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Rostock Science@Sail: Familien auf Entdeckungsreise
Mecklenburg Rostock Science@Sail: Familien auf Entdeckungsreise
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09:00 06.08.2019
Sie sind Teil der diesjährigen Science@Sail 2019: Anne-Marie Esche, Ludwig Scheibe, Wiebke Loseries und Prof. Dieter Bauer. Im Mittelpunkt steht das Periodensystem der Elemente. Quelle: Jana Schubert
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Rostock

Nebelkammern, in denen man verschiedene Strahlungsarten sehen kann, selbst gebaute Raketen, die bis zu 20 Meter in die Höhe fliegen und ein physikalisches Dinner – und das auf der Hanse Sail. Dass es dort nicht nur Schiffe und Jahrmarkt zu sehen, sondern auch das Periodensystem der Elemente zu entdecken gibt, dafür sorgt die Science@Sail auch dieses Jahr.

Studenten und Professoren des Physik-Instituts der Universität Rostock stellen ein buntes Programm mit Vorträgen von Wissenschaftlern, Experimenten zum Anfassen und Mitmachen zusammen. Die aus der langen Nacht der Wissenschaft bekannte Schauvorlesung hat extra ein neues Stück geschrieben.

Geburtstag des Periodensystems wird gefeiert

„Wir wollen über die eigentliche Arbeit hier im Institut hinaus für Physik begeistern“, erzählt Wiebke Loseries, Organisatorin der Science@Sail. Es sei wichtig, zu zeigen, was man in Forschung und Lehre tue. Schon seit zwei Jahren findet die Veranstaltung im Max-Planck-Institut statt, in diesem Jahr steht das Periodensystem der Elemente im Mittelpunkt – es wird 150 Jahre alt. Gedacht ist die Veranstaltung für Familien: „Wir haben für die Großen und Kleinen etwas dabei“, verspricht Loseries.

„Wir widmen uns besonders den Elementen, dieses Thema durchzieht dann auch das Experimentarium“, so Loseries weiter. Neben den Vorträgen im Hörsaal werden auf der gesamten Ebene Exponate und Experimentierstationen aufgebaut sein. Auch die Historie des Systems komme nicht zu kurz: „Wir haben mehrere Experimente zu den ursprünglichen Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft“, erzählt Loseries.

„Das Thema ist in diesem Jahr sehr anspruchsvoll. Es ist mehr etwas zum Mitdenken“sagt Loseries. Trotzdem kommt die Praxis nicht zu kurz: Kinder können neben den Experimenten zum Anfassen auch Raketen selber basteln. „Die fliegen fast 20 Meter hoch“, verspricht Loseries. Auch ein Quiz ist für die jungen Forscher vorbereitet.

Physikalisches Dinner sorgt für Spannung

Ludwig Scheibe ist Doktorand am Physik-Institut und spielt schon seit 2014 in der Schauvorlesung mit. „Es geht um eine gemeinsame Feier anlässlich des Uni-Jubiläums mit verschiedenen Persönlichkeiten. Dabei geht wie bei jeder guten Komödie ein bisschen was schief und es gibt einige Missverständnisse“, verrät er den Inhalt des selbst geschriebenen Stücks.

„Selbstverständlich gibt es auch wieder spektakuläre Experimente zu sehen. Wir wären nicht die Schauvorlesung, wenn nicht“, verspricht Scheibe. Es sei nicht nur ein lustiges Stück, sondern auch lehrreich. Die Vorstellung sei für alle Altersgruppen geeignet: „Es ist durchaus für Jung und Alt gemacht.“

Wie fotografiert man das Innere eines Atoms?

Die Vorträge in diesem Jahr werden hauptsächlich von Professoren der Physik und Chemie gehalten. Einer davon ist Prof. Dieter Bauer: „Wir schießen mit dem Laser auf alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist“, beschreibt er sein Forschungsgebiet. Sein Vortrag beschäftigt sich mit dem Fotografieren des Inneren eines Atoms mithilfe von ultrakurzen Lichtpulsen. Die müssen kürzer als eine Attosekunde sein, also ein Milliardstel einer Milliardstel Sekunde lang. Mithilfe der Fotos könne man das Atom verstehen und welche Prozesse in ihm ablaufen. „Wenn man das verstanden hat, kann man auch das Periodensystem verstehen“, sagt Bauer.

Er freut sich besonders auf das Publikum: „Das ist mal was anderes. Da sitzen keine Studenten, sondern Kinder, Jugendliche und Senioren.“ Man könne erzählen, was man den ganzen Tag treibe und das Ganze auch noch unterhaltsam aufbereiten. „Das macht Spaß“, so Bauer. Auch über Fragen nach dem Vortrag freue er sich immer sehr.

„Letztendlich ist das Periodensystem sehr schlicht gestaltet, aber es verbergen sich unglaubliche Zusammenhänge darin“, fasst Loseries die Faszination zusammen.

Die Science@Sail findet vom 9. August bis zum 10. August im Max-Planck-Institut (Konrad-Zuse-Str. 1) statt. Die Vorträge und Experimente finden von 14 bis 18 Uhr dort statt, weitere Informationen und das Programm sind unter https://www.scienceatsail.uni-rostock.de/ zu finden.

Jana Schubert

Felix Göbel (23) ist Schornsteinfeger aus Leidenschaft. Viele Facetten zeichnen den anspruchsvollen Beruf aus. Ein Junggeselle über seine Neugier, Umweltschutz, Aberglaube und Zylinder-Stolz.

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