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Rostock Sechs neue Hotels: Rostock bei Urlaubern immer beliebter
Mecklenburg Rostock Sechs neue Hotels: Rostock bei Urlaubern immer beliebter
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05:30 20.03.2019
Am Werftdreieck in Rostock sollen gleich zwei neue Hotels entstehen. Quelle: List-Gruppe
Rostock

Gerade erst hat Rostock einen neuen Tourismus-Rekord aufgestellt: Mehr als zwei Millionen Übernachtungen zählte die Hansestadt im Jahr 2018. Und eines ist schon jetzt klar: Diese Bestmarke dürfte nicht lange Bestand haben. Denn das Geschäft mit Urlaubern an der Warnow boomt: Gleich sechs neue Hotels sind aktuell in Rostock geplant. Das neueste Projekt davon: Am Werftdreieck sollen gleich zwei neue Herbergen für Gäste entstehen. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sieht den Boom hingegen mit Skepsis: „Neue Hotels sind gut für Rostock – aber bitte nicht im Billigsegment“, so Dehoga-Regionalchef Kai Dau.

„B&B“ plant zwei neue Hotels

Doch genau in diesem Segment wird es in den kommenden Jahren einen deutlichen Zuwachs an Betten geben: Allein die französische Gruppe „B&B“ plant in der Hansestadt gleich zwei neue Hotels. Bereits zum Jahresende soll nach Angaben einer Unternehmenssprecherin das erste der beiden neuen Häuser eröffnen: Bauherr für das „B&B Hafen“ ist die Baum-Gruppe aus Hannover. Die Firma des Multimillionärs und Hannover 96-Gesellschafters Georg Baum baut für rund sieben Millionen Euro ein Hotel mit 140 Betten auf der Holzhalbinsel. Das zweite „B&B“ – es wird den Beinamen „City“ tragen – wird am Werftdreieck entstehen und 103 Zimmer haben. Investor an dem Standort in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt ist der Oldenburger Projektentwickler List Develop Commerical. „B&B“ betreibt weltweit fast 400 Hotels und wirbt mit niedrigen Preisen vor allem um junge Städtetouristen. „Wir sehen großes Potenzial in Rostock“, so B&B-Geschäftsführer Max Luscher.

Am Werftdreieck wird es aber nicht bei einem neuen Hotel bleiben: List-Geschäftsführer Michael Garstka bestätigte Pläne, die an der Ecke Lübecker Straße / Konrad-Zuse-Straße gleich zwei neue Herbergen vorsehen. „Das zweite Hotel wird ein Arthotel der ,Ana’-Gruppe“, so Garstka. Die „Ana“-Gruppe betreibt bisher vor allem im süddeutschen Raum und in Wien 27 sogenannte Design-Hotels. Rostock wird nach Bremen und Hannover einer der ersten Standorte im Norden. Insgesamt will die List-Gruppe in den Bau der beiden Hotels und eines Bürokomplexes am Werftdreieck einen „mittleren zweistelligen Millionen-Betrag“ investieren. Eröffnung soll 2020 sein.

Sechs neue Herbergen sollen in der Hansestadt entstehen

Stadthafen und Lütten Klein im Fokus

Am Stadthafen und in Lütten Klein sind noch insgesamt drei weitere Hotels geplant: Matthias Horn, Koordinator für Stadtentwicklung im Büro von Oberbürgermeister Roland Methling (UFR), sprach bereits 2018 davon, dass sich die Stadt gut ein weiteres Hotel am Stadthafen vorstellen könne – in Höhe des geplanten Archäologischen Landesmuseums. Konkretes gibt es dort aber noch nicht. An einer anderen Stelle an der Warnow sind die Planungen hingegen schon deutlich weiter: Auf der bisher noch freien Fläche vor der Aida-Zentrale soll die Stiftung von Scanhaus-Chef Friedemann Kunz einen Neubau für ein Hotel und einen Erweiterungsbau für das weltweit tätige Genforschungsunternehmen Centogene errichten. „Wir bauen ein Hotel für die Radisson-Gruppe“, so Arno Pöker, Leiter der Immobiliensparte in der Kunz-Familienstiftung.

Bisher war stets die Rede davon, dass Radisson mit seiner Marke „Park Inn“ in den Neubau einziehen will. Doch nach OZ-Informationen ist das vom Tisch: Radisson überlege, am neuen Standort in Rostock mit einer Marke aus dem gehobenen Segment einzuziehen. „In Rostock entstehen derzeit viele Hotels aus dem Niedrigpreis-Segment. Radisson will sich davon abheben“, so ein Branchen-Kenner. Arno Pöker will das nicht kommentieren, verweist auf die Radisson-Gruppe.

Auch außerhalb des Zentrums ist ein Neubau in Planung – in Lütten Klein. Die Firma Esslinger aus Oberderdingen will dort ein Hotel für Geschäftsreisende und Kongressbesucher bauen. Ein 20-Millionen-Projekt mit fast 400 Betten direkt an der St.-Petersburger-Straße. „Wir sehen große Chancen für ein Hotel im Drei-Sterne-Segment“, so Investor Kai Esslinger.

Dehoga ist skeptisch

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) ist begeistert von dem Betten-Boom in Rostock. Er sei das Ergebnis „jahrelanger harter Arbeit vieler Partner“ im Tourismus. Sie hätten die Hansestadt für mehr und mehr Urlauber attraktiv gemacht. Die neuen Hotels würden „stabile Arbeitsplätze“ für Rostock bringen. Der Hotel- und Gaststättenverband ist da etwas skeptischer: Zwar begrüßt auch Regionalchef Kai Dau, dass zusätzliche Kapazitäten in Rostock entstehen. „Gesunder Wettbewerb fördert die Qualität.“ Aber ein Punkt bereite ihm dann doch Sorgen: „Wir sind als Dehoga gegen neue Hotels im Billig-Segment. Wir brauchen in Rostock nicht mehr Masse, sondern mehr Klasse. Alles andere haben wir gar nicht nötig.“ Den Neubau in Lütten Klein jedoch begrüßt er ausdrücklich: „Wir wollen im Kongress- und Geschäftsreise-Bereich wachsen, haben enormes Potenzial. Aber uns fehlen für diese Gäste tatsächlich Betten-Kapazitäten.“

Auch der Landestourismusverband beobachtet die Entwicklung in Rostock genau: „Die Wirtschaft an der Warnow wächst – und ja, deshalb gibt es gerade im Bereich Geschäftsreisen und Städtetourismus noch Potenzial“, sagt Vize-Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf. Jedoch müsse die Hansestadt mittelfristig im Blick haben, wann die Grenze erreicht sei – und wann aus Wachstum ein Verdrängungswettbewerb wird. „Bisher war es aber so, dass neue Hotels dazu geführt haben, dass Rostock mehr Gäste lockt.“ Zum Vergleich: Im Jahr 2008 gab es in der Stadt und in Warnemünde gerade mal 10 000 Betten für Gäste, Ende 2018 waren es dann bereits knapp 16 000. Und: „Zweifelsohne ist Rostock ein attraktiver Standort.“ Woitendorf spricht von einem B-Standort. „An den A-Standorten wie Berlin, Hamburg oder München sind die Hotel-Märkte gesättigt. Nun rücken Destinationen wie Rostock in den Fokus. Auch bei den Urlaubern.“

Andreas Meyer

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