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Rostock Solaranlagen auf Industriebrache in Kavelstorf
Mecklenburg Rostock Solaranlagen auf Industriebrache in Kavelstorf
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18:28 11.07.2019
Dies ist ein Solarpark im Gewerbegebiet in Kröpelin, auch in Kavelstorf sollen Module errichtet werden. Quelle: DBR
Kavelstorf

Ein Schandfleck in Kavelstorf soll verschwinden. Auf Flächen einer ehemaligen Betonmischanlage für den Bau der Autobahn 20 sollen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Die Gemeinde Dummerstorf beabsichtigt, dafür einen Bebauungsplan aufzustellen. Der Eigentümer der Grundstücke, ein Unternehmer aus Krakow am See, will den kleinen Solarpark bauen.

Flächen verkommen zu illegaler Müllkippe

„Die Flächen stehen seit über zehn Jahren leer und werden als illegale Müllkippe genutzt“, sagt Axel Wiechmann, Bürgermeister der Gemeinde Dummerstorf.

Axel Wiechmann, Bürgermeister von Dummerstorf: „Die Flächen stehen seit über zehn Jahren leer und werden als illegale Müllkippe genutzt. Eine sinnvolle Nachnutzung wäre gut.“ Quelle: OVE ARSCHOLL

Wenn die noch vorhandenen Versiegelungen und Bebauungen beseitigt und eine sinnvolle Nachnutzung angestrebt würden, sei das im gemeindlichen Sinne. „Wir wollen mit dieser Planung einen eigenen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leisten und das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung unterstützen.“ Wenn Altlast-Verdachtsflächen und Industriebrachen dann so eine Nutzung erfahren, sei das umso besser, bemerkt Wiechmann.

Von 1993 bis 2007 Betonmischanlage

Das Landesraumentwicklungsprogramm kennzeichnet das Plangebiet in Kavelstorf in Verlängerung der Bahnhofsstraße als „Vorbehaltsgebiet“ für Landwirtschaft, Tourismus oder Leitungen. Doch von 1993 bis 2007 wurden die Flächen für eine Betonmischanlage mit Lagerbereich für Splitt, Kies, Sand und andere Zuschlagstoffe zum Bau der Bundesautobahn 20 genutzt. Große Teile des Geländes sind noch mit Betonplatten versiegelt. Kein guter Boden für die Landwirtschaft.

Auch für eine touristische Entwicklung erscheint das Gebiet mit Abständen von maximal 175 Metern zur Eisenbahntrasse und 250 Metern zur A 19 nicht geeignet. Für einen eventuellen Leitungsbau verbliebe ein etwa 25 Meter breiter Streifen zwischen Plangebiet und den Gleisen. „Die Umsetzung einer Photovoltaikanlage wäre also eine sinnvolle Sache an dieser Stelle“, ist Bürgermeister Wiechmann überzeugt.

Auf freiem Acker genau hinschauen

Die regionale Raumentwicklung hält das Vorhaben auf rund 2,3 Hektar zudem für keine großflächige Anlage zur Nutzung der Sonnenenergie. „Da haben wir entlang von Autobahnen und Eisenbahnstrecken richtig große Solarparks“, sagt Gerd Schäde, Leiter des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock. Der Bund fördere diese Anlagen entlang sogenannter Linien-Infrastrukturen, also längs von Autobahnen und Schienenwegen. „Auf freiem Acker müssen wir schon genau hingucken, ob die Module nicht auf landwirtschaftlicher Nutzfläche stehen“, erklärt Schäde.

Für eine erfolgreiche Umstellung der Energieversorgung – weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien – müssten noch viel mehr Projekte auf den Weg gebracht werden. „Wenn wir die Energiewende packen wollen, müssen wir auch im Solarbereich mehr Gas geben“, betont Schäde.

Im Solarbereich mehr Gas geben

Im Strombereich würden aktuell 45 Prozent des Verbrauchs durch regenerative Energien gedeckt. „In den Bereichen Verkehr und Wärmeversorgung dümpeln wir unterdessen bei fünf bis zehn Prozent herum“, sagt der Amtsleiter. Deshalb: „Da bauen, wo es sinnvoll ist“, rät er angesichts der Photovoltaik-Pläne in Kavelstorf.

Der Entwurf des B-Planes sieht die Fläche als Sondergebiet vor. Die Sonderbaufläche soll unter Beachtung der Verschattungsabstände intensiv mit Photovoltaik-Modulen bestückt werden. Die Module werden auf Stahlgerüsten befestigt. Für die Anlage seien nur geringefügige Neuversiegelungen nötig. So könne sich unter und neben den Photovoltaik-Modulen eine Pflanzendecke entwickeln, die vor Wind und Wassererosion schützt.

Mit der neuen Sonnenanlage in Kavelstorf sollen etwa 2,2 MWp (Megawatt peak) Elektroenergie erzeugt werden. Die Einspeisung wird durch das vorhandene Netz der Wemag Netz GmbH gewährleistet.

Doris Deutsch

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