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Rostock Schmutzige Ostsee: Fischer werden den Müll nicht los
Mecklenburg Rostock Schmutzige Ostsee: Fischer werden den Müll nicht los
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05:19 08.06.2016
Müll aus der Ostsee sortieren Umweltschützer in MV öfter. Fischer werden Abfall, den sie beim Netzeeinholen einsammeln, oft nicht los. Das soll jetzt anders werden. Quelle: Stefan Sauer
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Rostock

Tausende Tonnen Müll landen jedes Jahr in der Ostsee. Fischer finden Plastik & Co. in ihren Netzen, werden sie aber an Land nicht los. Einige sollen den Müll wieder ins Meer werfen, obwohl dies verboten ist. Umweltschützer kritisieren: Die Landesregierung nehme das Thema nicht ernst. Nachbarländer zeigen, wie es geht: In Schleswig-Holstein und Niedersachsen können Fischer in einem Dutzend Häfen ihren Müll kostenlos entsorgen.„Das Land muss das Thema in die Hand nehmen“, fordert Nadja Ziebarth, Meeresschutzbeauftragte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). In MV gebe es „große Lücken“. Zwar auch Anfänge in Sassnitz, mehr aber nicht. Der BUND warnt: Die zunehmende Müll-Belastung in der Ostsee zerstöre die Umwelt. Zu finden sei im Meer alles: Plastik, Styropor, Holz, Glas. Vögel und Meeressäuger bezahlten dies mit dem Leben, da sie sich im Abfall verheddern oder Plastikteile mit Nahrung verwechseln. Corinna Cwielag, BUND-Chefin in MV, fordert: „Müll muss von Schifffahrt und Fischerei problemlos und mit der Hafengebühr bezahlt in Häfen abgegeben werden können, Zuwiderhandlungen verfolgt und bestraft werden.“Fischer berichten von ihrer Not mit dem Müll, wenn auch nur unter der Hand. Viel Plastik, aber auch Größeres, wie Fässer, seien schon beim Fischen hochgezogen worden. Nur: wohin damit? Dass es besser geht, sei an Ost- und Nordsee beim Projekt „Fishing for Litter“ (Fischen für den Müll) zu sehen, so Ziebarth. Etwa 3,5 Tonnen Müll trügen Fischer in sieben Häfen pro Jahr zusammen, sagt Justina Lethen, Umweltministerium Niedersachsen. Vier Häfen seien es in Schleswig-Holstein, an der Ostsee Burgstaaken und Heiligenhafen, zwei weitere sollen hinzukommen. „Wir unterstützen das Projekt“, sagt Nicola Kabel aus dem dortigen Umweltministerium. MV werde beim Projekt größer einsteigen, reagiert eine Sprecherin von Umweltminister Till Backhaus (SPD), „sobald die Finanzmittel zur Verfügung stehen“.

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Frank Pubantz

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