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Rostock Sperrung Bahnhof Warnemünde: Das sollten Reisende jetzt wissen
Mecklenburg Rostock Sperrung Bahnhof Warnemünde: Das sollten Reisende jetzt wissen
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17:06 13.08.2019
Moderner für Einheimische und Touristen sowie Kreuzfahrtgäste – so soll sich der Warnemünder Bahnhof ab 2020 präsentieren. Quelle: Deutsche Bahn
Warnemünde

Zehntausende Besucher sind zur Hanse Sail am Warnemünder Bahnhof angekommen oder abgefahren. Dabei haben sie am eigenen Leib erfahren, dass die Anlage modernen Ansprüchen schon lange nicht mehr genügt. Das soll sich ändern.

Seit Oktober 2018 arbeitet die Deutsche Bahn daran, den Bahnhof in Warnemünde für die Zukunft fit zu machen und investiert mindestens 65 Millionen Euro. Der größte und wichtigste Teil der Bauarbeiten steht nun bevor und soll noch Ende dieses Monats beginnen.

Bisher wurden vor allem vorbereitende Maßnahmen durchgeführt. „Vor dem Bahnhof Warnemünde-Werft sind am Gleis alle Arbeiten abgeschlossen“, bilanziert Bahn-Sprecher Gisbert Gahler und ergänzt: „In letzter Zeit wurden noch Arbeiten an der Oberleitung ausgeführt. Jetzt beginnen die vorbereitenden Maßnahmen für den Umbau des Personenbahnhofes Warnemünde.“ Die eigentlichen Arbeiten am Bahnhof sollen Ende September beginnen.

Zweites digitales Stellwerk Deutschlands

Das alte Stellwerk wird von Anfang Oktober bis Ende November zurückgebaut – es wird ab Ende September durch ein modernes und digitales Stellwerk ersetzt. Laut Auskunft der Bahn sei Warnemünde erst der zweite Ort Deutschlands, an dem diese Technik genutzt würde. Durch die digitale Übermittlung der Stellbefehle werden die bisher erforderlichen kilometerlangen Kabelbündel künftig überflüssig. Durch die bestehende Netzwerkverbindung per Datenleitung könnten Signale und Weichen zudem in deutlich größeren Entfernungen gesteuert werden. „Langfristig kann dadurch die Anzahl der Stellwerke bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit des Schienennetzes reduziert werden“, heißt es bei der Bahn.

Anwohnerversammlung am 3. September

Welche Einschränkungen die anstehenden Arbeiten für die Anwohner aus dem Ostseebad und die Nutzer des Bahnverkehrs haben werden, will Gahler noch nicht konkret benennen. Klar ist nur, dass es für den Umbau eine Vollsperrung des Streckenabschnittes zwischen Warnemünde-Werft und Bahnhof Warnemünde geben wird – von Ende September bis voraussichtlich Ende Mai 2020.

Nutzer der Bahn sowie Anwohner müssen sich rund um den Bahnhof Warnemünde auf mehrmonatige Einschränkungen einstellen. Quelle: Bahn Prospekt

Laut dem Bahnsprecher laufen aktuell die Abstimmungen mit den Beteiligten – wie Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbund. „Am 3. September werden die Anwohner im Rahmen einer Veranstaltung umfassend informiert“, kündigt Gahler an.

Neue Fernbahnsteige und Hochwasserschutz

Ein weiteres Hauptziel der Umbauten ist die Schaffung von Barrierefreiheit. Obwohl der Bahnhof von Einheimischen und Touristen stark frequentiert wird, ist diese nämlich derzeit nicht gegeben. Deshalb ist vorgesehen, die vorhandene Unterführung zurückzubauen und durch einen neuen, barrierefreien Übergang im nördlichen Bereich des Bahnhofs zu ersetzen. Damit ist zukünftig ein bequemer Übergang zwischen Zug, Stadt und Schiff möglich – inklusive Wetterschutzhäuschen.

Zusätzlich werden zwei neue Fernverkehrsbahnsteige errichtet. Diese Bahnsteige – die Nummern vier und fünf – erhalten jeweils eine Länge von 370 Metern. Für den sogenannten Kreuzfahrerbahnsteig (Bahnsteig 5) sind drei direkte Zugänge vom Kai aus vorgesehen. Schließlich legen in direkter Nachbarschaft des Bahnhofes auch die Kreuzliner ab. Ein Teil der Flächen der Bahn wird außerdem der Stadt zur Verfügung gestellt – für die Entwicklung der Mittelmole. Auch der Hochwasserschutz wird bei den Umbauten beachtet: Die Rückwand des umgebauten Bahnsteiges 5 dient künftig als Hochwasserschutzmauer.

Problemloser Ersatzverkehr gefordert

„Dass der Umbau nötig und lange überfällig ist, wird keiner bestreiten“, sagt Alexander Prechtel. „Wichtig ist nun aber, dass es mit möglichst wenig Einschränkungen für diejenigen läuft, die auf die Bahn angewiesen sind“, so der Warnemünder Ortsbeiratsvorsitzende. „Ein Schienenersatzverkehr muss kommen und ist vor allem für die Markgrafenheider unerlässlich“, so Prechtel.

Um diesen einfach zu gestalten, hätte der Ortsbeirat bereits vor Monaten angeregt, dass die Busse die neue Straße fahren, die parallel zu den Schienen verläuft und bereits von zahlreichen Verkehrsteilnehmern genutzt wird. „Von der Verkehrsbehörde hieß es damals, das sei nicht möglich, weil die Straße noch nicht offiziell gewidmet ist“, sagt Prechtel. Er hält das für ein „Scheinargument“.

„Außerdem habe ich vom Oberbürgermeister ein Schreiben, in dem er zusichert, dass das noch rechtzeitig passiert“, so der Warnemünder. Auch wenn Ende des Monats an der Rathausspitze der Wechsel erfolgt, will Prechtel darauf dringen, dass die Widmung als Voraussetzung für einen problemlosen Schienenersatzverkehr wie versprochen erfolgt.

Von Claudia Labude-Gericke

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