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Rostock Schnelles Internet in MV: Überholt das Dorf die Stadt?
Mecklenburg Rostock Schnelles Internet in MV: Überholt das Dorf die Stadt?
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Fenster und Türenbau Sternberg GmbH: Die Firma erhofft sich durch schnelles Internet Wettbewerbsvorteile. Manuel Rossow (40) arbeitet in der Endmontage. In der Zukunft kann der Kunde sehen, wann sein Produkt geliefert wird.  Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Die schlechte Anbindung ans Internet galt lange als Wettbewerbsnachteil für die ländlichen Regionen in MV. Viele Unternehmen auf dem Dorf können keine E-Mails verschicken oder keine Online-Aufträge annehmen. Doch dieser Nachteil könnte sich dank der Förderpolitik für den Breitband-Internetausbau schon bald in einen Vorteil verwandeln. Denn auf dem Land kommen die Gigabit-Anschlüsse voraussichtlich einige Jahre früher als in den Städten. Eine Riesenchance für Handwerker und Dienstleister – die sie aber auch nutzen müssen, rät Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag MV.

Alle Gewerbegebiete in MV werden angeschlossen

„In den nächsten drei Jahren werden voraussichtlich alle Gewerbegebiete in den ländlichen Räumen von MV ans schnelle Internet angeschlossen sein“, sagt Fittschen. „In den Städten ist es dagegen noch etwas unklar.“ Denn die staatliche Ausbauförderung richtet sich bislang nur an Regionen, in denen es Verbindungen mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) gibt. In Städten sind solche Anschlüsse meist schon erhältlich. Auch hier soll es laut Fittschen eine Förderung geben, die wohl ab nächstem Jahr greifen werde.

Doch auf dem Land werden bereits Fakten geschaffen. „In den Kreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim sind bereits alle Ausbauprojekte, die so genannten Cluster, vergeben“, sagt Fittschen. Die ersten seien sogar schon fertig, etwa in Sternberg. „MV ist hier ausnahmsweise mal schneller als andere Bundesländer.“

Mehr lesen: Firma hofft auf das schnelle Internet

Die Frage sei jetzt nur, wer das schnelle Internet nutze, so Fittschen. „Es dient sicher nicht in erster Linie dazu, dass meine Kinder tolle Computerspiele spielen können.“ Vielmehr würden sich für Unternehmen und Handwerksbetriebe ganz neue Möglichkeiten eröffnen, erklärt Fittschen am Beispiel eines Tischlers: „Wenn jemand ein Werkstück haben will, sendet er die Pläne dafür per E-Mail an den Handwerker, diese werden dann automatisch an die Maschine übermittelt, die das Teil dann produziert. Wenn es fertig ist, beauftragt das System automatisch ein Logistikunternehmen.“

„Ein mittelschneller Anschluss reicht aus“

Doch das Bewusstsein für diese Chancen sei noch nicht überall vorhanden: „Viele Handwerksmeister glauben, das Internet spiele für sie keine Rolle, weil ihr Betrieb zu klein ist. Aber das stimmt nicht“, betont Fittschen. Auch der Preis, der früher viele abgeschreckt habe, sei durch den geförderten Ausbau deutlich gesunken. „Oft kostet ein mittelschneller Anschluss, der für die meisten Betriebe völlig ausreichend ist, 40 bis 60 Euro im Monat. Das ist für jedes Unternehmen leistbar.“

Auch der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock, Jens Rademacher, ist überzeugt: „Nach einem vollendeten Glasfaserausbau sind eine fehlende oder zu langsame Internetanbindung kein Argument mehr, nicht in den ländlichen Raum zu ziehen.“ Zumindest für Unternehmen, die selten direkten Kundenkontakt benötigen, sei es dann irrelevant, wo das Unternehmen sitzt: in einer Metropole oder im ländlichen Raum.

Das Angebot ist besonders für Start-Ups interessant

Gerade für neu gegründete Firmen, so genannte Start-ups, sei dies ein Anreiz, sich in MV auf dem Land anzusiedeln, ebenso wie für Unternehmen, die sich vergrößern möchten, aber in der Stadt keine bezahlbaren Flächen finden: „Während die Grundstücke in den Stadtzentren rar sind, gibt es im ländlichen Raum noch ausreichend Fläche“, so Rademacher.

Davon könnten auch die Mitarbeiter profitieren: „Für Unternehmensmitarbeiter sind Wohnungen und Grundstücke auf dem Land noch erschwinglich, anders als in vielen Metropolen“, so der IHK-Chef. Das könnte sogar die dringend gebrauchten Fachkräfte ins Land locken: „Wer in süd- und westdeutschen Großstädten mit horrenden Mietpreisen oder langen Pendelwegen konfrontiert ist, wird – bei gut verfügbaren schnellen Internetanbindungen auch in den ländlichen Regionen – gewiss damit liebäugeln, dort hinzuziehen, wenn eine passende Stelle angeboten wird“, glaubt Rademacher.

Axel Büssem

Die Fenster- und Türenbau Sternberg erhofft sich von dem bevorstehenden Breitbandanschluss Verbesserungen in vielen Bereichen – vom Home Office für die Mitarbeiter bis zur Datensicherheit.

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