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Rostock Ein warmer Sommerabend in Rostock
Mecklenburg Rostock Ein warmer Sommerabend in Rostock
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18:45 28.07.2019
Jonas Wodaszak (20) und Doreen Zack (30), in der Mitte, genießen einen warmen Sommerabend auf der Dachterrasse von Jonas Wohnwagen. Quelle: Anh Tran
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Rostock

Laute Swingmusik tönt aus den Boxen des Rost Docks, einer gut besuchten Freiluftbar im Stadthafen. Zehn bestens gelaunte Tänzer bewegen sich dazu im Takt. Auch einige Barbesucher trauen sich auf die Tanzfläche, während andere nur interessiert zuschauen und an ihren Getränken nippen. Die Sonne scheint auf die belebte Szene am Wasser und sorgt bis zum späten Abend für Wärme. Lars Estermann ist einer der Tänzer, der den Freitagabend am Stadthafen genießt. Der 41-Jährige ist Mitglied des Vereins „Swing Connection“, der die offene Tanzveranstaltung, den „Social Dance“, organisiert. „Heute haben schon etliche Leute mitgemacht, die ich vorher nicht kannte. Das ist großartig“, sagt er. Die Stimmung ist gut – entlang der ganzen Stadthafenmeile.

Sonnenuntergänge am Stadthafen

An der Kaikante sitzen dutzende Rostocker und lassen die Füße baumeln, die meisten von ihnen mit einem Bier in der Hand. Die Möwen kreisen am Himmel, die umliegenden Bars sind gefüllt und Spaziergänger schlendern vorbei. Inmitten dieser Szenerie sitzen Jonas Woderczak und Doreen Zack auf einem Wohnwagen und schauen sich den Abendhimmel an. „Die Atmosphäre hier ist einfach nicht zu vergleichen“, findet der Elektroniker.

Die beiden jungen Leute treffen sich jeden Freitag und entspannen auf der selbst gebauten Dachterrasse seines Wohnwagens – immer an unterschiedlichen Orten. Diesmal entschieden sie sich für den Stadthafen. „Wir hatten Feierabend und wollten den Freitag mit Wein und Pizza ausklingen lassen. Und der Ort hier hat gerade gepasst“, erzählt Jonas Woderczak.

Während die Sonne allmählich untergeht und die Luft kühler wird, reden die beiden Freunde über Erlebnisse auf dem Wohnwagen. „Einmal ist ein Polizeiwagen ganz nah an uns herangefahren, als wir hier saßen. Die Beamten haben uns skeptisch beobachtet, als wenn wir hier oben Drogen verkaufen oder sonstige zwielichtige Dinge treiben“, scherzt die Verwaltungsangestellte. Als die Sonne untergeht und es kälter wird, kuschelt sich die junge Frau in eine Decke. Nach Hause will trotz der langsam abnehmenden Temperaturen keiner von beiden.

Die kühlere Luft und der Wind schaden der Stimmung am Hafen nicht. Beim „Social Dance“ tanzen immer noch Menschen. Eine davon ist die 25-jährige Nele, Mitglied bei der „Swing Connection“. Von ihren Kopfschmerzen und den Temperaturen lässt sie sich den Spaß nicht verderben. „Solange ich tanze und mich bewege, geht das alles schon.“ Die anderen Vereinsmitglieder tun es ihr gleich und tanzen bis in die späten Abendstunden.

Entspannte Spaziergänge

Einige Ecken weiter, in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, ist an diesem lauen Sommerabend auch viel los. Vor allem die Außenbereiche der Kneipen und Bars sind gut besucht. Auf dem Doberaner Platz tummeln sich zahlreiche Menschen. Viele davon schaffen sich mit einem Döner vom „Best Kebab“ eine Grundlage im Magen für die bevorstehende Partynacht. Einige von ihnen werden um vier Uhr morgens wieder hier sein, und sich beim beliebten Dönerladen eine Stärkung nach dem Feiern holen.

Abseits vom Trubel spaziert Artur Paulus einige Runden über den Ulmencampus. Er hält seine sechs Monate alte, schlafende Tochter auf dem Arm. „Ich darf nicht anhalten, sonst wacht sie auf und weint“, sagt er. Der 36-jährige Lehrer kommt aus Wuppertal. Aktuell besuchen er und seine Partnerin die Familie in Rostock. Die Idylle des Campus an diesem Abend findet er perfekt für einen ausschweifenden Spaziergang. Barfuß trägt er seine Tochter Hedi durch die Gegend, geht auf dem Rasen und dem Gehweg und denkt über vieles nach. „Gerade habe ich mich noch mit Strukturwandel beschäftigt. Aber jetzt beschäftige ich mich nur damit, dass Hedi schläft“, scherzt er.

Artur (36) und Gesine (34) Paulus tragen ihre sechs Monate alte Tochter spazieren. Quelle: Anh Tran

Neben dem jungen Elternpaar sind noch fünf Jugendliche auf dem Campus. Sie sitzen auf Decken, erzählen, trinken Bier und musizieren mit einer Gitarre. Die Fünfergruppe weiß noch nicht, wo es sie später hin verschlägt. Der 19-jährige Jakob, dem die Gitarre gehört, sagt: „Wir ziehen nachher spontan einfach weiter, wenn Aufbruchsstimmung ist.“ Es stünden ihnen noch viele Möglichkeiten an diesem Sommerabend offen, sind die Jungs zu Recht optimistisch.

Anh Tran

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