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Rostock Sewan Latchinian kommt ans Volkstheater zurück
Mecklenburg Rostock Sewan Latchinian kommt ans Volkstheater zurück
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06:19 15.05.2015
Sewan Latchinian will am Freitag seine Arbeit wieder aufnehmen.
Sewan Latchinian will am Freitag seine Arbeit wieder aufnehmen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Sewan Latchinian (54) wird am Freitag seine Arbeit als Intendant des Rostocker Volkstheaters wieder aufnehmen. Fast sechs Wochen nach seinem Rauswurf und einer kontroversen Debatte wolle er den Dialog mit der Stadtpolitik suchen, um das Theater wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, sagte er gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Am Haus herrscht unterdessen große Ungewissheit: Die kommende Spielzeit sei in großer Gefahr, da in zurückliegenden Wochen wichtige Entscheidungen zur kommenden Spielzeit nicht getroffen worden.

„Ich werde am Freitag wieder in meinem Büro sein“, sagt Latchinian. Er wolle das Gespräch mit Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) suchen, um herauszufinden, wie viel Spielraum zu einer Rettung von vier Sparten am Theater noch vorhanden ist. Er wolle verhindern, dass das Theater weiteren Schaden nimmt.

Latchinians Weg dürfte steinig sein. Nach furiosem Auftakt seiner ersten Spielzeit im Herbst 2014 in Rostock startete die Dauerdebatte zum Spartenabbau. Im Februar beschloss die Bürgerschaft das sogenannte 2+2-Sparten-Modell, das Erhalt von Schauspiel und Orchester, aber Einschnitte bei Musik- und Tanztheater vorsieht. Latchinians Protest im Kampf für alle vier Sparten gipfelte in harsche Kritik an der Kulturpolitik in Rostock und dem Land. Folge: Der Rostocker Hauptausschuss beendete Ende März die Anstellung des Intendanten, die Bürgerschaft stellte ihn zweimal wieder ein, nach erstem Widerspruch akzeptierte OB Methling schließlich. Auf mehreren Demos erhoben Rostocker ihre Stimme für den engagierten Intendanten.

„Wir sind sehr froh“, reagierte Eva-Maria Kröger (Linke), Chefin des Theateraufsichtsrates. Jetzt sei es wichtig, dass beide Geschäftsführer, Latchinian und Stefan Rosinski, den Spielplan für 2015/16 aufstellen. Debatten zur Struktur des Theaters sollten zunächst vertagt werden, so Kröger.



Frank Pubantz