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Rostock So lief der Drehstart für „Ein Kessel Buntes“ in Warnemünde
Mecklenburg Rostock So lief der Drehstart für „Ein Kessel Buntes“ in Warnemünde
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09:22 10.09.2019
Der Mitteldeutsche Rundfunk zeichnet in dieser Woche für seine Sendung „Ein Kessel Buntes“ im Heimatmuseum Warnemünde auf. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Geschafft: Für heute kann Gabriele Köbbert Feierabend machen. Gemeinsam mit Moderator Wolfgang Lippert steht sie in diesen Tagen vor der Kamera für die MDR-Spezialsendung „Ein Kessel Buntes“, welche in Warnemünde gedreht wird. Im Heimatmuseum haben sich die beiden am Montagnachmittag getroffen und in Erinnerungen geschwelgt. Die OSTSEE-ZEITUNG durfte live dabei sein und erhielt exklusive Einblicke.

In Erinnerung an den singenden Seemann

Für Gabriele Köbbert ist es nicht das erste Mal, dass alle Blicke und Lichter auf sie gerichtet sind. In Leipzig habe sie für das Format schon einmal vor der Kamera gestanden und wie heute über ihren verstorbenen Ehemann Horst Köbbert gesprochen. Dieser wurde zu DDR-Zeiten als singender Seemann bekannt und ist bis heute unvergessen. Außerdem moderierte er lange Zeit die Sendung „Klock 8, achtern Strom“ und führte als einer der „Drei Dialektiker“ durch die Samstagabendsendung „Ein Kessel Buntes“.

„Wir denken in unseren Sendungen sehr oft an ihn“, verrät Lippert. Darüber freut sich die Witwe sehr. Wenn sie ihrem Mann nahe sein möchte, gehe sie ins Heimatmuseum, wo dem Verstorbenen eine ganze Ecke gewidmet ist. Als Mitglied des Museumsvereins verbringe sie ohnehin viele Stunden in dem alten Fischerhaus. „Wenn mich die Sehnsucht aber richtig packt, kaufe ich eine Rose und werfe sie an der Mole ins Wasser“, antwortet sie dem Moderator, der sich diesem Ritual spontan anschließt.

Bildergalerie: Blick hinter die Kulissen von „Ein Kessel Buntes“

Vier Tage lang dreht das MDR-Team in Warnemünde die Sondersendung „Ein Kessel Buntes“. Moderator Wolfgang Lippert besucht verschiedene Orte im Ostseebad und erinnert an die DDR-Zeit.

Von ihrer Nervosität ist während des Drehs nicht zu merken. Im Nachhinein gesteht sie aber: „Ich bin froh, dass es für heute vorbei ist. Es war ja ganz schön aufregend und hat mich ins Schwitzen gebracht.“ Wie ein Profi hat sie ihren Text aufgesagt. Was wohl auch der lockeren Art ihres Gegenübers zu verdanken ist. Mit kleinen Späßen und einigen Witzen hat Wolfgang Lippert alle am Set unterhalten. „So bin ich. Ich mache gerne etwas Blödsinn“, gesteht der Moderator.

Stars erzählen vom historischen Warnemünde

Während die Arbeit für Köbbert an diesem Tag vorbei ist, geht es für ihn und das zwölfköpfige Team weiter. Nächste Station ist das Hotel Neptun. An unterschiedlichen Orten in Warnemünde trifft der Moderator auf altbekannte Stars. So beispielsweise Petra Zieger, die zusammen mit ihrer Band mehrere Auftritte unter den Konzertmuscheln an der Ostsee hingelegt hat. „Zu DDR-Zeiten zog es viele Musiker, Künstler und Fernsehmacher in die Region. Es sind einige bekannte Sendungen hier entstanden und genau das guckt sich Lippi an“, erklärt Drehbuchautorin Martina Körbler.

Seit vergangenem Jahr habe sie die Idee für diese eine Spezialsendung im Kopf. Inspirieren lassen habe sie sich dabei von ihren eigenen Erfahrungen in Warnemünde. „Ich erinnere mich noch, wie ich nach meiner Studienzeit hier zu Besuch war und den Fähren hinterhergeschaut habe“, sagt sie. Auch die Broilerbar sei ihr im Gedächtnis geblieben. Ziel der Sendung sei es zu schauen, wie sich der Ort verändert habe und was gleich geblieben ist.

Und so trifft der Moderator auf Günther Fischer und seine Tochter. Mit seinem Welthit „Solo Sunny“ sei Fischer am Alten Strom an Land gegangen. Auch die Schwedin Nina Lizell, die Stammgast in der Kultshow vom ehemaligen Ostseestudio war, wird von ihren schönsten Erlebnissen berichten. 25 Mal sei sie in der Sendung „Klock 8, achtern Strom“ aufgetreten. Des Weiteren besucht das Drehteam den Warnemünder Sozial- und Kulturhistoriker Andreas Buhse in seinem Schallplattenladen. „Wenn sich einer in der DDR-Musikszene auskennt, dann er“, sagt Körbler.

Regen wirft Drehplan um

„Als wir hier heute Morgen ankamen, hat uns Warnemünde mit Regen begrüßt“, erzählt Wolfgang Lippert. Ursprünglich sollten die Dreharbeiten zur Sendung „Ein Kessel Buntes – Spezial“ draußen vor der Gaststätte „Zur Traube“ stattfinden. Dort nämlich sei die Idee für „Klock 8, achtern Strom“ 1965 entstanden.

Doch kurzerhand musste umdisponiert werden, wie Lippert berichtet. Der Moderator sieht es allerdings gelassen: „Es kann nicht alles nach Plan verlaufen. Das wäre ja langweilig“. Das Team habe schnell eine Lösung gefunden, worüber er sehr froh ist. „Wir sind glücklich, in Warnemünde sein zu können, denn einen schöneren Drehort kann man sich doch gar nicht wünschen“, meint er. Obwohl er bereits seit vielen Jahren vor der Kamera steht und den ganzen Rummel gewohnt ist, hat er Respekt vor den Dreharbeiten. „Ich will den Menschen, die hier ihre Geschichten erzählen, gerecht werden. Für sie möchte ich es besonders gut machen“, gesteht er.

Noch bis Ende dieser Woche finden die Dreharbeiten an den verschiedenen Orten im Ostseebad statt. Der Zeitplan ist straff getaktet, denn schon am 19. Oktober soll die 120-minütige Sendung ausgestrahlt werden.

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