen ein Hotel mit rund 169 Zimmern. Wobei es in einem Teil des Gebäudes im Erdgeschoss Ladengeschäfte, Dienstleistungseinrichtungen und Gastronomie geben soll sowie in den Obergeschossen Büroflächen mit insgesamt 2050 Quadratmetern. Die Elan Projekte GmbH plant den Bau eines Intercontinental-Hotels mit rund 176 Zimmern und einem Restaurant für externe Besucher. Die geforderten Büroflächen seien im Angebot jedoch nicht erkennbar vorgesehen gewesen, heißt es in der Beschlussvorlage für die Bürgerschaft.

Ortsbeirat lobt

Konzept-Ausschreibung

Der Ortsbeirat Stadtmitte spricht von einem gelungenen Auswahlprozess. „Es ist gut, dass es hier einen Wettbewerb der Ideen und nicht des Geldes gab“, sagt der Beiratsvorsitzende Andreas Herzog (SPD). Auch sei der Ortsbeirat frühzeitig eingebunden worden. „Wir würden es begrüßen, wenn am Ende die vier Konzepte offen gelegt und die Entscheidung gegenüber der Öffentlichkeit auch begründet wird“, so Herzog. Die Bürgerschaft stimmt über den Verkauf Anfang März ab.

André Wornowski

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