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Rostock Spektakulärer Anblick: Super-Blutmond über Rostock
Mecklenburg Rostock Spektakulärer Anblick: Super-Blutmond über Rostock
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21:42 24.07.2018
Ich bin dann mal weg: So sah es aus, als der Mond im Herbst 2015 in den Erdschatten eintrat und als blutrote Scheibe am Nachthimmel über Rostock leuchtete. Diesen faszinierenden Anblick können wir am Freitag so lange genießen wie nie, denn dann findet die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts statt. Quelle: Archiv
Rostock

Nachtschwärmer sehen rot, kupferrot: Am Freitagabend lässt sich am Firmament über Rostock die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts bestaunen. 103 (!) Minuten taucht der Trabant vollständig in den Kernschatten der Erde ein und verwandelt sich in einen sogenannten Blutmond. Ein Schauspiel, dass sich Wolfgang Bergt vom Astronomieverein um keinen Preis entgehen lassen will. „Das wird ein einmaliges Erlebnis.“ Damit auch Laien besten Blick haben, öffnen Bergt und seine Mitstreiter um 20 Uhr die Sternwarte „Tycho Brahe“ und lassen Interessierte durchs Fernrohr gucken. Vorbeischauen lohne sich aber erst ab 22 Uhr, empfiehlt Berg. Erst dann sei es dunkel genug.

Das kosmische Schattenspiel beginnt hingegen bereits um 21.30 Uhr: Dann hat sich die Erde genau zwischen Sonne und Mond geschoben. Für eine Stunde und 43 Minuten versinkt der sonst oft fahle Trabant im Kernschatten der Erde und leuchtet rötlich. Wer den Blutmond in voller Pracht bewundern möchte, sollte sich dafür einen Platz suchen, der freie Sicht Richtung Südost gewährt, denn selbst zum Zeitpunkt der totalen Verfinsterung steht Luna vergleichsweise tief über dem Horizont. Außerdem sollte der Beobachtungsposten möglichst weit weg von künstlichen Lichtquellen liegen, damit diese die Aussicht nicht trüben. Wolfgang Bengt will zwischendurch einen Abstecher nach Gehlsdorf machen. „Ich möchte den Blutmond über der Stadtsilhouette fotografieren.“

So wird das Wetter

Was das Wetter betrifft, müssen Mondsüchtige die Daumen drücken: Die Voraussetzungen dafür, das Schauspiel in Rostock vollends auskosten zu können, sind nicht ganz ideal. „Momentan sieht es danach aus, dass in den Abendstunden vereinzelt Quellwolken durchziehen“, sagt eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes. Genug Lücken, die den Blick auf den Mond freigeben, werde es aber wohl geben. Außerdem sollten sich Wärmegewitter, die am Tag möglich seien, am Abend längst verzogen haben, wenn die Mondfinsternis einsetzt. Stattdessen laden tropische Temperaturen förmlich dazu ein, das Ereignis von Anfang bis Ende im Freien zu verfolgen.

Der Blutmond fasziniert seit jeher Menschen in aller Welt. Zu Zeiten, als man sich das Phänomen wissenschaftlich noch nicht erklären konnte, glaubten die Chinesen, ein Himmelsdrache würde das Gestirn verschlingen. Die Wikinger hatten einen gefräßigen Wolf im Verdacht. Bei am Amazonas lebenden Indianer wiederum hielt sich die Legende, ein Bogenschütze hätte den Mond mit einem Pfeil getroffen. Tatsächlich wird das Sonnenlicht von der Erdatmosphäre so gebrochen, dass dessen langwellige rote Anteile in den Schattenkegel der Erde gelenkt werden. Dort treffen sie auf die Mondoberfläche und lassen sie geheimnisvoll glühen.

Mars leuchtet strahlend hell

In den Abendhimmel schauen lohnt sich am Freitag gleich doppelt, denn zeitgleich zur Mondfinsternis kommt der Mars der Erde so nahe wie seit 15 Jahren nicht und wird strahlend hell über dem Südhorizont leuchten. Weil der rote Planet unterhalb vom Mond auftaucht, können Fotografen gleich zwei Gestirne auf einem Bild verewigen. Wer den Blutmond fotografieren will, braucht dafür übrigens keine Profi-Ausrüstung. Ordentlich Zoom und ein Stativ reichen schon aus. Der Photoindustrie-Verband empfiehlt zudem eine lange Belichtungszeit.

Die nächste totale Mondfinsternis erlebt Rostock am 21. Januar 2019. Die ist, gemessen an dem, was uns diesen Freitag bevorsteht, ein kurzweiliges Erlebnis: Sie dauert nämlich nur etwa eine halbe Stunde an. Übertroffen wird das diesjährige Fern-Seh-Programm erst in 105 Jahren: Am 9. Juni 2123 wird es eine drei Minuten längere totale Mondfinsternis geben.

Es regnet Sternschnuppen

Vormerken können sich Astro-Fans außerdem die Nacht vom 11. auf den 12. August: Dann erreichen die Perseiden, ein jährlich wiederkehrender Meteorsturm, ihr Maximum. Weil zeitgleich Neumond ist, lassen sich pro Stunde dann mit etwas Glück 100 Sternschnuppen am Himmel über Rostock blicken.

Zeitplan: Die Mondfinsternis am 27. Juli 2018

21.30 Uhr: Die totale Mondfinsternis beginnt. Der gesamte Mond ist als rötliche Scheibe an Himmel sichtbar

22.21 Uhr: Die maximale Verdunklung setzt ein. Der Mond ist dem Mittelpunkt des Erdschattens am nächsten

23.13 Uhr: Die totale Mondfinsternis endet. Die ersten direkten Sonnenstrahlen erreichen wieder die Mondoberfläche.

0.19 Uhr: Die partielle Finsternis endet. Der Mond tritt wieder aus dem Kernschatten der Erde.

1.28 Uhr: Die Halbschattenfinsternis endet. Der Halbschatten der Erde verlässt die Mondoberfläche.

Bernstein Antje

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