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Rostock Snowden-Entscheid zieht sich hin
Mecklenburg Rostock Snowden-Entscheid zieht sich hin
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06:49 16.07.2014
Edward Snowden
Edward Snowden Quelle: Council Of Europe
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Rostock

Keine schnelle Entscheidung: Im Schweriner Bildungsministerium soll nach Ende der Sommerpause über die Rostocker Ehrendoktorwürde für den Geheimdienst-Enthüller Edward Snowden entschieden werden. Das sagte Minister Mathias Brodkorb (SPD) in einem Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG. Die benötigten Unterlagen seien inzwischen in seinem Haus eingetroffen und würden bereits gesichtet.

Der Rostocker Uni-Rektor Wolfgang Schareck hatte zuvor Einspruch gegen die von der Philosophischen Fakultät geplante Ehrung eingelegt und den Fall zur juristischen Prüfung ans Ministerium gegeben.

Brodkorb will sich selbst weiterhin nicht zu der Sache äußern. Er habe zwar eine dezidierte Meinung, behalte sie aber aus Rücksicht auf die Unabhängigkeit der Hochschulen für sich. „Die Zeiten, in denen Politiker entscheiden, wer eine Ehrendoktorwürde bekommt und wer nicht, sind vorbei“, sagte der Minister.

Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Hans-Jürgen von Wensierski, hätte sich eine frühere Entscheidung gewünscht, um das Verleihungsverfahren für Snowden bald fortsetzen zu können: „Angesichts der aktuellen US-Spionagefälle in Berlin wäre dies ein deutliches Zeichen gewesen.“

Eine so lange Prüfung halte er nicht für nötig, da eigentlich alle Fakten klar seien. Auch mit Blick auf den potenziellen Ehrendoktor sei Eile geboten: „Snowden sitzt in Moskau und bangt um die Verlängerung seines Asyls“, sagte Wensierski.

Rektor Schareck lehnt eine Verleihung der Ehrendoktorwürde an Snowden ab, weil sie seiner Ansicht nach nicht mit dem Landeshochschulgesetz vereinbar ist. Grund: Es konnten keine besonderen wissenschaftlichen Leistungen nachgewiesen werden, wie es die Promotionsordnung vorschreibe. Vermittlungsversuche in der Sache scheiterten.



OZ