Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Schüler sammeln 105 Kilo Müll am Strand
Mecklenburg Rostock Schüler sammeln 105 Kilo Müll am Strand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 05.01.2018
Hannes Buse (v.r.), Vanessa Frank und Maya Hinzmann vom Innerstädtischen Gymnasium sammeln Müll am Strand von Warnemünde. Quelle: Foto: Johanna Hegermann
Anzeige
Warnemünde

Weggeschmissene Zigarettenstummel, Reste von Feuerwerkskörpern und liegen gelassene Glasflaschen: Wenige Tage ist es her, dass zunächst Silvester und mit dem Turmleuchten dann auch Europas größtes Neujahrsevent in Warnemünde gefeiert wurde. Das hat Spuren am Strand des Ostseebads hinterlassen, die trotz erster Aufräumaktionen kurz nach dem Jahreswechsel noch immer nicht verblasst sind.

Rund 60 Schüler von verschiedenen Schulen aus Rostock sind gestern an drei Strandabschnitten in Warnemünde unterwegs gewesen, um die Hinterlassenschaften der Feiernden aufzusammeln. Organisiert wurde die Exkursion vom Bilse-Institut (Bildungs-Service für Europa GmbH). Das Institut leitet an mehreren Gymnasien Rostocks Projektgruppen, die sich in diesem Jahr vor allem mit dem Thema Umwelt auseinandersetzen. „Das ist das erste Mal, dass wir bei unserer Exkursion so aktiv werden“, sagt Sophie Gäde vom Bilse-Institut. Die Zeit für diese Müll-Aktion sei ideal. „Gerade zum Jahreswechsel ist am Strand viel los und es sammelt sich einiges an.“ Insgesamt fast 105 Kilogramm Müll konnten sie aus dem Sand sammeln – davon 75 Prozent Überreste vom Silvester-Feuerwerk.

In drei Gruppen haben sich die Schüler der Mittel- und Oberstufe aufgeteilt, um an der Mole, vor der Forschungsvilla und vor dem Neptunhotel Unrat zu sammeln. „Es ist interessant, wenn man sieht, was die Leute eigentlich alles liegen lassen“, sagt die 16-jährige Anna-Luisa Rohmann vom Erasmus-Gymnasium. Mileen Wotzka aus Warnemünde ist hingegen schockiert. „Wir verschmutzen unseren eigenen Lebensraum. Es ist gut, dass wir hier aufräumen. Aber es sollte mehr Maßnahmen geben, damit die Leute ihren eigenen Müll wegräumen“, betont die 16-Jährige.

Unter dem Motto „Aktiv am Strand“ geht es hier jedoch nicht nur um Strandreinigung, sondern auch um Wissenschaft. Die Schüler werden daher von Experten des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (IOW) und der Europäischen Küstenunion (EUCC) angeleitet, damit die Funde wissenschaftlich ausgewertet werden können. Das sogenannte Spülsammel-Monitoring wird vom Bundesforschungsministerium innerhalb des Schwerpunkts „Plastik in der Umwelt“ gefördert. „Die Daten werden zunächst ans Landesamt, dann ans Umwelt-Bundesamt und von dort an die EU geleitet“, erklärt Nardine Stybel vom EUCC.

In einer Reihe mit einem Meter Abstand zueinander stehen die Schüler – gewappnet mit Müllbeuteln und Handschuhen. Systematisch laufen sie den etwa 100 Meter langen Strandabschnitt ab und versuchen, jede Spur von Unrat – von der Wasserkante bis zum Dünenfuß – zu beseitigen. Die Ergebnisse werden in einer Liste festgehalten. „Auf der Liste sind die Top-20-Funde am Ostseestrand aufgezählt“, erklärt Mirco Haseler vom IOW. Da Überreste vom Silvester-Feuerwerk sonst nicht dazugehören, hat Haseler es kurzerhand mit auf die Liste geschrieben.

Normalerweise sind es vor allem Zigarettenstummel, die man am Strand findet. „Das Problem ist in Warnemünde noch immer erheblich – trotz des Ostsee-Aschers“, sagt Nardine Stybel. Seit Sommer 2016 wurden 18768 Kippen an fünf Standorten des ungewöhnlichen Mülleimers in Warnemünde gesammelt. 7457 davon wurden in den Aschern gezählt. Doch 11 311 lagen noch am Strand.

Nardine Stybel weist die Schüler auch noch einmal auf den nächsten großen Aktionstag hin: Am 15. September findet der dritte Landesaktionstag gegen Meeresmüll statt. „Dann kann man sich hier in Warnemünde und auch in MV an vielen verschiedenen Aktionen beteiligen“, erklärt sie.

Mirco Haseler vom IOW ist mit dem Einsatz der Jugendlichen zufrieden. „Solche Müllsammeltage bringen das Problem der Verschmutzung an die Öffentlichkeit.“ Müll sei ein von Menschen geschaffenes Problem und müsse dementsprechend auch von Menschen gelöst werden.

Johanna Hegermann

In mehreren Gartenanlagen in Mönchhagen ist in der Nacht zu Donnerstag eingebrochen worden. Wie die Polizei gestern mitteilte, sind drei Eigentümer betroffen.

05.01.2018

Zu weit in der Fahrbahnmitte sind zwei Lkw auf der Landstraße 11 zwischen Zibühl und Bützow unterwegs gewesen: Am Donnerstagmorgen gegen 7.30 Uhr stießen die beiden ...

05.01.2018

Die Musiker spielen zum Neujahrskonzert Tschaikowski und Grieg

05.01.2018