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Rostock Spannende Konstruktion: Bebauungsplan für die neue Feuerwache Dierkow steht
Mecklenburg Rostock Spannende Konstruktion: Bebauungsplan für die neue Feuerwache Dierkow steht
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22:33 13.04.2019
So soll das Gelände der Feuerwache 3 aussehen. Grafik Quelle: Arno Zill
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Rostock-Dierkow

Die geplante neue Feuerwache in Dierkow nimmt Formen an – zumindest ihr Grundriss: Das Amt für Stadtplanung stellte bei der Ortsbeiratssitzung den Bebauungsplan für die 36 000 Quadratmeter große Fläche vor, die sich zwischen Toitenwinkler und Dierkower Allee sowie einer Straßenbahntrasse erstreckt. Rund 15 000 Quadratmeter sollen bebaut werden.

Spannende Konstruktion

Das Besondere: Die Ausfahrt für die Einsatzfahrzeuge soll direkt auf die Kreuzung münden, damit die Retter noch schneller am Ziel sind. „Das ist eine spannende Konstruktion“, verrät Ralph Maronde, zuständiger Abteilungsleiter im Planungsamt.

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Maronde präsentierte die Pläne jetzt schon im Dierkower Ortsbeirat, weil dessen nächste Sitzung nur einen Tag vor der Bürgerschaftssitzung am 15. Mai liegt. Damit hätten die Dierkower zu wenig Zeit, um sich dann erst ein Bild zu machen, bevor die Bürgerschaft entscheidet. Im Herbst soll dann möglichst der Bauantrag gestellt werden, nach zwei bis drei Jahren Bauzeit könnte die Wache dann fertig sein.

Fast vergessene Straßenbahn

Der geplante Baugrund für die Feuerwache gilt laut Flächennutzungsplan als naturbelassene Grünfläche, erklärte Maronde. Das bedeutet, dass Ausgleichsmaßnahmen nötig werden. Und weil auch Bäume auf dem Gelände stehen, müssen nach deren Fällung neue Bäume in der Rostocker Heide gepflanzt werden. Aber auch auf der Fläche selbst sollen kleine Biotope erhalten bleiben. Zwischen der Wache und der Autobahn verläuft ein Stichgleis, das seit den 80er Jahren das Straßenbahnnetz mit dem Eisenbahnnetz verbindet. Es soll bleiben und könnte laut Maronde etwa für eine mögliche Verlängerung der Straßenbahn bis in den Überseehafen genutzt werden.

Die Wache selbst wird auf einem Rechteck im Zentrum des Grundstücks gebaut werden. Geplant sind Räumlichkeiten für die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr und den Rettungsdienst mit den dazugehörigen Alarm-, Ruhe- und Sozialbereichen. Zudem sind Räume für die Verwaltung, für Veranstaltungen und Seminare sowie Lager und Werkstätten vorgesehen. Für die Fahrzeuge soll es eine Waschhalle geben. Auch eine Wohnung für Auszubildende oder Referendare sowie ein Gästezimmer findet sich im Bebauungsplan.

Einsatzzeiten in Gefahr

Wolfgang Westphal, Leiter des Ortsamts Ost, stellt fest: „Die Baustelle am Petridamm zeigt, wie wichtig die neue Feuerwache ist.“ Derzeit könnten die vorgegebenen Einsatzzeiten sicher nicht eingehalten werden. „Aber auch wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird es immer wieder Situationen geben, in denen Straßen gesperrt oder schwer befahrbar sind“, so Westphal.

Bislang rückt in einem Notfall im Nordosten der Hansestadt die Berufsfeuerwehr aus der Wache in der Südstadt an. Weil das zu lange dauert, war die Wache in Dierkow als dritte Woche der Hansestadt notwendig geworden. Grundlage ist ein durch das Brandschutz- und Rettungsamt ­erarbeitetes Raumprogramm. Es sieht vor, dass drei Rettungswachen 13 (Seehafen) und 14 (Hannes-Meyer-Platz) sowie die Notarztwache NEF  II (Neurologische Uniklinik) zu einer „Zentralen Rettungswache Ost“ zusammengefügt werden.

Ärger über Umleitungsmuffel

Die Baustelle am Petridamm spielte bei der Ortsbeiratssitzung nur eine Nebenrolle: Gernot Liebke, Vorsitzender des Dierkower Bauausschusses, kritisierte, viele Autofahrer würden nicht die ausgeschilderte Umleitung über Dierkower Allee und Toitenwinkler Allee nehmen, sondern eine Abkürzung durch die Gutenbergstraße. „Dadurch staut sich der Verkehr teilweise zurück bis auf die Rövershäger Chaussee.“ Für die Anwohner sei dies eine Belastung, Autofahrer koste dies bei jeder Fahrt fünf bis zehn Minuten Zeit. „Und wenn dann im Sommer noch die Urlauber dazukommen, wird sich die Situation noch verschärfen“, warnt Liebke. Er wünscht sich ein gut sichtbares Hinweisschild, dass Autofahrer nicht die Gutenbergstraße nutzen sollen.

Petridamm und Dierkower Damm werden seit März grundsaniert. Die Arbeiten sollen bis Juni 2020 dauern. Derzeit kann die Strecke nur Richtung Innenstadt befahren werden. Wer in Richtung Gehlsdorf will, muss die deutlich längere Umleitung nehmen.

Axel Büssem

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