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Rostock So verschönern die Städte in Mecklenburg ihr Ortsbild
Mecklenburg Rostock So verschönern die Städte in Mecklenburg ihr Ortsbild
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17:51 08.07.2019
Beim Friseurteam Marco Schulz in der Mollistraße hat das gesamte Team beim Gestalten des Drahtesels mit angepackt. So auch Marion (l.) und Nicole (r.). Quelle: Dana Frohbös
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Bad Doberan

Mit der Mitmach-Aktion „Blumenräder für Bad Doberan“, die seit April läuft, hat die Stadt viel bewirkt. Wahrscheinlich viel mehr als ursprünglich geplant. „Wir wollten Bad Doberan verschönern und jeder kann selbst ein Stück dazu beitragen“, sagt Bürgermeister Jochen Arenz (parteilos). Inzwischen ist die Stadt definitiv bunter. „Es stärkt aber auch das Gemeinschaftsgefühl, man rückt zusammen und begeistert sich.“ Aber auch andere Städte in Mecklenburg haben Aktionen für die Verschönerung gestartet.

Im April hatte Bad Doberan zu der Aktion aufgerufen. Die Idee: Betriebe, Kitas oder Einwohner motzen alte Fahrräder auf und bepflanzen sie mit allerhand Grünzeug. Anschließend werden sie im eigenen Vorgarten aufgestellt oder ins Stadtbild integriert.

Tandems, Holzräder, gewöhnliche Drahtesel und ein Rollator. Geschmückt mit CDs, Angeln, Puppen und den schönsten Blumen. Die Kreativität der Bürger Bad Doberans kennt kaum Grenzen. Den Beweis gibt es in dieser Galerie.

Rathaus prüft Plätze und hilft bei Befestigung

Wer ein Fahrrad auf seinem Privatgrundstück aufstellen will, kann dies problemlos tun. Anders sieht es auf öffentlichen Flächen der Münsterstadt aus. Bürger oder Gewerbetreibende, die mitmachen wollen, sollten sich an Maximilian Hoffmann im Rathaus wenden. Kontakt: m.hoffmann@stadt-dbr.de oder 0173/174 36 50 beziehungsweise 038203/915 201.

Der Platz, den der jeweilige Radaufsteller im Auge hat, wird dann von der Verwaltung begutachtet, schließlich müsse darauf geachtet werden, Rollstuhlfahrer nicht einzuengen. Auch Kinderwagen müssen noch überall durchpassen. Und die Räder sollen gut im Stadtbild verteilt sein – sich nicht ballen. Bei der Befestigung hilft der Bauhof.

Blumenräder locken Urlauber

Inzwischen gibt es laut Bürgermeister Arenz mehr als 100 Räder im Stadtgebiet: ein Erdbeerrad, eines im Hansa-Design, ein Tandem, ein Dreirad, Kinderräder, welche in Gold, eins mit einer Puppe und ganz viele bunte. Sogar einen Rollator findet man. „Für mich sind sie alle die Schönsten“, sagt Arenz, der natürlich auch selbst welche gestaltet hat.

Und die Kunstwerke schlagen richtig Wellen. „Was ich total schön finde, ist, dass bereits viele der umliegenden Gemeinden mitmachen“, sagt Jochen Arenz. „Und es gibt sogar Urlauber, die nach Doberan kommen, weil sie die Räder sehen wollen.“

Beim Friseurteam Marco Schulz in der Mollistraße hat das gesamte Team beim Gestalten des Drahtesels mit angepackt. So auch Marion (l.) und Nicole (r.). Quelle: Dana Frohbös

Auch das Friseurteam um Marco Schulz wurde nach dem Aufruf kreativ. „Wir haben immer die Zeit zwischen den Kunden genutzt und im Hinterhof am Fahrrad gebastelt“, sagt Mitarbeiterin Nicole. Am schwierigsten sei es gewesen, all die CDs zu zerschneiden und einen Kleber zu finden, der auf dem Material hält.

