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Rostock Schnee und Glätte: Fast 100 Unfälle in MV
Mecklenburg Rostock Schnee und Glätte: Fast 100 Unfälle in MV
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18:44 29.03.2018
Frisch gefallener Schnee liegt auf einem Geländer an einer Brücke über einer Straße (Symbolbild). Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Schwerin/Rostock/Stralsund/Bergen/Grimmen

Kurz vor Ostern hat sich der Winter in Mecklenburg-Vorpommern noch einmal zurückgemeldet und den Berufsverkehr vor allem in Westmecklenburg und im Norden Vorpommerns behindert. Die Polizeipräsidien in Neubrandenburg und Rostock meldeten bis zum frühen Donnerstagnachmittag rund 70, meist witterungsbedingte Unfälle, bei denen mehr als zehn Menschen verletzt wurden. Die Autos seien von den Straßen gerutscht, an Leitplanken oder in Straßengräben gelandet, hieß es. Die Summe der Blechschäden erreichte nach ersten Schätzungen mehrere 100 000 Euro.

Schnee statt Osterglocken: Im Nordosten Deutschlands hat es am Donnerstag noch einmal kräftig geschneit. Das brachte etliche Autofahrer ins Rutschen.

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Vereinzelt stürzten Bäume unter der Last des nassen Schnees um, Äste brachen ab und mussten von Feuerwehrleuten von den Fahrbahnen entfernt werden. Der Wintereinbruch sorgte aber auch für außergewöhnliche Bilder. So erlebten Strandbesucher in Warnemünde Dutzende Strandkörbe mit Schneehaube. Statt eines Schneemannes hielt ein Schneeosterhase dort Strandwache. 

Lkw blockieren Verkehr bei Autobahnkreuz

Bei Vellahn (Landkreis Ludwigslust-Parchim) prallten auf der Landesstraße 5 am frühen Morgen zwei Autos zusammen, wobei es drei Schwerverletzte gab. Auf der Autobahn 19 Berlin-Rostock rutschten zwischen den Abfahrten Röbel und Waren sowie zwischen Malchow und Linstow Autos von der Fahrbahn. Dabei gab es bei Röbel einen Verletzten. Am Autobahnkreuz von A 20 und A 14 südlich von Wismar blockierten mehrere Lkw den Verkehr, weil sie wegen der Glätte nicht weiterkamen. Nach dem Einsatz von Streufahrzeugen kam der Verkehr aber wieder ins Rollen. Auch auf der Autobahn 24 Hamburg-Berlin ereigneten sich laut Polizei nahe Zarrentin und Parchim Unfälle.

Schneesturm verursacht Unfälle auf der Insel Rügen

Schwerpunkt des Unfallgeschehens war laut Polizei vor allem Vorpommern-Rügen. Dort habe es 20 witterungsbedingte Unfälle und sechs Leichtverletzte gegeben. Bei einem Unfall mit drei Autos und einem Winterdienstfahrzeug bei Lüssow entstand ein Sachschaden von rund 20 000 Euro. Ein Mann wurde leicht verletzt. Die Landestraße 301 zwischen Boldevitz und Bergen musste voll gesperrt werden, weil ein Bus von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Der Busfahrer war zu der Zeit allein im Fahrzeug. Er wurde leicht verletzt. Den Sachschaden bezifferte die Polizei läuft sich auf 41 000 Euro. Auf der L301 herrschte extreme Straßenglätte, mehrere Fahrzeuge landeten im Straßengraben. Auch auf der Bundesstraße 194 südlich von Stralsund rutschte ein Auto bei Schneeglätte in einen Straßengraben. Ein Mensch wurde verletzt.

Polizei warnt vor schnellem Fahren entlang der Ostseeküste

Die Temperaturen waren im Süden des Landes gar nicht mehr winterlich: Bei zwei Grad taute die weiße Pracht schnell wieder weg. Dagegen warnte die Polizei vor zu schnellem Fahren im Norden entlang der Ostseeküste. Dort herrschten am Morgen noch null Grad, weshalb der Schnee an vielen Stellen erstmal liegenblieb, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei Metelsdorf bei Wismar sagte.

Wenige Unfälle im Landkreis Rostock

Im gesamten Landkreis Rostock hat es am Mittwochmorgen zehn Unfälle gegeben. Verletzt wurde dabei nach Angaben von Polizeisprecher Gert Frahm aber niemand.

Im Bereich Bad Doberan kam zwischen A20 und Niendorf ein Lastwagen von der Fahrbahn ab. Er konnte bislang noch nicht abgeschleppt werden. Es kommt weiterhin zu Verkehrsbehinderungen.

Im Raum Wismar keine Störungen mehr

Auch im Raum Wismar war die Polizei dauerhaft im Einsatz. Insgesamt ereigneten sich neun glättebedingte Verkehrsunfälle. Personen wurden dabei nicht verletzt. Die entstandenen Sachschäden beliefen sich auf mehrere tausend Euro. Zudem kamen zahlreiche Lkw von den Straßen ab und konnten ihre Fahrt nicht aus eigener Kraft fortsetzen. Aktuell (10 Uhr) gebe es keine Störungen mehr, sagte ein Sprecher.

Mehrere Glätteunfälle in der Region Grimmen

Insgesamt mehr als 10 000 Euro Schaden kamen bei den Glätteunfällen im Bereich des Grimmener Polizeireviers zusammen. „Personen wurden nicht verletzt“, informierte Grimmens Polizeirevierleiter Dietmar Grotzky. Erstmal wurden die Beamten kurz vor 4 Uhr alarmiert. Auf der Bundesstraße 194 zwischen Grimmen und Abtshagen kam kurz vor dem Bahnübergang Schönenwalde ein 47-jähriger Mann mit seinem Pkw nach rechts von der Fahrbahn ab. Schaden: 5000 Euro. Glätteunfälle ereigneten sich ebenfalls bei Jessin, Millienhagen und Bremerhagen.

Sechs Glätteunfälle im Morgengrauen in Ludwigslust-Parchim

Bereits am frühen Morgen vermeldete die Polizei im Landkreis Ludwigslust-Parchim sechs Unfälle. Autos und LKWs sind von den teilweise glatten Straßen gerutscht oder mit anderen Fahrzeuge zusammengeprallt. So führten die winterlichen Verhältnisse auf der A 24 zu zwei Unfällen bei Zarrentin und in der Nähe von Parchim. Verletzt wurde niemand.

Warnung: Wälder nicht betreten

Wegen der akuten Gefahr, durch herabfallende Äste und umbrechende Bäume verletzt zu werden, wurden die Wälder im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft vorsorglich gesperrt. Ein sicheres Betreten der Wälder sei nicht möglich, es bestehe Lebensgefahr, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Auch die Rostocker Heide sollten nur unter großer Vorsicht betreten werden, warnte das Stadtforstamt Rostock.

Im Tagesverlauf gingen die Temperaturen wieder merklich nach oben. Bei durchschnittlich zwei Grad taute die weiße Pracht vielerorts schnell wieder weg. Die Lage auf den Straßen hatte sich nach Einschätzung der Polizei zum Mittag wieder stabilisiert.

Den Wetterprognosen zufolge war der Schnee vom Donnerstag für diesen Winter in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht der letzte. Nach einem kurzen Temperaturanstieg und Auflockerungen erwarten die Meteorologen schon für Sonntag erneut Minusgrade und Schneefälle.

OZ

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