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Rostock Sicherer können Segler nicht campen
Mecklenburg Rostock Sicherer können Segler nicht campen
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23:53 13.07.2019
David Neeb (l.) und Daniel Marker reparieren ihr Segel. Im Hintergrund liegen die Corvetten „Erfurt“ und „Oldenburg“ sowie der Tender „Donau“. Quelle: Ove Arscholl
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Hohe Düne

 Kaffeesahne und Marmelade. Matjes, frisch geräuchterter Fisch und hart gekochte Eier. Bei einem dreiköpfigen Seglerteam aus Deutschland und der Schweiz füllt sich ganz langsam der Frühstücksklapptisch. Petra und Gustav Dijkman sowie Matrais Maskoet machen sich bereit für den Tag.

Gerade kommen sie aus Dänemark, wo sie an den nationalen Meisterschaften teilgenommen haben. „Das war für uns schon ganz erfolgreich“, sagt Gustav Dijkman, gebürtiger Holländer, aber in Solingen zu Hause. „Wir haben von 34 Teams den 14. Platz gemacht.“ Jetzt gehen sie in der H-Klasse in Warnemünde an den Start. Gestärkt dafür wird sich am Morgen. Mit zahlreichen Aufstrichen und Brot aus dem Toaster. Auf Luxus wird hier nicht verzichtet.

Einige der Segler sind ganz besonders sicher untergebracht. Sie zelten auf dem Marinestützpunkt in Hohe Düne.

Der Hunger ist groß bei Rückkehr ins Camp

Beim zehnköpfigen Seglerteam aus Berlin ist es der Sandwichmaker, auf den niemand verzichten möchte. „Wenn man vom Wasser kommt, hat man ordentlich Hunger und da geht 'n Sandwich einfach am schnellsten“, sagt die 15-jährige Maria Arlt. Viel wichtiger ist ihnen aber ihr diesjähriger Campingplatz: Sie zelten auf militärischem Sperrgebiet.

Die meisten Segler sind auf der Mittelmole untergebracht. „Wenn wir da in der Partyhochburg zelten würden, wo manchmal bis 2 oder 3 Uhr gefeiert wird, dann kommen wir überhaupt nicht zur Ruhe“, sagt Philipp Honnef. Er ist der Trainer der Truppe. Auf dem Gelände der Marine haben die Segler mehr Ruhe und können sich auf die Wettkämpfe vorbereiten. „Das ist wichtig, denn die Punkte zählen für die Deutsche Meisterschaft im Oktober.“

Ideales Segelgebiet

Aber nicht nur der Campingplatz ist ideal für die Wassersportler. „Warnemünde hat deutschlandweit das beste Areal zum Segeln. Fährt man hier aus dem Hafen raus, ist man sofort im Wettkampfgebiet“, sagt Philipp Honnef. Das sei längst nicht selbstverständlich. „In Kiel zum Beispiel muss ich 'ne Stunde rausfahren, bis ich ordentlich trainieren kann.“ Und in der Heimat haben die Berliner lediglich ein paar Seen zur Verfügung. „Wenn ich eine Welle fahren will mit vernünftig Wind, dann kann ich das in Berlin nicht machen.“

Herr über das Campinggelände ist Torsten Fritz von der Marine. „Das Schönste, was ich hier hab, ist das Miteinander“, sagt er. Der Stabsbootsmann, der in Tarp (Schleswig-Holstein) zu Hause ist, vermittelt zwischen den Leuten der Marine und den Seglern, wenn mal was ist. „Bevor es Knatsch gibt, bin ich die Pufferzone für beide Seiten“, sagt er.

Segel flicken, Geschirr spülen

Während einer des Teams gerade vom Geschirrspülen zurückkehrt, ist Daniel Marker dabei, das Segel eines Bootes aus der 420er-Klasse zu flicken. Meistens könne das Vorsegel einfach mit Klebeband getapt werden. „Ist ein Spinnaker komplett gerissen, kann man da aber nichts mehr machen“, sagt Philipp Honnef.

Der Tüv als Nachbar

Und der Tüv campt gleich nebenan. Werner Thome ist vom Deutschen Segelverband zugelassener Vermesser. Gerade ist der 62-Jährige dabei, den Eingangsbereich seines Campers mit einem Handstaubsauger zu reinigen. Dafür hat er jetzt Zeit. „Ich hab' son bisschen die Ruhe weg“, sagt er. Denn die harten Arbeitstage liegen bereits hinter ihm. „Am Montag und Dienstag habe ich die Boote alle durchgeprüft“, sagt er. Mit Schablonen kontrolliert er, ob die Kielform in der Norm liegt. Um das Gewicht zu ermitteln, hat er eine Waage dabei.

Als Teil des technischen Kommittees kann Werner Thome durchaus dafür sorgen, dass ein Segler nicht starten kann. Das passiere aber äußerst selten. „Und die wollen ja auch faire Wettbewerbe“, sagt der Vermesser.

Urlaub hinten dranhängen

Auch Ehefrau Marita ist mit dabei – und fühlt sich wohl. „Sicherer kann man wohl nicht campen“, sagt sie mit Blick auf den Militärzaun. Ihre Aufgaben: Nachgucken, ob die Segler Taschenlampe und Verbandskasten an Bord haben und Segel vermessen. „Mit einem Metermaß male ich Markierungen auf den Boden und lege dann die Segel darauf“, sagt sie. Das Ehepar aus Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) verbindet die Warnemünder Woche mit dem eigenen Urlaub. „Wo wir am Sonntag Abend mit unseren Wohnmobil hinfahren, wird sich noch zeigen“, sagt Marita Thome. Fest steht indes eines, wie Werner Thome weiß: „Die Leute von der Marine schmeißen uns hier spätestens 24 Uhr aus.“

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