Räder werden nach wie vor benötigt

Die Räder wurden zum großen Teil gespendet oder gleich selbst im eigenen Garten genutzt. Auch Fahrradhändler Marko Harder hat einige zur Verfügung gestellt. Zwischenzeitlich war die Nachfrage nach Drahteseln allerdings so hoch, dass das Rathaus keine Fahrräder mehr zur Verfügung stellen konnte. „Noch immer bekommen wir täglich Anfragen“, sagt Arenz. Wer noch Fahrräder übrig hat, kann sich ebenfalls bei Maximilian Hoffmann melden.

Doberaner Räder bleiben im Winter

Um die Fahrräder müssen sich die jeweiligen Aufsteller selbst kümmern: gießen und neu bepflanzen. Und auch an den Winter hat die Stadt bereits gedacht, denn die Räder sollen bleiben. „Dann stecken wir Tannengrün in die Töpfe und beleuchten die Kunstwerke mit LEDs“, sagt Bürgermeister Arenz.

Graffiti auf Häuserfassaden

In Grevesmühlen setzt man weniger auf Pflanzliches, sondern vielmehr auf professionelle Graffitikunst. „Wir haben ja viele Häuser in der Stadt“, sagt Uta Woge von der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (Wobag). „Vor allem Plattenbauten.“ Und die wurden mit der Spraydose verschönert.

Die verschiedenen Motive hat ein Künstler auf die Fassaden aufgebracht. „Wir verbinden die örtliche Nähe zur Ostsee mit den Motiven“, sagt Uta Woge. „So bekommen Passanten etwa ein Schiff zu sehen, das vermeintlich aus der Hauswand herausfährt.“ Eine andere Fassade ziert der Wasserturm, der gleich nebenan im Original steht. Im Innenhof an der Straße Am Wasserturm 15-20 sind Blumenterrassen an der Häuserfront angelegt. Im Hintergrund steigen Heißluftballons in den Himmel und über dem Dachgeländer hängt Wäsche zum Trocknen.

Lichtkonzepte in der Innenstadt

Für Häuser in der Innenstadt hat die Wobag eine Lichtkonzeptgestaltung erarbeitet. Die Fassaden werden bei Dunkelheit angeleuchtet, damit sie auch nachts eine Ausstrahlung haben. Der Nebeneffekt: „Die Leute fühlen sich auch sicherer“, sagt Uta Woge.

Die Wobag lässt Häuserfassaden mit Graffitimotiven gestalten und hat dafür extra einen Künstler engagiert. In der Innenstadt wurden Lichtkonzepte installiert, die auch im Dunkeln für eine schöne Atmosphäre sorgen.

Beete für die Mieter

„Das Lebensumfeld von Menschen schön zu gestalten, ist ja Dauerthema“, sagt Carsten Klehn von der Wiro in Rostock. Zuletzt hat die Wohnungsgesellschaft im Ortsteil Lütten Klein Kräuterhochbeete für die Mieter errichtet. „Da können sie abzupfen, was sie brauchen.“ Zudem hat die Wiro Blühwiesen angesät und kümmert sich dauerhaft um 25 000 Bäume. „Das ist nachhaltige Stadtverschönerung“, sagt Carsten Klehn.

Aber auch die Backstein-Fassaden werden von der Wiro verschönert. Etwa an den Wohnhäusern der Stadtteile im Nordwesten. „Oder auch der riesige Eisbär, der den Giebel eines Hochhauses am Südring ziert“, sagt Carsten Klehn. „Eine Orang-Utan-Familie – ebenfalls Bewohner im Rostocker Zoo – hat die Künstlerin Ina Wilken vor zwei Jahren auf die Fassade am Parkhaus „Am Gericht“ gemalt.“

In der Hansestadt an der Warnow prägt vor allem die Wiro das Stadtbild. Und sieht sich daher auch in der Pflicht, es besonders schön zu gestalten.

Zur Stadtverschönerung tragen aber auch Bänke, Brunnen, Grünflächen und die mehr als 25 000 Bäume bei. Zudem steuert die Wiro Geld für neue Bänke im Botanischen Garten und für neue Büsche im Rhododendronhain im Zoo bei.

Dana Frohbös

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