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Rostock So soll der neue Bürgerpark in Rostocks Stadtteil Lütten Klein aussehen
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So soll der neue Bürgerpark in Rostocks Stadtteil Lütten Klein aussehen

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15:00 21.01.2020
Die Senioren hatten sich eine Boccia-Bahn gewünscht. An der Stockholmer Straße ist zudem ein Ballspielfeld geplant. Quelle: Planungsbüro Morgenstern Greifswald
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Rostock

In Lütten Klein werden bald Freudensprünge gemacht: Schließlich erhält der Stadtteil in Rostocks Nordwesten für rund eine halbe Million Euro neue Park- und Spielanlagen. „Und das erstmals als Doppelprojekt auf zwei verschiedenen Flächen – einmal an der Turkuer sowie an der Stockholmer Straße“, sagt Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD), der das Geld dafür im Haushalt bereitgestellt hat.

Ähnlich dem in Toitenwinkel geplanten Bürgerpark sollte auch Lütten Klein aufgewertet werden. Während für die Maßnahme im Nordosten allerdings Fördermittel fließen, musste die Hansestadt für das Vorhaben im Nordwesten selbst tief in die Tasche greifen, weil Lütten Klein kein Fördergebiet für Stadtumbau-Maßnahmen ist.

Senioren legten Veto ein

Als 2018 die Entscheidung für eine solche Investition gefallen war, herrschte im Stadtteil aber erst einmal keine Freude. „Wir hatten für die Grünfläche an der Turkuer Straße einen Generationenpark angedacht, mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Jugend“, erinnert sich Thorsten Gebhards von der zuständigen Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS).

Während die Fläche Turkuer Straße der Erholung dienen soll, sind Sport und Spaß auf dem Gelände Stockholmer Straße möglich.

Doch die Anwohner hätten ihm damals „fast den Kopf abgerissen“, fürchteten um die Wäscheplätze und ihre Ruhezone vor dem Haus. „Wir sind eben der Stadtteil mit den aktivsten Senioren, die aber auch direkt sagen, wenn sie etwas stört“, so Ortsbeiratsvorsitzende Gabriele Bolz (CDU) nicht ohne Stolz.

Anwohner durften Wünsche äußern

Nun, gut anderthalb Jahre später, wurde eine Lösung gefunden, die Jung und Alt im Viertel begeistert. Und das indem die Wünsche der Lütten Kleiner geteilt wurden: Die Grünfläche an der Turkuer Straße wird zu einer Art Parkanlage mit Ruheinseln. Sport und Spiel für alle Generationen gibt es dafür künftig auf rund 12 000 Quadratmetern an der Stockholmer Straße.

In verschiedenen Ideenwerkstätten konnten die Bürger ihre Vorstellungen äußern. Drei Planungsbüros wurden dann mit einem Vorentwurf beauftragt. Bei der Jurysitzung am vergangenen Freitag fiel die Entscheidung fast einstimmig für die Vorschläge des Büros der Greifswalder Landschaftsarchitektin Carola Morgenstern. „Dieses Büro hat es am besten verstanden, den Bestand aufzuwerten, indem er in die Neugestaltung integriert und sinnvoll ergänzt wird“, sagt RGS-Chefin Sigrid Hecht. So sei aus der vorhandenen Summe das Maximale herausgeholt worden.

Grünfläche wird zum Park mit Ruheinseln

Die rund 40 000 Quadratmeter große Fläche entlang der Turkuer Straße wird zum sogenannten Park Dreiklang: „Das ist schon eine wunderschöne Grünfläche, die aber bisher nicht richtig erlebbar ist, weil nur die Wege außen genutzt werden“, sagt Josephine Rätsch vom Sieger-Planungsbüro. Künftig soll ein neuer Weg mitten durchs Gelände führen. Zudem sind drei verschiedene Ruheinseln geplant – zum Entspannen, Besinnen und Wahrnehmen.

Vorplanungen werden öffentlich ausgestellt

Alle drei Entwürfe von Planungsbüros für die Lütten Kleiner Flächen werden noch einmal öffentlich ausgestellt. Vom 3. bis 28. Februar sind diese im Mehrgenerationenhaus, Danziger Straße 45d, zu sehen. Auf der März-Sitzung des Ortsbeirates sollen dann Vertreter des Siegerbüros Morgenstern aus Greifswald eingeladen werden, um noch einmal öffentlich ihre Ideen vorzustellen.

Angedacht sind unter anderem drehbare Holzliegen, Bänke, ein Mobilitätspfad sowie Niedrigseilgarten sowie ein Platz mit vier Bodentrampolinen für „Freudensprünge“. Rund 165 000 Euro sind für die Umgestaltung und Aufwertung veranschlagt.

Boccia-Bahn, neue Spielgeräte und Kletterwand

Auf dem Gelände Stockholmer Straße sei vor allem von den Senioren eine Boccia-Bahn gewünscht gewesen. „Neu geschaffen wird unter anderem auch ein multifunktionales Ballspielfeld“, sagt Planerin Rätsch. Dafür müssten auch einige wenige Bäume fallen, für die aber Ersatzpflanzungen geplant sind. Vorhandene Spielstationen bleiben, werden aber ergänzt – unter anderem durch Klangelemente. Für die sportliche Betätigung wird ein Fitnessbereich geschaffen. Auch eine Trimmstrecke sowie eine Boulderwand und ein Parcoursbereich für Kletterfreunde sind vorgesehen.

Die vorhandene Tischtennisplatte bleibe erhalten. Um wirklich alle Generationen zu erreichen, würde auf dem Gelände Stockholmer Straße auch ein Spielbereich für kleine Kinder geschaffen.

Baustart im Herbst geplant

Ortsbeiratsvorsitzende Gabriele Bolz ist mehr als begeistert von den Entwürfen. „Im Stadtteil haben wir auf der einen Seite das Fischerdorf als Naherholungsfläche. Jetzt wird auch der andere Teil aufgewertet.“ Die Pläne des Büros seien wohl durchdacht und würden die Wünsche der Bevölkerung gut aufgreifen.

„Einen Pool, wie vor allem von den Kindern gewünscht, konnten wir aber nicht integrieren“, ergänzt Sigrid Hecht schmunzelnd. Die RGS-Chefin ist sich sicher, dass die neuen Anlagen sehr gut angenommen werden. In der nun folgenden Detailplanung soll überprüft werden, ob auf dem Gelände Stockholmer Straße noch eine Art Unterstand für den Schutz vor Regen möglich ist. Die finanziellen Mittel von rund 488 000 Euro stünden aber als Obergrenze fest.

Baustart soll noch im Herbst sein, so dass im Frühjahr 2021 alles fertig sein könnte. Ähnlich ist der Zeitplan für den neuen Bürgerpark in Toitenwinkel, dessen Realisierung ebenfalls im Herbst starten soll.

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