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Rostock Schimmel bei den „Heidehummeln“
Mecklenburg Rostock Schimmel bei den „Heidehummeln“
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00:35 28.04.2018
Hausmeister Lars Seidler und Roy Potrykus räumen die Kita Heidehummeln in Rövershagen wegen extremen Schimmelbefalls aus. Quelle: Frank Söllner
Rövershagen

Rohrbruch, feuchte Wände, Schimmel – die Kita „Heidehummeln“ in Rövershagen sorgt derzeit für viel Aufregung, vor allem unter besorgten Eltern. Der Schaden ist in der Tat so massiv, dass die Kinder umziehen und in den kommenden Wochen und Monaten im Freizeitzentrum und dem Schulgebäude betreut werden müssen. Der Trägerverein „Auf der Tenne“, Vertreter der Gemeinde, die Eigentümer des Gebäudes ist, und diverse Sachverständige informierten bei einer Elternversammlung am Dienstag über den aktuellen Stand.

Hintergrund: Bereits seit mehreren Monaten ist der 2014 in Betrieb genommene Anbau der Kita von massiver Feuchtigkeit befallen. „Das wurde bei Ausbesserungsarbeiten entdeckt“, berichtet die ehemalige Kitaleiterin Karin Wulff, die im März die Funktion der Fach- und Praxisberaterin im Bereich Kindertagesstätten beim Trägerverein übernommen hat. Die Gemeinde sei sofort informiert worden, worauf Feuchtigkeitsmessungen und die Beauftragung eines Gutachters folgten. „Es kam heraus, dass ein Rohrbruch im Saunabereich vorliegt, es wurden sofort Trocknungsarbeiten veranlasst“, so Karin Wulff. Durch die großen Mengen an Schmelzwasser nach Ostern ist das Problem allerdings noch größer geworden. Weitere Messungen ergaben: Es liegt eine erhöhte Belastung mit Schimmelsporen vor.

Nachdem die Ergebnisse aller Proben vorlagen, entschieden sich Träger und Gemeinde in der vergangenen Woche auf Anraten der hinzugezogenen Sachverständigen dafür, die Kita zu räumen. „Jetzt muss eine Lösung gefunden werden, eine Trocknung alleine reicht in diesem Fall nicht aus“, sagt Karin Wulff.

Bei vielen Eltern herrscht erheblicher Unmut über die Situation. Sie seien bis zur Versammlung zu keinem Zeitpunkt offiziell über die Situation informiert worden, beschwert sich ein besorgter Vater gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Der Schimmelbefall sei komplett verschwiegen worden. Das Problem sei verschleppt worden, viel zu lange seien Träger und Eigentümer darauf bedacht gewesen, den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten und hätten die Gesundheit der Kinder damit aufs Spiel gesetzt. „In meinen Augen wurde grob fahrlässig gehandelt“, macht sich der Vater Luft.

Karin Wulff wehrt diesen Vorwurf ab und verweist auf die Aussagen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS). Die Experten hätten keine massive gesundheitliche Gefährdung für die Kinder feststellen können. Dementsprechend erfolge der Umzug der Kinder auch nicht wegen des Schimmels per se, sondern um die Ursache für die Feuchtigkeit im Gebäude endgültig aus der Welt zu schaffen. „Das Gebäude ist nicht verseucht“, so Wulff. Das sei bei der Elternversammlung auch explizit formuliert worden. Der Rövershäger Vater möchte sich damit aber nicht zufrieden geben. „Wer ein immungeschwächtes Kind hat, sollte selbst die Entscheidung treffen, ob er es in so einem Fall nicht doch aus der Kita nimmt. Wie hier gehandelt wurde, ist nicht nachvollziehbar.“

Wie lange die Kita geschlossen bleibt, steht bislang noch nicht fest. „Wir versuchen, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden“, sagt Bürgermeisterin Verena Schöne. „Genaueres können wir aber erst sagen, wenn uns das schriftliche Gutachten vorliegt.“

In der Kindertagesstätte werden 100 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren und 30 Krippenkinder betreut.

Milbrandt Christina

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