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Rostock Schulessen: Rostock will selber kochen
Mecklenburg Rostock Schulessen: Rostock will selber kochen
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05:33 09.03.2019
Die Zweitklässler Edward (v. l.), Bjarne und Elida (alle 7 Jahre alt) essen Linsensuppe und Nudeln in der St.-Georg-Schule in Rostock. Am liebsten isst Edward Senfei, Elida freut sich immer auf Pizza. Bjarne mag sich nicht festlegen: „Ich habe viele Lieblingsessen!“ Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten – zumindest, wenn es um das Thema Essen geht: Kaum ein Thema hat Rostocks Eltern in den vergangenen Jahren so bewegt wie das Mittagessen in den städtischen Schulen. Nun ist die Diskussion um die Verpflegung der Jungen und Mädchen neu entbrannt. Denn im kommenden Jahr läuft der Vertrag mit dem Anbieter Sodexo aus. Die SPD will nun prüfen lassen, ob die Stadt das Kochen nicht ab Juli 2020 in Eigenregie übernimmt – damit es besser schmeckt und gesündere Mahlzeiten auf den Tisch kommen.

SPD: Kritik reißt nicht ab

„An uns wird immer wieder Kritik am Geschmack und der Qualität der Mittagessen durch Schüler und Eltern herangetragen“, sagt Thoralf Sens, Vize-Fraktionschef der Rostocker SPD in der Bürgerschaft. Der Unmut über Sodexo sei nach wie vor groß. Geht es nach den Sozialdemokraten, dann kocht die Stadt künftig selbst: „Wenn die Hansestadt selber die Essen kocht, können wir über Qualität, Preis und Auswahl auch selber bestimmen“, so Sens. Andere Städte würden das schon seit Jahren so machen – Berlin etwa. Rostock könne dann garantieren, dass die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesundes Essen eingehalten werden und gleichzeitig die Preise so gering wie möglich halten. „Die Schulmensen könnten von einem kommunalen Essenanbieter nach dem Vorbild des Studierendenwerks versorgt werden.“ Die Hoffnung der SPD: Je besser das Essen schmeckt, desto mehr Schüler nutzen das Angebot auch.

Elternrat offen für Neues

Beim Stadtelternrat kommt der Vorstoß der SPD gut an. Denn die Verpflegung sei permanent ein Thema an den Schulen Rostocks. „Wir hätten nichts dagegen, wenn die Stadt das Essen künftig selber kocht. Aber dann für alle Schulen“, so die Vorsitzende des Gremiums, Anja Ritter. Ausnahmen dürfe es nicht geben. Obwohl: Die Qualität des Essens habe sich bei Sodexo in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Das liege an der Einführung des sogenannten „Cook & Chill“-Verfahrens: Die Speisen werden in der Sodexo-Großküche vorgegart, dann in Öfen in den Schulen fertig zubereitet. „Das Essen ist dadurch definitiv besser geworden“, sagt Ritter. Sie sieht ganz andere Probleme, was die Mittagsmahlzeiten angeht: An vielen Schulen würden den Kindern nur 10 oder 15 Minuten zum Essen bleiben. Die Pausen seien zu knapp bemessen. Und außerdem: „In manchen Schulen haben wir Speiseräume, in denen keiner von uns essen würde.“ Altmodisch, im Keller gelegen: „Das geht zum Teil gar nicht“, so Ritter.

Sodexo kocht für 3800 Kinder

Im Schnitt essen jeden Tag 3800 Kinder in Rostock die Mittagsmahlzeiten von Sodexo, sagt Unternehmenssprecherin Suska Welzel. Tendenz steigend. An den Grundschulen bietet das Unternehmen drei verschiedene Menüs pro Tag an, an den weiterführenden Schulen seien es sogar vier. Je ein Menü ist nach den DGE-Standards zertifiziert. Und: „Generell bieten wir immer ein vegetarisches Gericht an – und vier Sonderkostformen für Allergiker.“ Die Zahl der Beschwerden über das Angebot sei spürbar rückläufig, so Welzel. Das Unternehmen wolle den Vertrag mit der Hansestadt gerne verlängern: „Wir möchten auch weiterhin in Rostock für die Schüler kochen.“

Senator: „Wird nicht billiger“

Rostocks Schulsenator Steffen Bockhahn, der OB-Kandidat der Linken, will den SPD-Vorschlag aufgreifen: Er hat selbst vor drei Jahren vorgeschlagen, in Eigenregie zu kochen. Das aber sei von der Bürgerschaft abgelehnt worden. Auch von den Sozialdemokraten. „Die Unabhängigkeit von Dritten sowie die Gestaltungsmöglichkeiten sind sicher attraktiv und rechtfertigen eine erneute Prüfung. Zum Nulltarif wird sich das Vorhaben nach meiner Auffassung jedoch nicht umsetzen lassen.“ Im Klartext: Wenn die Stadt selber kocht, wird es definitiv nicht günstiger – jedenfalls nicht für die Kommune. „Die Stadt Göttingen zum Beispiel betreibt eigene Küchen und beliefert nicht nur die Schulen und etliche Kindertagesstätten, sondern auch Kantinen, die vor allem von städtischen Angestellten besucht werden. Dort hat man extra einen Eigenbetrieb gegründet, der nicht kostendeckend arbeitet. Die Stadt subventioniert den Essenspreis erheblich.“

Selbst wenn die Bürgerschaft entscheiden sollte, nicht mehr mit Sodexo zusammenarbeiten zu wollen, werde frühestens ab dem Schuljahr 2021/2022 eine städtische Küche ihren Betrieb aufnehmen können: „Wir würden zeitlichen Vorlauf benötigen, da derzeit keine Küche, kein Personal und keine Lieferlogistik vorhanden sind“, sagt Bockhahn. Und außerdem: Sodexo könne bis Jahresmitte eine Verlängerung des Vertrages um zwei Jahre beantragen.

Andreas Meyer

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