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Rostock Seenotretter suchen händeringend Helfer an Land
Mecklenburg Rostock Seenotretter suchen händeringend Helfer an Land
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15:33 19.03.2019
Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums Mecklenburg-Vorpommern präsentiert das neue Jahrbuch.
Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums Mecklenburg-Vorpommern präsentiert das neue Jahrbuch. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Sie rücken aus, wenn andere Schiffbruch erleiden, helfen bei umfangreichen Suchaktionen auf hoher See oder leisten technische Hilfeleistung bei liegengebliebenen Booten. Die Warnemünder Seenotretter sind rund um die Uhr im Einsatz und haben alle Hände voll zu tun – auch an Land, wie Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Auf Messen, Hafenfesten oder bei Ausstellungen informieren die Mitarbeiter Besucher und Interessierte über ihre erfolgreiche Tätigkeit. Weil ihnen aber die freiwilligen Helfer ausgehen, sucht die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nun tatkräftige Unterstützung an Land.

Ehrenamt auf dem Festland

„Die Anzahl der freiwilligen Helfer hat sich im vergangenen Jahr drastisch reduziert“, berichtet Westphal. Lediglich zehn ehrenamtliche Mitarbeiter sind derzeit aktiv. Vom Kapitän, über den Rechtsanwalt bis hin zur Krankenschwester. Sie kommen aus allen möglichen Branchen und widmen ihre Freizeit dem Ehrenamt. „Manche sind schon seit über zehn Jahren dabei. Ohne ihre Hilfe wäre die erfolgreiche Tätigkeit der DGzRS nicht denkbar“, sagt der Leiter des Informationszentrums Mecklenburg-Vorpommern stolz. Bis zu 20 Einsätze bewältigen die jungen Frauen und Männer im Jahr. Sie organisieren Vorträge, betreuen Informationsveranstaltungen und stehen stets für Fragen jeder Art bereit.

Diese ehrenamtlichen Mitarbeiter haben die Seenotretter auf der Hanse Sail 2018 bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Quelle: DGzRS

Um all dem gerecht zu werden, haben sie zunächst eine umfangreiche Schulung durchlaufen. In verschiedenen Fortbildungsseminaren werden ihnen unter anderem die Grundlagen über die Seenotretter vermittelt. Ganz nach individueller Neigung und Interessenlage setzt der ehrenamtliche Mitarbeiter an Land seine Schwerpunkte. „So kann er seinen ganz persönlichen Beitrag zum erfolgreichen Fortbestand der DGzRS leisten“ erklärt Westphal. „Wir setzen dabei aber auch auf das Prinzip Learning by Doing.“ Die Ehrenamtler bekämen so die Möglichkeit erfahrenen Leuten über die Schulter zu schauen und von ihnen direkt zu lernen.

Besondere Vorkenntnisse brauchen Interessenten nicht haben. „Auch das Alter ist völlig egal. Hauptsache die Leute haben Lust und Zeit sich hin und wieder zu beteiligen“, so Westphal. Das Besondere an der Tätigkeit seien die flexiblen Zeiten. „Wenn es einmal nicht passen sollte, ist es nicht so schlimm“, merkt der Leiter des Informationszentrums an. „Jeder kann sich dann einbringen, wenn es im passt.“

Ehrenamtliche Helfer

Zehn freiwillige Mitarbeiter unterstützen derzeit die Seenotretter an Land. Weitere Unterstützung ist dringend erwünscht. Wer Zeit und Lust hat sich ehrenamtlich zu engagieren, der kann einfach im Informationszentrum in Warnemünde unter 038151409 anrufen. Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums Mecklenburg-Vorpommern und seine Kollegin Thekla Riemer sind auch unter der folgenden E-Mail-Adresse erreichbar: infozentrum-mv@seenotretter.de.

2 156 Einsätze im vergangenen Jahr

Die Seenotretter sind auf Nord- und Ostsee im Einsatz – rund um die Uhr und bei jedem Wetter. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist einer der modernsten Seenotrettungsdienste der Welt. Sie finanziert ihre Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Alleine im Jahr 2018 sind die Seenotretter 2 156 Mal auf der Nord- und Ostsee im Einsatz gewesen. Die Besatzungen haben dabei rund 356 Menschen aus Seenot gerettet. Darunter ein 53-Jähriger, der von einer Ostseefähre über Bord gegangen ist. Zahlreiche Schiffe und Hubschrauber beteiligten sich an der Suche nach dem Vermissten. Darunter auch der Seenotkreuzer Arkona der Station in Warnemünde. Dieser und weitere Rettungseinsätze sind nun auch im diesjährigen Jahrbuch der Seenotretter beschrieben, welche gegen eine kleine Spende ausgegeben wird.

Susanne Gidzinski