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Rostock So kurios sind die Wahlergebnisse in Rostock
Mecklenburg Rostock So kurios sind die Wahlergebnisse in Rostock
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20:00 27.05.2019
Im Ortsamt Stadtmitte zählten Stepanie Bornstein (v. l.), Hannes Wittke, Benjamin Brandt und Ramona Scheffler die Stimmen aus. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Sybille Bachmann vom Rostocker Bund kann es auch einen Tag nach der Wahl noch nicht fassen: „Welch‘ ein Wahnsinn“, schreibt sie in einer Rundmail. Bei der Bürgerschaftswahl erhielt der Rostocker Bund 2 750 Stimmen mehr als noch im Jahr 2014. Und trotzdem verliert die Wählergruppe wichtige Prozentpunkte. „Mit der erheblich gestiegenen Wahlbeteiligung haben wir sogar einen Sitz verloren. Das heißt, anstelle der angestrebten vier haben wir nur zwei Sitze erlangt und müssen nach Allianzen suchen“, sagt Bachmann.

Es ist nicht die einzige Besonderheit: Bei der Wahlbeteiligung geht ein tiefer Riss durch Rostock. Während in Groß Klein, Lütten Klein, Schmarl und Evershagen nur weniger als die Hälfte der Einwohner zur Wahl gingen, waren es in der Südstadt, Brinckmansdorf, Stadtmitte und Kröpeliner-Tor-Vorstadt mehr als 70 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung erreichte Toitenwinkel mit 42,3 Prozent, die höchste gab es in der Gartenstadt, in Stadtweide und Biestow mit 77 Prozent.

Grüne dominieren in drei Stadtteilen

Die Grünen bekamen bei der Bürgerschaftswahl in gleich drei Stadtteilen mehr als ein Viertel der Stimmen: im Hansaviertel (26,5 Prozent), in der Stadtmitte (27,8) und in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (29,6 Prozent). Das gelang keiner anderen Partei und auch keinem Wählerbündnis in einem anderen Stadtteil.

Die Linke lag in allen Stadtteilen mit Plattenbauten vorne. Auf den Heimvorteil konnte sich Noch-Oberbürgermeister Roland Methling mit seinem Wählerbündnis „Unabhängige Bürger für Rostock“ (UFR) in Gehlsdorf verlassen: In seinem Wohnort und Rostock Ost siegte das Bündnis mit 20,5 Prozent – knapp vor der CDU. Die Konservativen gewannen dafür in Warnemünde und Brinckmansdorf.

Methling stärkstes Zugpferd der UFR

Generell war Methling das stärkste Zugpferd der UFR: Er holte insgesamt rund 12 000 Stimmen. Das ist allerdings gerade einmal die Hälfte dessen, was die Spitzenkandidatin der Linken erreichte. Eva-Maria Kröger sicherte ihrer Partei mehr als 24 000 Stimmen. Dahinter folgt Uwe Flachsmeyer (Grüne) mit rund 17 000 Stimmen. Dann kommen Methling und Bachmann (etwa 9300 Stimmen). Das Bürgerschaftsmitglied mit den wenigsten Stimmen ist Johanna Petzoldt (Grüne) – ihr Name wurde bei der Wahl 313 Mal angekreuzt.

Zu den Gewinnern der Wahl zählt die Alternative für Deutschland (AfD), die ihre Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2014 auf 9,6 verdoppelte. Am besten schnitt die AfD mit 14,5 Prozent in Schmarl ab – und am schlechtesten mit sechs Prozent im Hansaviertel. Die SPD erzielte ihr bestes Ergebnis in Lichtenhagen mit 17,9 Prozent.

Noch ein Vergleich zu den vorherigen OB-Wahlen: Claus Ruhe Madsen (parteilos) bekam am Sonntag insgesamt rund 35 000 Stimmen. Bei Methling waren es im Jahr 2005 knapp 42 000, was damals 58,2 Prozent entsprach. Im Jahr 2012 reichten dem Noch-OB sogar nur 33 930 Stimmen zum sofortigen Sieg – auch weil die Wahlbeteiligung damals bei nur 36,6 Prozent lag. Diesmal gingen knapp 60 Prozent der Rostocker zur Wahl.

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